Danny Collins (2015)

Danny Collins (2015)

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Filmkritik: A Working Class Hero is something to be

Alles Gute!
Alles Gute! © Studio / Produzent

Danny Collins (Al Pacino) ist ein alternder Rockstar, der auf der Bühne immer noch seine Hits trällert, die (inzwischen ebenfalls in die Jahre gekommenen) Fans damit begeistert, aber eigentlich keinen Bock mehr auf sowas hat. Zwar sind die Partys, die Drogen und das Geld immer gern gesehen und genossen, aber trotzdem will Danny nun kürzer treten. Als ihm sein Manager Frank (Christopher Plummer) einen Brief übergibt, den John Lennon Danny damals direkt geschrieben hatte (der aber nie sein Ziel fand), beginnt Collins sein Leben zu überdenken.

Manager mit Hut ist immer gut.
Manager mit Hut ist immer gut. © Studio / Produzent

Der erste Schritt in eine bessere Zukunft ist die Versöhnung mit seinem Sohn Tom (Bobby Cannavale), der mit seiner Frau (Jennifer Garner) und dem Töchterchen in bescheidenen Verhältnissen lebt. Doch diese Familie hat bislang gut auf den Rockstar verzichten können und sträubt sich entsprechend gegen die Annäherungen Dannys. Und auch im Hotel, in dem Danny absteigt, will sich die Managerin (Annette Bening) nicht so recht auf die Avancen des Charmeurs einlassen. Danny Collins muss nun also an verschiedenen Orten dafür sorgen, dass sein Gefühlsleben ins Reine kommt.

Danny Collins mag ein kleinerer Film sein, bringt aber eine sympathische Geschichte an den Zuschauer, die von tollen Darstellern getragen wird und eine schöne Moral bietet. Die stillen Szenen gehören dazu und man darf auch mal schmunzeln, wenn der Rockstar an seine Grenzen kommt. Schade, dass dieser Film keinen Kinostart erhalten hat. Das Publikum wäre überrascht worden.

Dass Al Pacino ein grosser Schauspieler ist, darüber sind sich wohl alle einig. Allerdings liegen die grossen Erfolge des gebürtigen New Yorkers auch schon eine Weile zurück, und die letzten Auftritte in Filmen wie Jack and Jill haben am Image gekratzt. Nun zeigt sich der Meister in einer kleinen Produktion wieder von seiner besten Seite. Unter der Regie von Dan Fogelman (er schrieb u.a. das Drehbuch zu Crazy, Stupid, Love) überzeugt Pacino in der Titelrolle des Danny Collins als alternder Rockstar mit viel Luft nach oben, was das Zwischenmenschliche angeht.

Danny Collins ist zwar nicht besonders spannend oder witzig, lässt aber einen Charme verströmen, der ihn aus der Masse abheben lässt. Im Mittelpunkt steht natürlich Al Pacino, der seiner Figur Tiefe und Sympathie verleiht, während er die kleinen Momente und Begegnungen in seiner eigenen ehrlichen Art meistert. Unterstützt wird er durch ein starkes Ensemble, aus dem Bobby Cannavale (Boardwalk Empire) und Annette Bening (The Kids are all right) herausstechen. Dazu macht Christopher Plummer als Manager eine angenehme Falle und auch Jennifer Garner zeigt, obwohl nicht besonders oft im Bild, eine solide Vorstellung.

Die Story, angelehnt übrigens an den realen englischen Sänger Steve Tilston, macht ohne grosse Umschweife Boden gut und bringt unseren Protagonisten immer wieder in Situationen, in denen er zeigen kann, dass trotz Weltruhm und Fanbasis die Menschlichkeit nicht fehlen darf. Al Pacino sorgt dafür, dass die Figur mit zunehmender Filmdauer sympathischer und herzlicher wird.

/ muri

Trailer Englisch, 02:39