Seventh Son (2014)

Seventh Son (2014)

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Filmkritik: Grumpy und sein Lehrling

Hexe, Drache, Oscargewinnerin
Hexe, Drache, Oscargewinnerin © Universal Pictures Switzerland

Vor langer Zeit sorgte ein mystischer Orden von edlen Kriegern für Recht und Ordnung. Dessen Mitglieder kämpften als sogenannte Spooks gegen Dämonen. Nun ist aber nur noch einer von ihnen übrig: Master Gregory (Jeff Bridges). Er konnte einst die böse Hexenkönigin Malkin (Julianne Morre) in ein Gefängnis tief in der Erde einsperren. Doch nun nähert sich der Blutmond, und mit ihm erlangt Malkin neue Kräfte, dank derer sie sich befreien kann.

Who you gonna call?
Who you gonna call? © Universal Pictures Switzerland

Als Malkin Gregorys Lehrling William (Kit Harington) tötet, muss jemand anderes dessen Platz einnehmen. Da alle Spooks siebte Söhne von siebten Söhnen sind, fällt Gregorys Wahl auf den jungen Tom Ward (Ben Barnes), der düstere Visionen von der Zukunft hat. Gregory bleibt nur eine Woche Zeit, um den jungen Mann auf den Kampf gegen das Böse vorzubereiten.

Wären die Effekte billiger und die Kämpfe blutiger, könnte man Seventh Son für einen jener kultig-schlechten Fantasyfilme aus den Achtzigern halten. Die simple Story versucht aber auch gar nicht erst, eine komplexe Welt aufzubauen. Regisseur Sergey Bodrov lässt den jungen Helden (Ben Barnes) und seinen Knautschgesicht-Meister (Jeff Bridges) durchaus routiniert gegen das Böse kämpfen. Ein grosser Coup im Fantasybereich ist das freilich nicht, kurzweilig aber allemal; da gab's wirklich schon schlechtere Genrebeispiele.

Seventh Son kommt bereits mit einigen Monaten auf den Buckeln in die internationalen Kinos. Der ursprünglich für 2013 geplante Kinostart musste zwar vor allem aus produktionstechnischen Gründen wiederholt verschoben werden; der fertige Film lässt jedoch erahnen, dass man nicht recht wusste, was mit dem Stoff anzufangen sei. Nur sehr lose angelehnt an The Spook's Apprentice, den ersten Band in Joseph Delaneys Jugendbuchreihe The Wardstone Chronicles, hatte man sich wohl den Auftakt einer neuen Fantasyreihe vorgenommen. Dafür dürfte es nicht nur aus mangelndem Interesse der Kinozuschauer kaum reichen, sondern vor allem, weil der Film trotz ganz ordentlicher Effekte etwas wenig bietet.

Neben der einfach gehaltenen Story bleiben vor allem die Figuren recht blass, die nur knapp charakterisiert werden und auch im Verlauf der Filmereignisse kaum eine Entwicklung durchmachen. Ben Barnes gibt zwar den hübschen Helden sympathisch, Jeff Bridges spielt erneut einen ganz passablen Grumpy old man, und Julianne Moore als Hexenkönigin erspart uns bösewichtertypisches Overacting. Figurenzeichnung und Handlung schreiten jedoch zu schnell voran, als dass sich eine packende Story entwickeln könnte. Komplexität scheint der Film aber gar nicht anzustreben, sodass die knapp bemessene Handlung meist recht kurzweilig voranschreitet.

Dass Seventh Son kein episches Fantasywerk geworden ist, hat auch mit der wenig eindrücklichen Inszenierung zu tun. Zwar sind die Spezialeffekte gut gemacht und die Kampfsequenzen wurden routiniert choreographiert; der Film schafft es jedoch nie, eine überzeugende Welt aufzuspannen und den Eindruck der Weite der Schauplätze zu vermitteln, um die Zuschauer in diese Welt zu ziehen. Dafür sind die Kamerafahrten nicht dynamisch genug, die gezeigten Städte und Burgen sind zu kulissenhaft und wirken trotz vieler Statisten unbelebt. Letztlich wirkt alles etwas einfach und trotz beachtlichem Budget mit wenig Aufwand umgesetzt. Da hilft auch die bombastisch-übertriebene Musik nicht weiter.

Nein, eindrückliche, episch wirkende Fantasy geht anders. Mit seinem leicht altmodisch wirkenden Flair, dem ab und zu aufblitzenden Humor, einigen spannenden sowie romantischen Momenten und den sympathisch auftretenden Darstellern bietet der Film aber durchaus kurzweilige Unterhaltung - sofern man nicht zu viel erwartet.

/ pps