The Water Diviner (2014)

The Water Diviner (2014)

Das Versprechen eines Lebens
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  3. 111 Minuten

Filmkritik: Bitte melde dich

"Hilfe, helft mir raus!"
"Hilfe, helft mir raus!"

Es ist Jahre her, seit die Söhne des Farmers Joshua Connor (Russell Crowe) aufgebrochen sind, um im Ersten Weltkrieg zu kämpfen. So schlugen sie auch die Schlacht von Gallipoli, wo über 100'000 Soldaten fielen. Ein Jahr nach dem Ende des Krieges sind Arthur (Ryan Corr), Edward (James Fraser) und Henry (Ben O'Toole) immer noch nicht nach Zuhause zurückkehrt und nach aller Wahrscheinlichkeit tot. Für Joshuas Frau Eliza (Jacqueline McKenzie) sitzt der Schmerz dermassen tief, dass sie 1919 Selbstmord begeht.

Vermisst
Vermisst

An ihrem Grab schwört Joshua, dass er die Söhne nach Hause bringen will und sie neben der Mutter begraben möchte. So macht sich Joshua in die Türkei auf, um seine Söhne zu suchen, um endlich Gewissheit zu haben. In Istanbul angekommen, sieht sich Joshua mit sehr viel Widerstand konfrontiert. Doch Joshua gibt nicht so schnell auf und findet in der Hotelbesitzerin Ayshe (Olga Kurylenko) eine Verbündete und vielleicht auch mehr.

Das Regiedebüt von Russell Crowe (Gladiator) will viel über die Wunden des Krieges und Vergebung erzählen, was dem Film zu Teil auch gelingt. Leider setzten Crowe und seine Drehbuchautoren Andrew Knight und Andrew Anastasios eine seichte Lovestory mitten in das eigentliche feinfühlige Drama. Dies ist besonders deswegen ein Ärgernis, weil die schmerzhafte Suche nach den drei Söhnen durchaus zu Tränen rührt. Eine verpasste Chance für ein aufwühlendes Epos.

Jetzt wollte es also auch Russell Crowe wissen, wie es so ist, als Schauspieler mal hinter die Kamera zu treten. Sein Regiedebüt The Water Diviner bietet grosses Drama und tolle Bilder, aber leider auch eine Lovestory, die den Film immer wieder runterreisst.

Auch wenn Crowe Schlachtszenen in seine Erzählung einstreut, zeigt The Water Diviner vor allem, welch tiefe Wunden ein Krieg nachträglich hinterlassen kann - selbst bei denjenigen, die nicht zu den Waffen gegriffen haben. Der Film gibt sich dabei wunderbar unparteiisch und zeigt, dass es auf beiden Seiten schmerzvolle Verluste gab. Der Fokus ist aber eindeutig auf Crowes Familenvater gelegt, dessen Suche auch aufgrund einer immer wieder vorgetragenen Gutenachtgeschichte zu Tränen rührt. Hier ist die Feinfühligkeit vorhanden, die dann bei einer Nebenhandlung leider fehlt.

Die Rede ist von der Lovestory mit Olga Kurylenko, die nicht so richtig in den Film passen will. Viel zu einfach und platt kommt diese daher und bremst den Film immer wieder aus. Dabei wäre in dieser Story, die Themen wie Vergebung, Versöhnung und Schmerz anspricht, durchaus genügend Stoff vorhanden gewesen. So kommt einiges zu kurz, das nicht hätte zu kurz kommen dürfen. Einen Ohne-Olga-Cut wäre in naher Zukuft begrüssenswert, da der Film mit ihr überladen wirkt.

Gegen Ende hin wird The Water Diviner dann noch zum Abenteuerfilm inklusive Schiesserei um einen Zug, die von Kameramann Andrew Leslie wunderbar eingefangen worden ist. Für Leslie war es seine letzte Arbeit. Der oscargekrönte Australier, welcher unter anderem auch für die Bilder in Lord of the Rings und The Hobbit zuständig war, verstarb Ende April. Sein Können gibt es hier nochmals zu bestaunen in einem leider am Ende doch eher mässigen Film.

/ crs