Sabotage (2014)

Sabotage (2014)

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  2. 109 Minuten

Filmkritik: Hartes Brot

Bootcamp Arnie: Day 1
Bootcamp Arnie: Day 1 © Impuls Pictures AG

Der knallharte John "Breacher" Wharton (Arnold Schwarzenegger) ist der Anführer einer Elite-Einsatztruppe der Anti-Drogen-Behörde DEA. Sie sind es, die mit den gefährlichen Kartellen in den Nahkampf gehen und sich so über die Jahre jede Menge Feinde geschaffen haben. So ist es nach Ansicht von Wharton mal höchste Zeit, sich für all die Einsätze selbt zu belohnen. Als Wharton und sein Team ein geheimes Versteck eines Kartells stürmen, haben sie es vor allem auf das Bargeld abgesehen, welches im Keller des Hauses lagert.

"Der da war's."
"Der da war's." © Impuls Pictures AG

Der Angriff wird erfolgreich durchgeführt. Nachdem sie zehn Millionen vom Drogengeld versteckt haben, sprengen sie den Rest, sodass niemand die fehlende Summe vermisst. Doch als das Team später sein verstecktes Geld holen möchte, ist dieses weg. Acht Monate später: Die Truppe ist wieder im Einsatz und hat den Vorfall mit dem Geld hinter sich gelassen. Doch als zwei Mitglieder auf brutalste Weise umgebracht werden, wird den anderen bewusst, dass das damals beraubte Kartell hinter den Morden stecken muss und dass nun ein jeder und jede auf der Abschussliste steht.

Vor seinem Durchbruch mit Conan the Barbarian und vor allem The Terminator musste Arnold Schwarzenegger natürlich auch zuerst hartes Schauspielerbrot essen. Kaum jemand erinnert sich an seine Filme vor der guten (alten) Zeit und dies ist vielleicht auch gut so. Jetzt nach seiner Karriere als Gouverneur von Kalifornien versucht Schwarzenegger wieder Fuss in der Filmwelt zu fassen, die aber nicht unbedingt auf die Muskelberge der Achtziger und Neunziger angewiesen ist. Und so ist der Österreicher erneut gezwungen, hartes Brot zu essen, und Sabotage von David Ayer ist in dieser Beziehung steinhartes Brot.

Fans, die ihren Arnie aus Terminator 2 oder True Lies zurückhaben wollen, kommen hier kaum auf ihre Kosten. Das Drehbuch von Autor Skip Woods fokussiert sich mehr auf eine Thriller-Geschichte, die im Verlaufe zum Zehn-Kleine-Negerlein-Spiel wird. Es muss erwähnt werden, dass Herr Woods der Schreiberling hinter Filmen wie The A-Team, X-Men Origins: Wolverine und dem Beinahe-Franchise-Killer A Good Day to Die Hard ist. Wie bei seinen vorherigen Arbeiten wimmelt es auch hier von Storylöchern, dummen unnötigen Szenen, einem unnötig verworrenen Plot, und was er sich dann als Auflösung des Ganzen ausgedacht hat, ergibt so überhaupt keinen Sinn.

Die Figurenzeichnung ist dabei in etwa gleich gut wie bei den handelsüblichen Slashern. Es spielt so auch hier keine Rolle, wer es dann ist, da fast alle unausstehliche Typen sind, denen wir ohnehin keine Tränen nachweinen würden. Die einzigen, welche in diesem Haufen der dreckigen Hunde zu gefallen wissen, ist Schwarzenegger und Michelle Enos, welche sich als cracksüchtige DEA-Agentin (ääähm, ja...) dermassen ins Zeug legt, wie es der Film eigentlich gar nicht verdient hätte. Der grösste Witz des Werkes stellt derweil Olivia Williams dar. Als Ermittlerin ist sie zu keiner Sekunde glaubhaft und ihre Liebelei mit Arnie ist schlichtweg peinlich.

Wer jetzt die Sternenanzahl schon gesehen hat, mag sich wundern, wie sich diese zweieinhalb denn zusammensetzen. Trotz all seiner Makel, ist Sabotage eigentlich selten wirklich langweilig. Es passiert immer etwas und Regisseur David Ayer hält das Tempo hoch. Im Vergleich zu seinem vorherigen Werk, dem tollen End of Watch, ist das hier aber ein grosser Rückschritt.

Fazit: Sabotage ist eigentlich ein Direct-to-DVD-Stoff, welcher nur dank Arnie noch in die Kinos gebracht wird. Als richtiger Männerfilm inszeniert, erzählt das Werk eine zu verworrene Geschichte um eine Elitetruppe, deren Vergangenheit sie einzuholen droht. Mit der Rückkehr zur Terminator-Franchise in 2015 scheint die Harte-Brot-Zeit für Schwarzenegger bald vorüber zu sein. Das freut dann auch wieder den Kinofan.

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Er liebt die Filme von Christopher Nolan, die Festivals in Cannes und Toronto und kann nicht wirklich viel mit Jean-Luc Godard anfangen, was aber wohl auf Gegenseitigkeit beruht. Gewinner des Filmpodium-Filmbuff-Quiz 2019.

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Kommentare Total: 5

db

Mässiger, spannungsarmer und bekannter TV-Streifen. Nichts spezielles.

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Also ich bin enttäuscht. End of Watch hat mir sehr gut gefallen. Deswegen habe ich mir erhofft, dass Ayer mit Sabotage niveaumässig mithalten kann.

Im Endeffekt ist der Streifen nichts weiter als ein langweiliger 0815 Actionfilm. Man vermisst die Thrillmomente, wie zum Beispiel, wenn Arnie die Kartell Leute sucht, die sein Team Jagd. Die Überraschungen und Wendepunkte werden ebenfalls lahm erzählt. Ausserdem bin ich sehr vom Cast enttäuscht gewesen. Da hat man einen Worthington ode Holloway, welche einen coolen Badass Look haben, aber völlig limitiert und uninteressant bleiben.

Ein paar gute Actionszenen retten von einer tieferen Wertung.

Drei Sterne, aber weil hier Leute daran gearbeitet haben, die es eigentlich besser können, gibt es nur zwei Sterne.

Gadler

Habe das Gefühl, dass Arnold langsam in dieses 08/15-VanDamme-Lundgren-Filmgenre abrutscht.
Öde Witze, langweilige Charaktere, Arnold schleppt sich bemitleidenswert durch's Bild und versucht sich stellenweise vergeblich als "Charakterschauspieler".
Blut spritzt zwar ordentlich, aber das kann nicht alles sein. Man(n) muss wissen, wann Schluss ist. So gerne ich ihn bisher auch gesehen habe... dieser Streifen war mMn eine weitere Gurke nach seinem "Comeback". Dankesehr!

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