Serien-Review: Nächster Halt: Washington

Shoot anything that has more than two legs.
Shoot anything that has more than two legs. © Studio / Produzent

In einem verzweifelten Angriff haben die Menschen einen gewaltigen Sieg errungen: Sie haben einen riesigen Reaktor auf dem Mond zerstört, der alle Espheni-Technologie auf der Erde gespeist hat. Das hat den Invasoren einen empfindlichen Schlag verpasst. Ihre Linien sind zusammengebrochen und die Menschen haben zum ersten Mal seit Langem eine riesige Chance, die feindlichen Gegner ein für allemal zu zerstören. Doch die Second Massachusetts hat ein grosses Problem: Ihre Munition und Vorräte werden knapp, und die Skitters sind ohne ihre Overlords zu kopflosen Killern degeneriert, welche alles und jeden überrennen wollen.

We eat bugs tonight.
We eat bugs tonight. © Studio / Produzent

Während die Second Mass den letzten Vorräten nachrennt, mobilisieren sich die Menschen auf globalem Level, um mit Hilfe der Volm die Invasoren ein für allemal zu besiegen. Doch die Espheni haben immer noch Trümpfe im Ärmel: Sie haben um ganz Washington DC einen eisernen Vorhang gelegt, so dass niemand eine Ahnung hat, was sie dort planen. Noch während die Second Mass ihre ersten Siege erkämpft, rinnt ihnen die Zeit durch die Finger, denn die feindlichen Truppen könnten sie jederzeit überrennen. Der letzte grosse Showdown hat begonnen.

Falling Skies bietet in der letzten Staffel kaum Überraschungen. Nach kurzer Orientierungsphase und einem intensiven Auftakt steuert man zwar zielgerichtet auf den letzten grossen Angriff zu, doch anstatt darauf zu fokussieren, arbeitet man in den Episoden die gleiche Handlungspalette ab, die man in der Serie schon viele Male gesehen hat: Wie oft musste Tom nun schon einem seiner Kinder nachrennen? Unter dem Strich findet die Serie einen soliden Abschluss, alles ist gesagt, und die Geschichten sind abgeschlossen - wirklich euphorisch wird man nach dieser Pflichtübung jedoch kaum.

Die fünfte und letzte Staffel hat erneut zehn Episoden, und man merkt von Anfang an, dass diesmal eine Dringlichkeit dahintersteckt. Denn die Handlung setzt bündig an die letzte Staffel an und marschiert ohne viel zusätzliche Exkurse auf das Finale zu.

Wie in den vergangenen Staffeln merkt man Falling Skies jedoch das kleine Budget an: Die Special Effects sind mässig und die Sets sehr minim gehalten. Das nimmt der Serie jedes globale Feeling. Wenigstens sieht man auf dem Monitor von Cochise etwas vom Rest der Welt und was da so geschieht, doch das ist lange nicht genug, um dem Zuschauer das Gefühl eines epischen Schlusskampfes zu vermitteln. Ähnlich verpasste Chancen sind auch die Survival-Aspekte der Serie: Während die Protagonisten zwar der Nahrung nachrennen, ballern sie sich ganz in Starship Troopers-Manier durch tausende Käfer, ohne auch nur eine Sekunde an Munition zu denken. Dies in Kombination mit vielen Hauruck-Taktiken und impulsivem Handeln ohne viel Planung oder Erklärung nimmt der Serie ebenfalls vieles an Glaubwürdigkeit und macht sie mehr zu einer Pflichtübung anstatt zur Kür.

Bei den Figuren merkt man, dass diese etabliert sind: Es gibt nichts mehr zu erkunden, man muss sie lediglich an den entscheidenden Stellen einsetzen und ihren Handlungsbogen abschliessen. Die meisten bleiben deshalb auch in den etablierten Rollen stecken und bleiben entweder der impulsive Diktator, der abgehalfterte Krieger oder der undurchschaubare Wechselbalg. Die Mason-Kinder hingegen - welche bislang mit ihren Dramen die Episoden dominierten - beschäftigen sich in dieser Staffel meistens mit ein paar Soap-Problemen und sind lange nicht mehr so dominant wie bisher.

Handlungstechnisch folgt Season 5 dem gleichen Muster der Rest der Serie: ein intensiver Auftakt, darauf werden zwei Episoden mit Mason-Problemen verschwendet, es folgen zwei Episoden für ein überflüssiges Militärgericht, und schliesslich müssen die Macher - wie gewohnt - das Ende des grossen Handlungsbogens in zwei Episoden pressen. Das ist schade für eine finale Staffel. Anstatt so viel Zeit im Leerlauf zu verbringen und die Episoden an Füllhandlungen zu verschwenden, wäre es wohl die bessere Idee gewesen, mehr Hintergrundinformationen hineinzupacken und danach den grossen finalen Angriff mit Auflösung zu bieten.

/ db