The Hunger Games - Mockingjay Part 2 (2015)

The Hunger Games - Mockingjay Part 2 (2015)

Die Tribute von Panem - Mockingjay Teil 2
  1. ,
  2. 137 Minuten

Filmkritik: War! What is it good for?

Zwei erstaunlich hübsche Statisten
Zwei erstaunlich hübsche Statisten © Impuls Pictures AG

Nachdem Peeta (Josh Hutcherson) aus dem Capitol befreit worden ist, zeigt sich ein weiteres Mal, wie grausam Panems Elite mit ihren Gegnern umgeht. Peeta wurde einer Gehirnwäsche unterzogen und soll Katniss (Jennifer Lawrence) töten, da er sie nun für seine Feindin hält. Katniss stürzt sich deshalb umso mehr in ihre Rolle als Mockingjay und in den Kampf gegen das Capitol. Mit Gale (Liam Hemsworth) und ihrer Filmcrew reist sie so zur "Nuss", einer in einem Bergwerk verschanzten Bastion in Distrikt 2, wo die letzten Bewohner der Distrikte Widerstand gegen die Rebellen leisten. Fällt die Nuss, können die geeinten 13 Distrikte das Capitol selbst angreifen.

Natürlich mögen dich die Leute auch, wenn du nicht mehr blond bist!
Natürlich mögen dich die Leute auch, wenn du nicht mehr blond bist! © Impuls Pictures AG

Der Sieg scheint nahe, doch Katniss, die sich immer mehr als die Marionette von Präsidentin Coin (Julianne Moore) fühlt, findet keinen Trost im nahenden Ende. Immer mehr ist sie von der Vorstellung besessen, Präsident Snow (Donald Sutherland) eigenhändig zu töten. Beim Versuch, diesen Plan in die Tat umzusetzen, zeigt sich schliesslich, dass auch im Capitol selbst überall tödliche Fallen lauern. Doch es geht nicht nur ums nackte Überleben, denn über allem steht immer wieder die entscheidende Frage: Wie weit darf man gehen, um seinen Gegner zu besiegen?

Nachdem man in Mockingjay - Teil 1 politische Propaganda im Fokus hatte, rücken im Abschlussfilm die eigentlichen Kriegshandlungen ins Zentrum der Geschehnisse. Den solide und durchaus packend inszenierten Kampf- und Actionsequenzen müssen persönlichere Momente allerdings weitgehend weichen. Jennifer Lawrence und die weitere starbesetzte Schauspielerriege machen ihre Sache routiniert - wenn auch viele der Nebenfiguren kaum Screentime erhalten. Schade ist es schliesslich auch um das Finale, das emotional äusserst unterkühlt daherkommt und so leider etwas am Gesamteindruck des Filmes (bzw. der Reihe) kratzt.

Wäre es vielleicht doch besser gewesen, den letzten Band der Buchreihe in nur einem Film umzusetzen? Eine wirklich runde Sache ist das mit der Zweiteilung nämlich nicht geworden. Nach dem wenig begeisternden dritten Teil, der an einigen Stellen nur schleppend vorankam, kippt Mockingjay - Part Two nun förmlich ins andere Extrem hinüber: Da man die emotionalen Szenen und persönlichen Entwicklungen ausführlich im Vorgängerfilm behandelt hat, konzentriert sich Regisseur Francis Lawrence nun fast ausschliesslich auf die Action. Dies hinterlässt jedoch einen zwiespältigen Eindruck. Zum einen hätte ein bisschen mehr Vorlauf für die Kampfhandlungen nicht geschadet - gerade die Entwicklung von Peeta macht bei allem politischen Kalkül nicht wirklich viel Sinn; zum anderen sind die wenigen nicht auf Action fokussierten Szenen - etwa jene um die Präsidenten Snow und Coin - häufig unnötig übererklärend. Die Balance zwischen Action und Dialog stimmt hier eindeutig nicht.

Die Kampfsequenzen selbst sind freilich solide, wenn auch zum Teil etwas hektisch inszeniert; vor allem die männlichen Akteure sind so im Kampfgetümmel wiederholt kaum voneinander zu unterscheiden. Überhaupt fällt immer wieder auf, dass zu viele Figuren in zu wenig Filmspielzeit gequetscht werden mussten. Dass der viel zu früh verstorbene Philip Seymour Hoffman manchmal seltsam in eine Szene hineingeschnitten werden musste, ist ja noch verständlich. Dass aber andere Darsteller, unter anderem Stanley Tucci oder erstaunlicherweise auch Sam Claflin, nur wenige Auftritte haben, ist einfach schade.

Interessant und auch wichtig ist, dass immer wieder die moralischen Fragen von Krieg ins Zentrum rücken: Welche Kriegstaktiken sind erlaubt, wann geht man zu weit? Mockingjay - Part 2 ist zweifellos ein Blockbuster, der die (durchaus aktuellen) Gräuel des Krieges fassbar machen will - dies klappt zum Teil, fällt jedoch auch wiederholt dem dringend benötigten PG-13-Rating zum Opfer. Wohl auch deshalb endet das Ganze in einem emotional enttäuschend unterkühlten Finale, das so gar nicht zu den ersten beiden Filmen und der Figur von Katniss Everdeen passen will. Fans, die sich einen kathartischen, wenn auch schmerzlicheren Abschluss wünschen, müssen also weiterhin mit den Büchern vorliebnehmen.

Natürlich ist das alles Kritik auf hohem Niveau, denn die Hunger-Games-Reihe gehört immer noch zu den deutlich besseren Literaturadaptionen und wird auch in diesem Abschlussfilm nie wirklich schlecht. Allein die von Jennifer Lawrence grossartig verkörperte Katniss war die filmische Reise also definitiv wert.

Petra Schrackmann [pps]

Petra arbeitet seit 2007 für OutNow und haut auch für Lektorat und Listicles in die Tasten. Als Genrefan verbringt sie ihre Film- und Serienabende lieber mit Zombies, Hobbits oder RVAGs als mit Rom-Coms. Als Leseratte ist sie fasziniert von Comic- und Buchverfilmungen (sogar den schlechten!).

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Kommentare Total: 7

db

Als ich das Buch las, ging mir primär eines durch den Kopf - was wird von der Handlung noch übrig sein, wenn es durch den PG-13 filter gedreht wurde. Leider nicht mehr viel. Nachdem der dritte Teil das Trauma von Katniss ganz gut eingefangen hatte, versagt der letzte Teil komplett die Intensität und die Auflösung des Buches gerecht zu werden.

Pflichtbewusst werden die Eckpunkte der zweiten Hälfte des Buches abgearbeitet - es gibt einige düsterere Action-Szenen, doch wie auch im Buch wirkt ihre Mission von Anfang an so Ziel- wie auch antriebslos. Dabei zeigt Jennifer Lawrenze zwar erneut Glanzleistungen, doch leider ist auch offensichtlich wie sie durch PG 13 ausgebremst wurde.

Fazit: Mockingjay Part 2 erzählt die Reise von Katniss sauber zu Ende und hackt die verschiedenen Meilensteine der Story ab. Leider bleibt es eine sehr langfädige wie auch dünne Geschichte, welche um die mächtigsten Elemente beraubt wurde. Deshalb soweit ganz ok, doch weit von einem grande Finale entfernt.

Ghost_Dog

Puh naja, leider nicht so der Bringer, das Ende ist recht vorhersehbar und relativ unspektakulär... Das ist aber wohl weniger dem Film als vielmehr der literarischen Vorlage geschuldet...

Reptile

Nun ja, ob man den Film gut findet oder nicht, ist letzten Endes immer Ansichtssache eines jeden einzelnen. Für mich ist es würdiges Finale einer äusserst gut gelungenen "Vom Buch zum Film" Adaption.

Gegenüber dem Buch "Mockingjay", wurden auch hier wieder da und dort ein paar Stellen leicht verändert oder gekürzt, dies ist aber fast ausnahmslos dem PG-13 Rating (bei uns FSK 12) geschuldet und nur direkt erkennbar, wenn man auch wirklich (so wie ich) die gesamte Panem-Reihe durchgelesen hat.

Vor allem die psychische Zerrissenheit von Katniss nach dem Tod einer gewissen Protagonistin, welche ich aus Spoilergründen hier nicht nennen werde, kommt gegenüber dem Buch,

Spoiler zum Lesen Text markieren

denn dort denkt Sie sogar mehrfach an Selbstmord,

im Film deutlich zu kurz bzw. wird gar nicht erst so richtig aufgegriffen.

Wie gesagt FSK 12 lässt grüssen, aber dies kann man auch als Kenner der Bücher verschmerzen, denn insgesamt wurde die ganze Panem-Reihe doch sehr buchgetreu verfilmt und dieser Umstand ist bei solch komplexen Grossprojekten, ja nicht immer selbstverständlich.

Fazit:

An "Mockingjay" - Part 2 führt dieses Jahr im Kino bestimmt kein Weg vorbei und in ein paar Jahren, wenn der grosse Hype um die Hungerspiele erst einmal so richtig abgeklungen ist, können sowohl die Schauspieler als auch die Macher, mit viel Stolz auf das geleistete zurück blicken und sagen "Ja, ICH war damals dabei und das ist auch gut so. "

Die "Finalissima" der Hungerspiele, kriegt von mir 4,8 von 6 OutNow-Sternen, denn ich fand sie, wie bereits oben erwähnt, sehr gelungen und trotz ein paar kleineren Kürzungen, sehr buchgetreu umgesetzt und weil ich alle drei kenne, bemängle ich auch den angeblich "peinlichen" Epilog nicht.

Dieser wurde lediglich nahezu 1:1 so umgesetzt, wie es im Buch geschrieben steht. Wenn euch das immer noch "peinlich" ist, beschwert euch doch bitte bei der Buchautorin Suzanne Collins, Sie möge den Schluss umschreiben.

PS: Sämtliche "Nörgler", welche bei "Mockingjay - Part 1" die Absenz von direkten und kompromisslosen Actionszenen bemängelt haben, werde diese in Part 2, vor allem ab der zweiten Filmhälfte, zu Hauf serviert bekommen. 😉

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