Ant-Man (2015)

Ant-Man (2015)

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  2. 117 Minuten

Filmkritik: ...und es kommt doch auf die Grösse an.

Mini-John McClane
Mini-John McClane © Marvel Studios. All Rights Reserved.

Der Wissenschaftler Dr. Henry Pym (Michael Douglas) entwickelte ein Serum, das Menschen auf winzige Körpergrösse schrumpfen lässt und die eigenen Kräfte um ein Vielfaches steigert. Als er die Substanz an sich selbst testete, war er dermassen überwältigt und gleichzeitig verängstigt von seinen Fähigkeiten, dass er seine Erfindung für sich behielt. Interessenten wie Howard Stark (John Slattery), Peggy Carter (Hayley Atwell) oder Mitchell Carson (Martin Donovan) konnten jahrelang in Schach gehalten werden. Erst Jahrzehnte später, als Pyms Nachfolger Darren Cross (Corey Stoll) dessen Schrumpf-Serum kopiert, müssen sich der pensionierte Wissenschaftler und seine Tochter Hope (Evangeline Lilly) der Bedrohung stellen.

Wo ist mein Batman-Kostüm?
Wo ist mein Batman-Kostüm? © Marvel Studios. All Rights Reserved.

Für Scott Lang (Paul Rudd) geht das Leben gerade wieder los. Der Trickbetrüger und Meisterdieb kommt gerade aus dem Gefängnis und versucht, neu Fuss zu fassen. Doch weder im Job noch bei seiner Familie scheint er Erfolg zu haben. Sofort gerät er wieder auf die schiefe Bahn und plant mit seinen Diebeskollegen den nächsten Einbruch - einen Einbruch, der sein Leben verändert. Denn im Tresor des Hauses findet Scott nicht etwa Geld, sondern den sagenumwobenen Ant-Man-Anzug.

Es musste ja so kommen. Der erste Leinwandauftritt von Ant-Man ist zwar kein völliger Reinfall, wirklich frischen Wind bringt der kleinste aller Superhelden aber nicht mit sich. Dies liegt vor allem an der zu langen und immer gleich vorgetragenen Origin-Story, dem nicht besonders interessanten Hauptcharakter und der zu spärlich eingesetzten Action. Richtig unterhaltsam ist Peyton Reeds Superhero-Heist-Movie nämlich vor allem aus der Perspektive des Ameisenmanns, und solche Szenen gibt es bis zum gelungenen Finale eindeutig zu wenig.

Die Marvel Studios sind im Dauerstress. Nach dem erneuten Erfolg der Avengers folgt gleich der nächste Streich. Nach unzähligen Sequels von bereits bekannten Gesichtern ist es eine Freude, dass mit Ant-Man endlich ein neuer Superheld ins Avengers-Universum integriert wird. In Ant-Man von Peyton Reed (Bring It On), der den anfänglich für den Regieposten vorgesehenen Edgar Wright ersetzte, steht nicht etwa der erste Ant-Man Henry Pym im Vordergrund, sondern die Origin-Story seines Nachfolgers, dem Dieb Scott Lang. Eine Origin-Story, die sich viel Zeit nimmt und dem Blockbusterfeeling vor allem in der ersten Hälfte kaum eine Chance gibt. Doch auch sonst ist der erste Sololauf des Ameisenmanns eine eher dürftige Angelegenheit.

Die Gründe für die leise Enttäuschung sind schnell ersichtlich: Auch wenn man sich laut Drehbuchautoren am Humor der Iron Man-Reihe orientierte, ist Scott Lang noch lange kein so charismatischer Kerl wie Tony Stark. Da kann auch Paul Rudd trotz ausdrucksstarker Performance nicht viel daran ändern. Die beinahe schon erzwungen wirkenden Humoreinlagen sind ein weiteres Indiz dafür, dass auch den Autoren bewusst war, wie uninteressant ihre Hauptfigur eigentlich ist. Deshalb ist es um so erstaunlicher, dass sich die immer gleiche, allmählich einschläfernde Superhelden-Entstehungsgeschichte in Form eines Heist-Movies bis über die Hälfte des Filmes zieht und der eigentliche Held erst sehr spät ins Geschehen eingreifen kann. Bis zur turbulenten und actiongeladenen Schlusshalbstunde versprüht Ant-Man darum auch kaum Marvel-Zauber. Sogar ein Auftritt eines Avengers vermag nicht die erhofften Freudensprünge hervorzurufen.

Wenn Scott aber einmal in seinen Anzug geschlüpft ist, darf doch noch ein bisschen gefeiert werden. Die Welt aus der Sicht der Ameise ist zwar kein Neuland, aber dank noblem Budget sind es genau diese Szenen, die Eindruck machen. Zusammen mit seinem Mentor Dr. Henry Pym, effizient gespielt von Michael Douglas und einer ganzen Ameisen-Armee, ist Scott Lang alias Ant-Man kaum zu bändigen. Der erste Film über den wohl kleinsten Superhelden aller Zeiten hat definitiv seine Momente, doch in Anbetracht des verfügbaren Potenzials hätte man sich doch noch einiges mehr an Schrumpf-Spektakel gewünscht.

Yannick Suter [yan]

Yannick arbeitet seit 2010 als Freelancer für OutNow. Sci-Fi-, Horror- und Mindfuck-Filme sind seine Favorites. Wenig anfangen kann er mit Kostümfilmen und allzu prätentiösen Arthouse-Produktionen. Wer aber etwas über äusserst verstörende Filme erfahren möchte, ist bei ihm an der richtigen Adresse.

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Kommentare Total: 11

Ghost_Dog

Witzige und im zweiten teil rasante sache. Hat mir gut gefallen, der antman hat potenzial!

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Ant-Man war ganz in Ordnung. Braucht meiner Meinung nach zu lange bis er richtig in die Gänge kommt. Die letzten 30min waren jedenfalls sehr köstlich. Paul Rudd sowie Michi Douglas meistern ihre Aufgabe grundsolide. Da hat mich der stereotypische Bösewicht sowie Pena mit seiner Gruppe mehr genervt.

3.5

muri

Gut, lustig, aber sichtlich eine Nummer kleiner als die Kollegen. Dafür ist der Witz häufiger, die Anspielungen (Zweikampf mit dem Avenger - "Der Cap darf das nie erfahren") gut und die Effekte interessant.

Leider fehlt dem FIlm ein ernst zu nehmender Bösewicht, der den Protagonisten richtig fordert und nicht nur in der Anzug-Kopie rumballert.

Sympathisch dafür ist Paul Rudd und Michael Douglas hat mir im finalen Film besser gefallen, als er im Trailer dargestellt wurde.

Trotzdem - gefällt absolut! Freu mich auf den nächsten Auftritt.

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