Bella e perduta (2015)

Bella e perduta (2015)

  1. 86 Minuten

Filmkritik: The POV of a COW

68° Festival del film Locarno 2015
Die schönsten Pausen sind nera.
Die schönsten Pausen sind nera.

Im Kampanien von heute wird das Büffelkalb Sarchiapone (mit der Stimme von Elio Germano) vom umsorgenden Tommaso (Tommaso Cestrone) zwar vor dem Schlachthof gerettet. Als der nette Bauer, der sich auch um ein verlassenes Schloss der neapolitanischen Bourbonen kümmert, selber das Zeitliche segnet, muss aber ein neuer Beschützer her. Aus dem Innern des Vesuvs wird Pulcinella (Sergio Vitolo) auf die Erde geschickt, um sich des Tieres anzunehmen. Als er Sarchiapone findet, führt er es durch die Terra dei Fuochi in den Norden und trifft dort auf einen weiteren Bauern namens Gesuino (Gesuino Pittalis).

Bella e perduta - schön aber verloren - findet der 40-Jährige Regissur Pietro Marcello die Region um Neapel. Seine einfach gestrickte Geschichte erzählt mit typisch kampanischen Mitteln (die Clownfigur Pulcinella, Büffelmilch für den weltbekannten Mozzarella und den Bauten des bourbonischen Adelsgeschlechts) von der langsam erodierenden Erdverbundenheit einer Region. Zwar demonstrieren auch dort Menschen auf der Strasse. Die Fabel als Anklage für mehr Selbstverantwortung und besseren Umgang mit der Natur könnte aber nicht besser erzählt werden, als von einem Direktbetroffenen. Alles andere wäre Büffelkot.

/ rm