Yves Saint Laurent (2014)

Yves Saint Laurent (2014)

Oder: Ausser Mode

"Hör sofort auf am Daumen zu nuckeln!"

"Hör sofort auf am Daumen zu nuckeln!"

Aufgrund seines 50-jährigen Schaffens gehört Yves Saint Laurent (Pierre Niney) zu den bekanntesten Modeschöpfern aller Zeiten. Seine Kollektionen und Skizzen kann man in Frankreich sogar in Museen betrachten. Mit gerade mal 21 Jahren startete er so richtig durch - zu einem Zeitpunkt, als er schon die rechte Hand des legendären Christian Dior war. Als sein Mentor stirbt, wird Yves zum künstlerischen Leiter des Modehauses ernannt. Doch als die französische Armee aufgrund der Unruhen in Algerien auch Yves einziehen möchte, erleidet der drahigte junge Mann einen Zusammenbruch. In dieser für ihn schwierigen Zeit, in welcher auch die Entscheidungsträger bei Dior Yves entlassen, hält nur sein Freund und Lebensgefährte Pierre Bergé (Guillaume Gallienne) zu ihm

"In der Tat."

"In der Tat."

Bergé ist es dann auch, welchem die Idee zu einem eigenen Modelabel kommt. Yves hätte dann alle Freiheiten der Welt und könnte sich somit kreativ voll entfalten. Das ist die Geburtsstunde des Labels Yves Saint Laurent. Doch über die Jahre steigt Yves der Erfolg immer mehr zu Kopf, und er droht sich damit selbst zu zerstören. Wird es Pierre gelingen, seinen Partner zur Vernunft zu bringen?


Film-Rating

In letzter Zeit scheinen Filme über französische Modedesigner - ähm - in Mode zu sein. Darling Audrey Toutou gab Coco Chanel, und auch Yves Saint Laurent wurde in einem Dokumentarfilm gehuldigt. Nun kommt die Spielfilmversion letzterer Geschichte, für den die beiden in Frankreich sehr bekannten Theaterschauspieler Pierre Niney und Guillaume Gallienne zusammengespannt haben. Das unter der Regie von Jalil Lespert enstandene Biopic ist jedoch qualitativ meilenweit von dem Dokumentarfilm über den genialen Modeschöpfer entfernt.

Der Film beginnt auch schon völlig konfus. Wir sehen Saint Laurent abwechselnd am Zeichnen, mit seiner Familie und bei seiner Tätigkeit für Dior. Nach diesen ersten zehn Minuten übernimmt Pierre Bergé (Guillaume Gallienne) plötzlich den Part des Erzählers und nimmt uns so an der Hand, nur um diese dann nach kürzester Zeit wieder loszulassen. Ab und an ist die Stimme noch auf dem Off zu hören, doch viel zu wenig, als dass sie einen roten Faden für den Zuschauer bilden könnte. Das Fehlen einer klaren Linie macht die sprunghafte Erzählung anstrengend und in Kombinationen mit den dunklen Sepiabildern ermüdend.

Yves Saint Laurent war, wie wir schon in der Doku erfahren haben, ein eher schüchterner Zeitgenosse, welcher seine Worte lieber zurückhielt, als sie auszusprechen. So lernen wir dann auch wenig über ihn, sodass wir in diesem Film keinen Zugang zu ihm finden. Ein Zwist mit seiner Mutter wird angesprochen und dann gleich wieder unter den Teppich gekehrt. Genauso die unterentwickelte Menage-à-trois mit Bergé und einem der Mannequins. Bei einem solch maulfaulen Protagonisten wäre doch genau die Rolle des Erzählers enorm wichtig gewesen. Doch wie schon oben beschrieben, passiert dies zu selten. So ist der Film letzten Endes auch so emotionslos wie die Modeschauen, von denen der Film drei sehr in die Länge gezogen hat.

Fazit: Yves Saint Laurent ist ein seelenloses Biopic, welches es nicht schafft, die porträtierte Person näherzubringen. Dies hat unter anderem mit dem verschlossenem Künstler selbst zu tun, aber auch damit, dass es der Film versäumt hat, dies mit der richtigen Postionierung eines Erzählers auszugleichen. So springt der Film im Leben des Modeschöpfers umher, macht dabei von vielem ein bisschen, aber nichts davon richtig. Solche oberflächliche Biopics sollten besser ausser Mode kommen.


OutNow.CH:

Bewertung: 2.0

 

27.03.2013 / crs

Community:

Bewertung: 2.9 (6 Bewertungen)

 

 

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