The Other Woman (2014)

The Other Woman (2014)

Die Schadenfreundinnen
  1. ,
  2. 109 Minuten

Filmkritik: Drei Rache-Engel für Mark

Rache ist süss... sogar sehr süss!
Rache ist süss... sogar sehr süss! © 2014 Twentieth Century Fox Film Corporation. All Rights Reserved.

Die hübsche und erfolgreiche Anwältin Carly (Cameron Diaz) staunt nicht schlecht, als sie ihren neuen Lover Mark (Nikolaj Coster-Waldau) zu Hause überraschen will. Unerwartet öffnet ihr eine Frau die Tür, und als Carly realisiert, dass nicht Marks Hausmädchen, sondern seine Ehefrau Kate (Leslie Mann) vor ihr steht, verlässt sie das Grundstück schleunigst wieder. Die Karrierefrau versucht die Geschichte mit Mark umgehend abzuhaken, jedoch wird sie einen Tag darauf in ihrem Büro von Kate aufgesucht, welche die Wahrheit über ihren Ehemann erfahren möchte. In der Folge werden die beiden Freundinnen und beschliessen, gemeinsam gegen Mark vorzugehen und ihm seine Übeltaten heimzuzahlen.

Eine neue Busenfreundin
Eine neue Busenfreundin © 2014 Twentieth Century Fox Film Corporation. All Rights Reserved.

Sie folgen ihm auf eine seiner angeblichen Geschäftsreisen auf die Bahamas und müssen feststellen, dass Mark noch eine weitere Gespielin hat. Carly und Kate trauen ihren Augen nicht, als sie die bildhübsche 22 Jahre junge Amber (Kate Upton) zum ersten Mal sehen. Sie treten mit ihr in Kontakt und klären sie über Marks Lügengeschichten auf. Zu dritt hecken sie einen Plan aus, um sich an dem Betrüger zu rächen. Für Mark beginnt eine unangenehme Zeit, in welcher der reiche Geschäftsmann bald um mehr als seine Gesundheit fürchten muss.

Regisseur Nick Cassavetes (The Notebook) bringt mit The Other Woman eine schwarze Komödie auf die Leinwand, die besonders durch ihre Slapstick-Einlagen zu überzeugen vermag und vor keinerlei Vulgaritäten zurückscheut. So wird beispielsweise eine Handtasche vollgekotzt, und Kates unfolgsamer Hund erledigt sein grosses Geschäft mitten in Carlys Wohnung.

Die Rollen der beiden Protagonistinnen Carly und Kate sind sehr gut besetzt. Cameron Diaz zeigt sich als ambitionierte Powerfrau mit viel Energie, wie wir sie aus Charlie's Angels kennen, und sorgt gleichzeitig für einige peinliche Lacher. Ihren Körper setzt sie in der Slapstick-Komik gekonnt in Szene. Noch besser spielt Leslie Mann in der Rolle der Kate. Sie schafft es, ihrer Figur ein gewisses Mass an emotionaler Tiefe zu verleihen. Als einsame Hausfrau bricht für sie eine gesamte Märchenwelt zusammen, als sie von Marks Affäre erfährt, und ihre Verzweiflung bringt sie stark zum Ausdruck. Während sie vor sich hinflennt und dabei lustige naive Aussagen von sich gibt, bringt sie das Publikum zum Lachen und wirkt zugleich mitleiderregend.

Die dritte Frau aus dem Bunde der Rache-Engel wird von Bikinimodel Kate Upton dargestellt. Der Begriff Bikinimodel sagt an dieser Stelle schon genug aus. Viel mehr als ihren Traumkörper zur Schau stellen muss die junge Dame in ihrer ersten grossen Kinorolle nämlich nicht. Nikolaj Coster-Waldau, der vor allem für seinen Auftritt in der Erfolgsserie Game of Thrones bekannt ist, übernimmt die Rolle des Frauenschwarms Mark. Seine Darstellung bleibt jedoch sehr oberflächlich, und da seiner Figur nicht genügend Charisma und Authentizität verliehen wird, vermag er nicht wirklich zu überzeugen als grosser Charmeur.

Ein deutlicher Schwachpunkt des Films findet sich in der Inszenierung der Geschichte. Der Film beginnt zwar stark und wirkt mit seiner frechen, ungehobelten Art zunächst sehr frisch, jedoch wird die ganze Story im weiteren Verlauf immer unglaubwürdiger und endet in einer eher langweiligen Schlussphase nach klassischem Hollywoodmuster. Überraschungsmomente fallen dabei komplett weg, und irgendwann ist man auch vom Slapstick übersättigt. Dafür sind die Schauplätze, an denen die Handlung stattfindet, sehr originell. So liefern beispielsweise Carlys modernes Büro in den Höhen eines New Yorker Wolkenkratzers oder die tollen Aufnahmen an den Sandstränden auf den Bahamas sehr schöne Bilder.

Fazit: The Other Woman findet seine starken Momente hauptsächlich in der Slapstick-Komik und besticht vor allem in der Anfangsphase durch seinen schwarzen Humor. Cameron Diaz und Leslie Mann brillieren in ihren Rollen und harmonieren toll als Rache-Engel. Ihren Auftritten ist es zu verdanken, dass die Komödie trotz einer schwachen Geschichte ein unterhaltsames, lustiges Filmerlebnis bietet.

Gianluca Izzo [gli]

Gianluca ist seit 2013 als Freelancer für OutNow tätig. Er liebt es, verborgene Perlen an Filmfestivals zu entdecken, insbesondere in Venedig. Neben seinem Faible für italienische und skandinavische Filme bewundert er die Werke von Scorsese, Lynch, Villeneuve und Chazelle sowie die Bond-Klassiker.

  1. Artikel
  2. Profil
  3. facebook
  4. Instagram

Kommentare Total: 3

lafrecciablu

die zwei hauptfiguren sind mit leslie mann und diaz gut besetzt. die betrogene ehefrau hat die schwierige aufgabe zu gefallen und gleichzeitig zu nerven und hysterisch zu agieren. das schafft leslie mann ziemlich gut. die erste filmhälfte verspricht dann doch etwas mehr als man/frau im weiteren verlauf serviert bekommt. meine erwartungen waren sehr sehr niedrig und ich wurde doch überrascht, dass es sich hier nicht um eine ganz so niveaulose komödie handelt. leider verliert es in der zweiten hälfte die originalität und verkommt zu einem weiteren comedy-brei, der die figuren hauptsächlich zu rachegöttinnen reduziert. das haben wir dann doch schon einen tick zu oft gesehen (und auch besser). Egal, besser als erwartet und unterhaltung war da.

yan

Zwei Sterne für zwei gute Argumente.

gli

Filmkritik: Drei Rache-Engel für Mark

Kommentar schreiben