Mad Max: Fury Road (2015)

Mad Max: Fury Road (2015)

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  3. 120 Minuten

Filmkritik: Action Madness: Level MAX

Cool, Feuerwerk!
Cool, Feuerwerk! © 2015 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.

In einer postapokalyptischen Welt versucht sich der ehemalige Polizist Max Rockatansky (Tom Hardy) alleine durch die Wüste Australiens zu schlagen. Eines Tages wird er jedoch von einer Gruppe unter der Leitung des tyrannischen Immortan Joe gefangengenommen und als unfreiwilliger Blutspender für den kranken Nux (Nicolas Hoult) benutzt. Zur gleichen Zeit soll die knallharte Furiosa (Charlize Theron) mit einem Trupp nach Gas Town fahren, um für Immortan Joe Benzin zu beschaffen.

Fascht e Familie
Fascht e Familie © 2015 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.

Doch Furiosa hat andere Pläne, will sie doch sich und Immortan Joes fünf Frauen ein besseres Leben im Osten ermöglichen und fährt mit diesen im Tanklaster davon. Immortan Joe ist stinkesauer und schickt seine ganze Kriegerflotte Furiosa hinterher. Darunter ist auch Nux, welcher seinen "Blutbeutel" Max mitnimmt und ihn vorne auf sein Gefährt schnallt. Es dauert nicht lange, bis Max sich befreien kann. Als er den Lastwagen von Furiosa erreicht, beschliesst er, ihr und den Frauen zu helfen. Doch sie sehen sich einer Übermacht konfrontiert, die nicht eher ruht, bis sie haben, was sie wollen.

Mad Max: Fury Road ist der feuchte Traum jedes Actionfans: eine zweistündige Verfolgungsjagd, die mit coolen Helden wie auch spektakulären Stunts zu begeistern weiss und nur wenig Gelegenheiten zum Durchschnaufen lässt. Regisseur George Miller hat mit 150 Millionen Dollar Budget mit der ganz grossen Kelle angerührt und einen der besten Actionfilme der letzten Jahre inszeniert. Fucking awesome!

Man könnte hier jetzt eine schöne Einleitung schreiben über die Mad-Max-Reihe und den langen Weg bis zur Produktion von Fury Road. Doch wir wollen es dem Film gleichtun und gleich zur Sache kommen: Mad Max: Fury Road ist brachiales Achterbahnkino mit nur wenig Verschnaufpausen, Bad-Ass-Figuren und Actionszenen, die einem den Atem rauben.

Nach einem nicht mal zweiminütigen Voice-over, in dem der neue Max, Tom Hardy, kurz diese apokalyptische Welt beschreibt, sind wir schon mittendrin in der Action. Nur wenige Sekunden später wird nämlich schon aufs Gaspedal gedrückt, geschossen und geprügelt. Selten wurde man so in einen Film hineingeworfen. Wie Max torkelt auch der Zuschauer durch die schräge Welt, in welcher der unheimliche Immortan Joe die Kommandos gibt. Von dort sind es dann nur noch wenige Minuten, bis das Gaspedal erneut durchgedrückt wird - der Startschuss zu einer der grössten, spektakulärsten und brachialsten Verfolgungsjagden der Filmgeschichte.

Bevor es überhaupt eine richtige Story zu Mad Max: Fury Road gab, liess Regisseur George Miller Storyboards der Actionsequenzen in Auftrag geben: Am Ende stand das Produktionsteam vor stolzen 3500 Panels, die es dann umzusetzen galt. Der Fokus lag eindeutig darauf, und dies ist dem Film auch anzumerken. Dies soll aber auf gar keinen Fall als Kritikpunkt verstanden werden. Die Geschichte war in den Mad Max-Filmen sowieso stets zweitrangig. Es waren reine Männerfilme, in denen es darum ging, den Adrenalinpegel schön hochzuhalten. Als Kronjuwel der Reihe wird oft die Lastwagenszene im zweiten Teil genannt. Diese hat nun Konkurrenz erhalten. Mad Max: Fury Road ist nämlich eine auf zwei Stunden gestreckte Version dieser Sequenz. Und Mann, macht dieser wilde Ritt Spass.

Miller und Co. haben dabei versucht, so viele der Stunts am Set durchzuführen, ohne dabei zu viel mit visuellen Effekten nachzuhelfen. Ein grosses Plus, fühlen wir doch die ganze Wucht, wenn die Autos ineinanderkrachen und die Gefahr, wenn ein toll besetzter und absolut überzeugender Tom Hardy mit dem Kopf etwas nahe an die qualmenden Reifen kommt. Ihm zur Seite steht Charlize Theron als furchtlose Kriegerin Furiosa, die dem Titelhelden in Sachen Toughness in so rein gar nichts nachsteht. Zum Glück ist davon auch einiges zu sehen. Anders als der ungeliebte Mad Max Beyond Thunderdome hat Mad Max: Fury Road in den Staaten wieder eine Freigabe ab 17 bekommen und ist so auch nicht so verwässert wie viele der grossen Actionfilme der letzten Jahre. Puristen können sich zwar aufregen, dass der Look nicht mehr so dreckig ist - es wurde mit Digital-Kameras gedreht -, doch dies sollte dann auch nur die Hard-Hardcore-Fans stören. Diejenigen, welche die alten Filme nicht gesehen haben, werden sich übrigens ohne Probleme zurechtfinden.

Man könnte noch so viel über die beinharte Action schreiben, den ständig hohen, fast schon ungesunden Adrenalinpegel während der zwei Stunden und die wunderbaren Luftaufnahmen, in denen Explosionen in all ihrer zerstörerischen Pracht zu bestaunen sind. Doch diese Achterbahn sollte man besser selbst erleben. Dieser Film ist "Action Madness: Level MAX". Dieser Film ist ein Action-Meisterwerk.

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Er liebt die Filme von Christopher Nolan, die Festivals in Cannes und Toronto und kann nicht wirklich viel mit Jean-Luc Godard anfangen, was aber wohl auf Gegenseitigkeit beruht. Gewinner des Filmpodium-Filmbuff-Quiz 2019.

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Kommentare Total: 13

WhiteShadow

Also dieser Film braucht zwei Komponenten, damit man ihn top findet:
Die Erwartung daran (an die Story vor allem) sollte im Vorfeld nicht zu gross sein.
Und WICHTIG: Den Film muss man auf grosser Leinwand mit Top-Soundanlage hören! Ich war zweimal im Kino und sie hatten echt die Boxen auf 115% eingestellt. Mein Kumpel und ich sassen beim ersten Mal 2h im Sessel und mussten bei jeder ruhigen Szene (und das sind wenige) mal durchatmen.

Effekte, Sounds, Bildgewaltigkeit, Abgefefahrene Fahrzeuge und Typen: Popcorn-Kino mit 150 Dauerpuls-Effekt in Reinstform. Ich war überaus positiv überrascht. Man muss sich halt darauf einlassen.

Und zu FF7: Ich musste nach ca. 1h abschalten... So grottig schlechte unrealistische Situationen. Wenn schon unrealischtisch dann richtig... da war Triple X ja noch besser. Man denke an die Szene "Oh da liegt ein wärmesuchender Raketenwerfer... einfach so... damit schiess ich mal auf den Sniper im Lüftungs-Kanal, der raucht ja immer Zigaretten" :-) :-)

gargamel

Geht in Ordnung... sehr coole Stunts, atmosphärisch, Story hat Platz auf einem halben Bierdeckel und der Mad Max Darsteller ist eine ganz üble Schlaftablette - da wünscht man sich doch glatt den ollen Antisemiten zurück...
Verstehe die Euphorie auch nicht so ganz...

sj

Es gibt auch weit aus bessere Sonntagszeitungen jaydo (NZZaS) ;)

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