The D Train (2015)

The D Train (2015)

  1. 97 Minuten

Filmkritik: Jack Black's black back

Jack Black, der Loser
Jack Black, der Loser © Sony Pictures Home Entertainment

Ein Wiedersehen der Highschool-Freunde (und -Feinde) ist eine tolle Sache, zumindest, wenn man damals zu den beliebten Schülern gehörte. Dan Landsman (Jack Black) hingegen musste stets untendurch und war ein Aussenseiter, welcher kaum beachtet und wahrgenommen wurde. Zwei Jahrzehnte später ist er mit einer ehemaligen Schulfreundin Stacey (Kathryn Hahn) verheiratet und hat mit ihr zwei Kinder. Er agiert als Vorstandsmitglied in dem Highschool-Reunion-Komittee und hat es sich zum Ziel gesetzt, seine früher erlittene Schmach vergessen zu machen.

Wer ist jetzt der Coolste?
Wer ist jetzt der Coolste? © Sony Pictures Home Entertainment

Die Anerkennung erhofft er sich, indem er den damals beliebtesten Schüler, Oliver Lawless (James Marsden), dazu bewegt, am Klassentreffen teilzunehmen. Dieser lebt in L.A. und ist gerade mit einem nationalen Werbeclip durchgestartet. So inszeniert Dan einen Business-Trip, in welchem er nicht nur das Vertrauen seines Chefs und Freundes Bill (Jeffrey Tambor) missbraucht, sondern der total aus dem Ruder läuft und in einem Alkohol-, sowie Drogenexzess gipfelt. Doch dann erklärt sich Oliver bereit, am Klassentreffen teilzunehmen.

Jack Black und seine Komödien: Das kann gut-, aber eben auch gründlich in die Hose gehen. The D Train läuft leider nicht wirklich unter gut. Zu stumpfsinnig und flach ist der Humor, zu unausgereift agieren die Charaktere und sind diese gezeichnet. Es entsteht während der gesamten Filmdauer nie wirklich eine Verbindung oder eine Annäherung zwischen den Charakteren und dem Betrachter. Dieser bleibt distanziert zurück, denn die Charaktere besitzen schlicht zu wenig Tiefe, um sympathisch oder interessant zu wirken.

Jack Black ist eine Wundertüte, man weiss nie ganz genau, was man zu sehen bekommt. Dies reicht von abgedreht witzig (School of Rock), mittelmässig erträglich (Gulliver's Travels) bis hin zu schwachsinnig (Year One). Viele ernste Rollen hat er noch nicht gespielt, meistens hält er sich im Blödelkömödien-Genre auf. Auch mit The D Train wird sich dies nicht ändern.

Schon die Storyline ist eher dünn angelegt, wird doch während der knapp 100 Minuten Laufzeit das Augenmerk beinahe nur auf die Highschool-Reunion geworfen. Die innerfamiliären Probleme und Situationen bei Dan zu Hause werden hingegen nur angesprochen oder überhaupt nicht gezeigt. Alles dreht sich für ihn darum, die nie vorhandene Anerkennung durch seine ehemaligen Mitschülerinnen und -schüler zu erhalten, koste es was es wolle. So muss nicht nur die Familie inklusive Sohnemann - welcher sich mit pubertären Problemen herumschlägt, was Dan nicht einmal zu bemerken scheint -, sondern auch der Boss über die Klippe springen, damit Dan sein Ziel erreicht.

Gut, möglicherweise war es nie das Ziel, mit dem Werk Tiefgang zu erreichen, sondern einfach erfrischende Unterhaltung zu bieten mit legèren Akteuren und nicht allzu hohem Niveau. Das wäre ja auch in Ordnung, wäre dieses Niveau nicht dermassen tief und wären die Hauptcharaktere dermassen dämlich und stereotyp, dass es den Betrachter beim Zusehen beinahe in den Augen schmerzt. Wie weit Dan wirklich bereit ist, zu gehen, um Oliver an dieses Treffen zu bekommen, ist erschreckend. Manchmal möchte man doch lieber einfach wegschauen, denn der Fremdschämfaktor ist hoch.

Die Regisseurs-Beinahe-Neulinge Jarrad Paul, ansonsten eher tätig als Akteur und Autor für TV-Serien, und Andrew Mogel, ebenfalls Autor für die TV-Serien Allen Gregory und The Grinder, haben noch viel Luft nach oben, was Langfilme angeht. Technisch gesehen ist The D Train absolut nicht erwähnenswert, weder kameratechnisch noch von den Aufnahmen her ist er in irgendeiner Form speziell, die Schnitte sind dort, wo sie zu erwarten sind, kurze Einblendungen, welche Dans Vorstellung und Phantasien darstellen, sind das höchste der Gefühle.

Auch schauspielerisch vermag das Werk nicht wirklich zu überzeugen, zu überzeichnet und surreal sind die Charaktere, zu wenig blickt man in ihr Inneres, was auch gegen aussen sichtbar bleibt. Jack Black und James Marsdens immer gleichbleibende Gesichtsausdrücke mögen den Betrachter anfangs noch zum Lachen bringen, irgendwann hat man's aber auch einfach gesehen.

Yannick Bracher [yab]

Yannick ist Freelancer bei OutNow seit Sommer 2015. Er mag (Indie-)Dramen mit Sozialkritik und packende Thriller. Seine Leidenschaft sind Filmfestivals und die grosse Leinwand. Er hantiert phasenweise noch mit einem Super-8-Projektor und lernt die alten Filmklassiker kennen und schätzen.

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Trailer Englisch, 02:26