Vampire Academy (2014)

Vampire Academy (2014)

Oder: Let's make this night our bitch!

Buffy 2.0?

Buffy 2.0?

Seit Vasilisa "Lissa" Dragomir (Lucy Fry) bei einem Autounfall ihre gesamte Familie verloren hat, befindet sie sich mit ihrer besten Freundin Rose Hathaway (Zoey Deutch) auf der Flucht. Die beiden 17-Jährigen sehen zwar aus wie normale Mädchen, stammen jedoch von Vampirgeschlechtern ab. Lissa ist eine Prinzessin der sogenannten Moroi, die Elementarkräfte besitzen und sich von Blut ernähren. Rose hingegen ist eine Dhampir, eine Halbvampirin, die weder magische Kräfte hat noch Blut trinkt, aber geschworen hat, Lissa bis aufs Letzte zu beschützen. Ein Jahr lang schlagen sich die beiden in der normalen Welt herum und können so auch den bösen, blutrünstigen Strigoi entkommen, bis sie von den Dhampirwächtern erwischt und ins Vampir-Elite-Internat St. Vladimirs gebracht werden

Einmal beissen, bitte.

Einmal beissen, bitte.

Zurück an der "Vampire Academy" müssen sich Lissa und Rose wieder mit dem ganz normalen Schulalltag herumschlagen und bekommen es so unter anderem mit Magieunterricht, Kampftraining, aber auch mit zickigen Vampirmädchen und Schulintrigen zu tun. Nebenbei haben die Freundinnen natürlich auch mit ihrem Liebesleben zu kämpfen. Doch als Lissa immer fiesere Streiche gespielt werden, ahnt Rose, dass da mehr dahintersteckt und beginnt zu ermitteln...


Film-Rating

Vampire - hiess es nicht, die seien out? Offenbar ist dies noch nicht ganz bis nach Hollywood durchgedrungen, denn wie zahllose andere Beispiele aus der Kinder- und Jugendliteraturabteilung macht nun auch Richelle Meads beliebte Buchreihe Vampire Academy den obligatorischen Sprung auf die Kinoleinwand. Als Regisseur konnte man dafür einen kompetenten Mann gewinnen: Mark Waters hat mit den Spiderwick Chronicles bewiesen, dass man Fantasy für Kids auch abseits von Hogwarts spannend und visuell eindrücklich verfilmen kann. Als wahre Referenz erweist sich jedoch ein anderer Film. Trotz aller Vampire, Monster und fantastischer Hintergrundszenarien geht es in Vampire Academy nämlich um die Freund- und Feindschaften unter jungen Frauen. Mean Girls - ebenfalls eine Station in Mark Waters' Lebenslauf - lässt herzlich grüssen.

Als anspruchslose Highschool-Komödie funktioniert Vampire Academy auch tatsächlich erstaunlich gut - besonders weil man sich nie allzu ernst nimmt, sondern immer wieder mit der etwas absurden Idee einer Vampir-Schule spielt. Hauptdarstellerin Zoey Deutch unterstreicht diesen positiven Eindruck noch, indem sie eine äusserst sympathische Heldin gibt, die neben kämpferischer Stärke auch Herz und eine gehörige Portion Humor zeigen darf. Hin und wieder blitzt da schon fast ein Fünkchen Buffy auf, was doch eine angenehme Abwechslung zum bierernsten Pathos der Twilight-Reihe ist.

Die gezeigte Vampirwelt wird auf unterhaltsame Weise vorgestellt. Neben der Freundschaft der Protagonistinnen und deren (fantastisch überspitzten) Schulproblemchen sind Story und das Worldbuilding aber zweifellos nur Nebensache. Witzige Details (etwa das Blutbanksystem der Moroi) gesellen sich zu eher bemühten Versuchen, die filmische Welt auszuschmücken, so etwa Olga Kurylenko als fiese Schulleiterin oder Lissas seltsame Fast-Fremdschäm-Abschlussrede, die man sich besser erspart hätte.

Vampire Academy erzählt eine recht vorhersehbare Geschichte, die trotz mangelnder Überraschungen eine angenehme Balance aus Witz, Grusel, Action, Teen-Drama und Genre-Parodie bietet. Das sympathische Heldinnenpaar, allen voran die stets schlagfertige Deutch, verleiht dem Film eine solide Basis, welche glücklicherweise nie durch zu viel Schmalz übertüncht wird. Obwohl es auch hier vor gutaussehenden Leuten nur so wimmelt, hat der Film anderen Vampirstorys der letzten Jahre einiges voraus.

Schade, haben wir in den letzten Jahren schon so viele andere Vampirgeschichten zu sehen bekommen. So ist Vampire Academy zwar ein äusserst amüsanter Film und dürfte die Zielgruppe durchaus ansprechen - um wirklich durchschlagen zu können, kommt der Film aber schlicht fünf Jahre zu spät, oder wäre vielleicht doch besser als TV-Serie umgesetzt worden.


OutNow.CH:

Bewertung: 4.0

 

09.03.2014 / pps

Community:

Bewertung: 3.3 (8 Bewertungen)

 

 

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