Defiance - Season 3 (2015)

Defiance - Season 3 (2015 / Serie)

Serien-Review: Die Gallier sind wieder alleine gegen den Rest der Welt.

Verdammt, schau mal...
Verdammt, schau mal... © Studio / Produzent

Sieben Monate sind seit der grossen Katastrophe vergangen, die New York geplättet und die ohnehin bereits fragile Weltordnung wieder komplett ins Chaos gestürzt hat. Davon ist auch Defiance nicht verschont geblieben, denn durch den gnadenlosen Angriff durch das Schiff im Orbit ist auch die Mine versiegelt worden, welche bis dahin eine enorm wichtige Einnahmequelle war. Dies war letztendlich auch der Grund, weshalb sich nicht nur die Earth-Republic-Soldaten aus der Stadt zurückgezogen haben, sondern auch alle, welche es sich leisten konnten, die Stadt zu verlassen. Zurück blieb eine halbe Geisterstadt voller verlorener Seelen.

... der ist hässlich.
... der ist hässlich. © Studio / Produzent

Währenddessen haben Nolan und Irisa die Monate in einer Rettungskapsel eines Raumschiffs überlebt und wurden schliesslich von einer neuen Rasse genannt Omec gefunden und in die kalte Winterlandschaft ausgesetzt. Halb verfroren kommen sie in Defiance an, wo die Situation dramatisch ist: Nicht nur ist mit den Omec eine neue Rasse auf der Erde angekommen, welche einst die Votans versklavt hatte; das Votans Collective hat sich unter der Führung von General Tahk aufgemacht, um den Schandfleck Defiance von der Karte zu tilgen. Wird es Defiance gelingen, neben all den dramatischen Ereignissen genügend Ressourcen zu sammeln, um die Stadt zu verteidigen?

Nach der Identitätskrise in der zweiten Staffel hat sich Defiance wieder gefunden und ist dank stärkerer Serialisierung auch sehr kurzweilig und spannend. Der Fokus bleibt auf den Charakteren, wobei jeder zum Teil dramatische bis tödliche Entwicklungen durchmacht. Selbst wenn das Finale eher mässig ausfällt, bleibt es eine sehr sehenswerte Staffel, denn man findet zur alten Stärke zurück und bietet auch eine sehr intensive Reise für alle Beteiligten. Leider wird diese Reise nicht weitergehen, denn die Serie wurde gecancelt und wird so keinen richtigen Abschluss erhalten. Äusserst schade, denn die sehr gelungene Mischung aus verschiedenen Rassen, starken Charakteren und einer interessanten Welt hätte noch sehr viel zu bieten gehabt.

Die zweite Staffel hatte offensichtliche Probleme, bei der die Serie nicht wirklich wusste, wohin sie gehen wollte oder was die Kernaussage sein sollte. Dies haben die Verantwortlichen anscheinend erkannt und haben so in den sieben Monaten, welche zwischen den Staffeln 2 und 3 vergangen waren, vieles wieder über Bord geworfen. Defiance ist wieder unter sich, das Militär ist verschwunden, und das Dorf ist sozusagen wieder voll von Galliern gegen den Rest der Welt - und genau so muss es auch sein. Zusätzlich wurde auch noch eine neue Rasse in den Mix eingeführt, welche früher alle bisher bekannten Alien-Rassen versklavt hatte, und dies gibt Staffel 3 zusammen mit dem Mangel an Ressourcen eine recht düstere und verzweifelte Ausgangslage.

Von der Handlung her hat sich Defiance eher von den Einzelepisoden abgewandt und kommt deutlich serieller daher. Dabei wird anstatt vieler einzelner Geschichten primär ein grosser Handlungsbogen erzählt, was der Staffel auch einen grösseren Spannungsbogen ermöglicht. Zusätzlich wird inzwischen deutlich, wie stark die einzelnen Charaktere von den Ereignissen gezeichnet sind. Nolan wird immer mehr zum gebrochenen General und Irisa ist von den Ereignissen in Staffel 2 derart erschüttert, dass die bislang wilde Amazone zur gebrochenen Frau geworden ist, die unter der Last ihrer Schuld und dem Trauma beinahe zerbricht. Dies beeinflusst auch die Beziehung zu Nolan, welcher zwar noch immer versucht sie zu schützen, doch es ist einen Bruch zwischen ihnen entstanden, welcher immer grösser wird.

Doch nicht nur Irisa und Nolan haben ihre Probleme; jeder, der noch in Defiance geblieben ist, hat mit einem persönlichen Dilemma zu kämpfen. Die Bürgermeisterin versucht verzweifelt, die Stadt gegen mögliche Angreifer hochzurüsten - Datak Tarr ist in die Fänge des Votans Collective geraten und wird von ihnen erpresst, während die unberechenbaren Omec die Machtgefüge in Defiance kräftig auf den Kopf stellen. Dies gibt dem Überlebenskampf eine sehr persönliche Note, was die Serie - auch wegen den vielen überraschenden Toten - äusserst unberechenbar und brutal macht. Allerdings bleibt durch die stärkere Serialisierung die Rahmenhandlung eher dünn, doch da jeder Charakter über die Laufzeit seine persönliche Reise zurücklegt und - auch wegen den Flashbacks in deren Vergangenheit - überraschende Entwicklungen durchleben, ist das eher sekundär.

Leider sackt die Staffel im letzten Drittel komplett zusammen und aus dem Nichts muss nochmals eine neue Gefahr für das Staffelfinale aufgebaut werden. Leider wirkt das Ganze dadurch arg konstruiert und will nicht wirklich funktionieren. Klar bieten sie dabei die bislang besten Special Effects, doch irgendwie wollen die letzten Episoden nicht wirklich zum Rest passen. Der Gegner ist zu gesucht und als Staffelfinale fährt es die Story mehr gegen eine Wand als dass es neue Türen öffnet.

/ db