The Lazarus Effect (2015)

The Lazarus Effect (2015)

Filmkritik: Keine Spielchen, bitte!

Das Testen des Heimwerker-Sets
Das Testen des Heimwerker-Sets

In medizinischen Notfällen müssen die jeweiligen Ärzte vielfach unter grossem Druck arbeiten, um Leben zu retten. Wie wäre es da, wenn es eine Formel gäbe, die das Gehirn länger am Leben erhalten würde und so den Nothelfern zusätzliche Zeit geben könnte? Dieses Problem hat das Medizinerteam rund um Frank (Mark Duplass) und Zoe (Olivia Wilde) scheinbar gelöst. Zur allgemeinen Überraschung kann der Impfstoff aber noch mehr, denn als ein toter Hund plötzlich die Augen wieder aufmacht und zu bellen beginnt, wägen sich die Wissenschaftler auf dem Höhepunkt ihrer Laufbahn.

*Psssst*
*Psssst*

Dann aber schlagen sich die Anwälte des Pharmakonzerns die Formel unter den Nagel und dem Team bleibt eine Nacht, um die letzten Tests zu starten. Als bei einem Unfall dann auch noch Zoe tödlich verletzt wird, sieht Mark nur noch einen Ausweg - er spritzt seinen Impfstoff der Kollegin und staunt nicht schlecht, als diese kurze Zeit später wieder lebendig im Raum sitzt. Nur ist die Frau nicht mehr die nette Schöne von zuvor, sondern hat sich eindeutig verändert... Zum Leidwesen aller Kollegen, die nun um ihr Leben rennen müssen.

The Lazarus Effect ist einer jener Filme, die zwar eine interessante Ausgangslage haben, aus der schlussendlich aber zu wenig gemacht wurde. Man verlässt sich auf die wenigen Effekte und die Kraft der Darsteller, die aber auch erst gegen Ende etwas besser in Fahrt kommen. Das ergibt schliesslich einen leidlich spannenden Film, der mit ein paar Erschreckern aufgewertet wurde, aber nie sein volles Potenzial entfalten kann. Leider.

Experimente und Spielchen mit dem Tod haben in der Filmgeschichte schon manch gruseliges Abenteuer zur Folge gehabt. Immer wieder versuchen Wissenschaftler, dem Sensenmann ein Schnippchen zu schlagen - geklappt hat es in den allerseltensten Fällen. Nun hat sich Regisseur David Gelb in seinem Debüt-Langfilm The Lazarus Effect an dieses Thema gewagt und liefert eine solide Arbeit ab, die vor allem gegen Schluss mit ein paar schönen Schreckmomenten auffahren kann.

Angeführt von Mark Duplass (Tammy) und Olivia Wilde (Tron: Legacy) werden wir in eine interessante Story gezogen, die immer wieder mit Tönen und Lichteffekten arbeitet. Die Momente, in denen man als Zuschauer zusammenfährt, halten sich zwar in Grenzen, bringen aber auch etwas Pepp in die Story, die vor allem im Mittelteil recht zäh und mühsam ist. Da hat man aus der Ausgangssituation schlichtweg zu wenig gemacht. Wenn allerdings der wiedererweckte Hund in Kampfstellung über der schlafenden Zoe steht, könnte man schon etwas Gänsehaut kriegen...

Darstellerisch wird recht solide Kost geboten, zumal die Darsteller ja auch nicht wirklich gefordert werden. Es geht primär ums Rennen und Schreien, obwohl Olivia Wilde mit den schwarzen Augen halt schon recht bedrohlich aussieht. Und wenn wir uns dem Ende nähern, wird sogar etwas an der Spannungsschraube gedreht, wobei die Darsteller ebenfalls einen Gang höher schalten können.

/ muri

Kommentare Total: 2

woc

Ich finde es zu einfach, The Lazarus Effect als simples Jump-Scaring abzustempeln oder automatisch davon auszugehen, es sei billig produziertes und anspruchsloses Horrorkino. Klar, der Film ist nicht perfekt. Man hätte an vielen Stellen einige Dinge anders machen können. Aber so what?

Mich fasziniert vor allem die interessante Thematik, die Interpretationsspielraum beinhaltet und den Film damit extrem interessant macht: Dabei geht es nicht nur um die altbackene Diskussion zwischen Wissenschaft und Religion, sondern vor allem um die Charakterdynamik zwischen Zoe und Frank. Je nach Betrachtungsweise kann der gesamte Film verschieden ausgelegt werden. Das geht über die Erfahrung, welche Zoe durchmacht und bis hin zur Auflösung.

Ausserdem haben mir die vielen Anlehnungen an andere Filme wie Flatliners, Frankenstein, Pet Sematary oder Event Horizon sehr gut gefallen. Und achtet euch mal auf das Sounddesign - absolut klasse! (Der Soundtrack übrigens auch) 😈

muri

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Trailer Englisch, 02:14