Fifty Shades of Grey (2015)

Fifty Shades of Grey (2015)

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  2. 125 Minuten

Filmkritik: Lass mich dein Sklave sein!

Die etwas andere Zigarette danach
Die etwas andere Zigarette danach © Universal Pictures Switzerland

Die junge Literatur-Studentin Anastasia Steele (Dakota Johnson) trifft sich für ihre unerwartet erkrankte Mitbewohnerin Kate (Eloise Mumford) mit dem gutaussehenden Milliardär Christian Grey (Jamie Dornan) zum Interview. Etwas überfordert, aber sofort von dessen Ausstrahlung angetan, stellt sie ihm die Fragen, die Kate vorbereitet hat und muss eingeschüchtert feststellen, dass auch der Schönling Interesse an ihr zeigt.

Du, ich bring deinen BH nicht auf...
Du, ich bring deinen BH nicht auf... © Universal Pictures Switzerland

Nachdem Christian auch nach dem Interview den Kontakt zu Ana sucht und ihr immer wieder absichtlich über den Weg läuft, verliebt sie sich in ihn. Es beginnt ein erotisches Spiel, das Ana vor schwierige Entscheidungen stellt. Der Milliardär ist nämlich kein gewöhnlicher Liebhaber. In seinem Appartement hält er zahlreiche BDSM-Spielzeuge bereit, die er nur zu gerne einsetzen möchte. Er legt Ana einen Vertrag vor, der klarstellt, dass eine romantische Bindung für ihn nicht in Frage kommt und ihre Beziehung eine rein sexuelle Form von Dominanz und Unterwerfung sein soll.

Oh ja, in Fifty Shades of Grey steigt der Puls, wenn der unausgesprochene Frauentraum Christian Grey (Jamie Dornan) seiner Anastasia (Dakota Johnson), begleitet von heissen Pop-Songs, unsanft an die Wäsche geht. Sam Taylor-Johnson gelingt mit ihrer Verfilmung des Bestseller-Romans ein verführerischer und spannender Erotikfilm, der zwar nicht vor teils schwachen Dialogen und einigen Drehbuchpatzern verschont bleibt, aber dafür mit einer packenden Inszenierung auftrumpft, die den Zuschauer in einen Bann von Lust und Dominanz zieht.

Das angelaufene Kinojahr, das mit Star Wars 7, Jurassic World, Spectre, Avengers: Age of Ultron und anderen vielversprechenden Blockbustern kaum Wünsche offenlässt, hält auch einen Film bereit, der im Vorfeld wie kein anderer thematisiert und dessen Release von vielen hauptsächlich weiblichen Fans lange herbeigesehnt wurde. Die Rede ist von Fifty Shades of Grey, der Verfilmung des ersten Teils der Fifty-Shades-Trilogie, des gleichnamigen erotischen Bestseller-Romans von Erika Leonard aka E. L. James. Auf die Folter gespannte Fans, und solche die es noch werden möchten, dürfen sich freuen: Fifty Shades of Grey ist ein Neugier erweckender Erotikfilm, der ehrliche Gefühle und pure, kompromisslose Lust clever aufeinanderprallen lässt.

Ein einfacher Hausfrauen-Porno, wie sie von der Boulevard-Presse genannt wurde, ist Sam Taylor-Johnsons (Nowhere Boy) Buchadaption also bei weitem nicht. Trotz unfreiwillig komischen Szenen und ein paar krummen Dialogen, die sich teilweise wirklich wie die eines Pornos anhören, weckt das stark in Szene gesetzte und den Umständen entsprechend erstaunlich sinnlich gefilmte Lustspiel dennoch problemlos die Aufmerksamkeit seiner Zuschauer. Dies liegt zum einen am gut aufspielenden Hauptdarstellerduo. Dakota Johnson und Jamie Dornan, ob sie sich jetzt nun abseits der Kamera ausstehen können oder nicht, geben ein in vielen Hinsichten attraktives "Leinwandpaar" ab. Die etwas zu brav, aber dafür sehr stimmig und schön arrangiert gefilmten Sexszenen treiben den Puls immer wieder nach oben, und die sonderbare, ja beinahe schon mysteriöse Chemie, die die beiden umgibt, fesselt das Publikum ungemein.

Natürlich gehört zu ausgefallenen Sexpraktiken auch der passende, prickelnde Soundtrack. Danny Elfmans temperamentvoller Score und zügellose Pop-Songs, unter anderem von Beyoncé, sorgen für die perfekte musikalische Untermalung und helfen dem auf Dauer etwas eintönigen Plot, die Spannung zu erhalten. Wirklich langweilig wird es in der Welt des Christian Grey eigentlich sowieso nie. Wenn man die zu erwartenden Drehbuchschwächen und den Sitcom-ähnlichen, schnulzigen Beginn einmal ausgeblendet hat, ist Taylor-Johnsons Fifty Shades of Grey nämlich ein reizvoller, packender Erotikfilm, in dem die Liebe letzten Endes trotz aller Dominanz eine eben doch sehr essentielle Rolle einzunehmen scheint.

Yannick Suter [yan]

Yannick arbeitet seit 2010 als Freelancer für OutNow. Sci-Fi-, Horror- und Mindfuck-Filme sind seine Favorites. Wenig anfangen kann er mit Kostümfilmen und allzu prätentiösen Arthouse-Produktionen. Wer aber etwas über äusserst verstörende Filme erfahren möchte, ist bei ihm an der richtigen Adresse.

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Kommentare Total: 19

gargamel

Das bist du schauen gegangen, pb? Why?!?

pb

Lächerliches und erst noch miserabel gespieltes möchte-gern SM-Filmchen, das höchstens ein "jöööö" herauskitzelt. Himmel, der Hype des Jahres, der zerplatzt wie eine Seifenblase. Da ist sogar Biene Maja erotischer... ;-)

gameboy

Also mir hat der Film ziemlich gut gefallen, auch wenn ich nicht vor Begeisterung platze... Das Ende fand ich etwas enttäuschend, ich hätte gerne noch mehr gesehen 😉
Hübscher Hauptdarsteller... 😊

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