Walk of Shame (2014)

Walk of Shame (2014)

Mädelsabend - Nüchtern zu schüchtern!
  1. 95 Minuten

Filmkritik: B*tch from the News

Vorher.
Vorher. © Ascot Elite

Fast hätte es Meghan Miles (Elizabeth Banks) geschafft: Die beim lokalen Sender KZLA6 angestellte Nachrichtensprecherin hat die Chance erhalten, sich als Anchor für einen renommierten nationalen Sender zu bewerben. In letzter Minute erhält jedoch ihre Konkurrentin den heissbegehrten Job. Als zugleich noch Meghans Freund mit ihr Schluss macht, ist die kecke Blondine am Boden zerstört. Da hilft nur eins: ein feuchtfröhlicher Mädelsabend, bei dem sie mit ihren Freundinnen in einer Bar in Los Angeles ordentlich einen drauf macht. Dabei trifft sie den Bartender/Schriftsteller Gordon (James Marsden), mit dem sie einen One-Night-Stand hat.

Nachher.
Nachher. © Ascot Elite

Doch der Alkohol will der designierten Nachrichtensprecherin nichts Gutes gönnen: Als sich Meghan aus dem Staub machen will, wird ihr Auto abgeschleppt und auf ihrer Combox ereilt sie die Nachricht, dass sie urplötzlich doch noch im Rennen für den neuen Job ist. Schon in wenigen Stunden soll sie beim Sender vorsprechen. Ohne Bargeld und alles andere als mobil kämpft sich Meghan frühmorgens durch den Grossstadtdschungel von Los Angeles und muss sich dabei mit allerlei Gesindel herumschlagen. Wird sie es schaffen, rechtzeitig zum Vorsprechen zu kommen?

Für einen amüsanten Mädelsabend reicht Walk of Shame, auch wenn die harmlose Komödie zuviel von bereits Gesehenem abkupfert und teilweise etwas infantil daherkommt. Der Eyecatcher ist und bleibt zweifellos Elizabeth Banks, die nicht nur durch ihr knallgelbes Kleid für Aufsehen sorgt, sondern mit scharfer Zunge für die meisten Lacher zuständig ist.

Wenn Charaktere wilde Partys feiern, sich masslos betrinken und dabei haarsträubende Abenteuer erleben, scheint sich das moderne Kinopublikum toll zu unterhalten. Neben Hangover und Bridesmaids profitiert nun auch Walk of Shame vom Spassfaktor Alkohol und bietet einer aufgebretzelten Elizabeth Banks zugleich die Chance, ihren Sex-Appeal zu verteidigen. Regisseur Steven Brill (Movie 43), der in seinen Komödien gerne auch mal vor die Linse hüpft und bereits Preise in der Kategorie "Worst..." vorzuweisen hat, tut sich aber schwer, sein neustes Werk vom Einheitsbrei zu differenzieren.

Und so kommt's, wie es kommen muss: Walk of Shame bietet nicht viel Neues; ähnliche Storys mit den üblichen Charaktern haben wir schon tonnenweise zu Gesicht bekommen. Damit die Komödie aber zur Abwechslung mal für einen netten Mädelsabend verwendet werden kann, verzichtet Brill auf den klassischen Ron-Burgundy-Chauvinist und setzt auf weibliche Emanzipation. Und siehe da, mit Elizabeth Banks in der Hauptrolle als Anchorgirl erhält die Komödie tatsächlich ein wenig Fleisch am Knochen. Obwohl ihr Charakter jenseits jeglichen Verstands agiert, funktioniert sie sozusagen als Alleinunterhalterin. Mehr lässt das dünne Drehbuch nicht zu, denn James Marsden oder weitere Nebenrollen sind einfach nur Mittel zum Zweck.

Über zahlreiche Logikfehler und teilweise fragwürdige Wendungen darf man sich als moderner Kinogänger aber keinen Kopf machen. Solange die Lacher alle paar Minuten einsetzen und die Klischees nicht allzu plump daherkommen, überlebt man Walk of Shame ohne grosse Zwischenfälle. Ob Brill damit einmal mehr eine Nomination in der Kategorie "Worst..." erhalten wird, sei dahingestellt. Schliesslich lernt unsere Heldin nach ihrem wilden Abenteuer dann doch noch etwas fürs Leben dazu, damit der Film nicht ganz ohne Message endet.

Christian Wolf [woc]

Christian arbeitet seit 2009 als Freelancer bei OutNow. Er mag ultradüstere Filmperlen und süffige Survival Horror Games. Animationsfilme sind ihm ein Gräuel. Christian vertritt als Einziger den smoothen Berner Dialekt im Team.

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Kommentare Total: 2

lafrecciablu

Dank Elizabeth Banks' Filmfigur und Darstellung reicht es grad für ein genügend. sonst eher harmlose-naive Komödie, die genau durch diese Tatsache im Meer von vielen amerikanischen Tiefhumor-comedies auffällt, aber leider inhaltlich nicht überzeugt. Netter Abend - mehr nicht.

woc

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