Get Hard (2015)

Get Hard (2015)

Der Knastcoach
  1. 100 Minuten

Filmkritik: Are you tough enough?

Pump it up, Bitch!
Pump it up, Bitch! © 2015 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.

James King (Will Ferrell) hat es zu Wohlstand und Reichtum gebracht. Sein Haus wird immer grösser, er verdient in wenigen Minuten ein Vermögen und umgibt sich mit den schönen Dingen des Lebens. Ganz anders sieht da der Alltag von Darnell (Kevin Hart) aus. Dieser hat zwar ein kleines Unternehmen aufgezogen, muss damit aber die Autos der reichen Kundschaft waschen und kommt finanziell kaum über die Runden. Und wenn er von Geschäftsmännern wie James King mal einen "Tip" will, lassen die ihn mit einer Dollarnote in der Hand schlichtweg stehen. Das Leben ist ungerecht!

Yo, Yo, Yo!
Yo, Yo, Yo! © 2015 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.

Nun aber wird King von der Polizei eingezogen und des Betrugs bezichtigt. Der Richter statuiert ein Exempel und schickt den Schnösel für Jahre ins Hochsicherheitsgefängnis von San Quentin. Um dort, zwischen den Gangs, den Schwarzen und Schwulen, zu überleben, braucht James King Training. Und da Darnell schwarz ist (die sind ja eh alle schon mal gesessen), wird dieser engagiert. In weniger als dreissig Tagen soll er aus dem verwöhnten Weichei einen harten Knasttypen machen. Dumm nur, dass Darnell von Gefängnissen so gar keine Ahnung hat, denn die Strafakte des Mannes ist sauberer als alle anderen.

Get Hard ist nicht der Comedyhammer geworden, den er gerne wäre. Dafür sind die Witzchen zu platt und die Story zu schwach. Einzig und allein dem Star-Duo Hart/Ferrell ist es zu verdanken, dass man zwischendurch mal schmunzeln darf und der Film nicht vollends im seichten Nirgendwo verschwindet.

Will Ferrell ist ein vor allem in den USA beliebter Komiker, der neben all dem "lustigen" Zeug auch gerne mal etwas Anspruchsvolleres dreht. Leider sind die Zeiten von Filmen wie Stranger than Fiction schon eine Weile her, und der Mann beschränkt sich aktuell auf Komödien à la The Campaign oder Anchorman 2: The Legend continues. Auf dieser Schiene reitend, kommt nun auch sein aktueller Film Get Hard zu uns, mit dem er an der Seite des Plauderis Kevin Hart immerhin in den USA wieder einen Kassenhit gelandet hat.

Get Hard beginnt interessant und zeigt die verschiedenen Welten der beiden Protagonisten. Sobald diese dann verschmelzen, legt Regisseur Etan Cohen (bislang als Drehbuchschreiber von Tropic Thunder oder Idiocracy in Erscheinung getreten) nicht mehr so viel Wert auf Story und Charakterentwicklung, sondern vor allem auf Klischees. So wird praktisch kein Fettnäpfchen ausgelassen, der Inhalt dreht sich vielfach nur noch ums Schwanzlutschen im Gefängnis (das geübt werden will...), und die Darsteller übertrumpfen sich gegenseitig mit schlechten Witzchen und übertriebenen Aktionen. Das mag durchaus seinen Reiz haben, verläuft sich aber mit zunehmender Filmdauer im Nirgendwo und langweilt dann bald mal.

Was allerdings reibungslos funktioniert, ist das Hauptdarsteller-Duo Will Ferrell und Kevin Hart. Letzterer hatte 2014 mit Ride Along schon einen Hit in den Kinos (welcher 2016 fortgesetzt wird) und positioniert sich als neuer Plapperstern am Comedyhimmel - also sozusagen als Nachfolger von Eddie Murphy und Chris Tucker. Dass er aber auch mehr kann, muss er erst beweisen. Währenddessen zeigt Ferrell eine ansprechende Performance und nutzt die sich ihm bietenden Gelegenheiten für grandioses Overacting. Gemeinsam ergibt das ein überzeugendes Filmduo, dem man schlichtweg eine bessere Story hätte schreiben müssen...

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag von Animation über alte Monsterfilme bis zu intergalaktischen Abenteuern alles, was ansteht. Bei öden Rom-Coms kriegt er vielfach Bauchweh, aber im IMAX überlebt er auch das.

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Kommentare Total: 2

Ghost_Dog

Krass! Guter Anfang und geile erste Hälfte! Dann flacht das Ganze leider derbe ab, und die Gags werden immer flauer... Schade.

muri

Filmkritik: Are you tough enough?

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