Noah (2014)

Noah (2014)

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  2. 138 Minuten

Filmkritik: This is the end, my only friend...

Nicht weinen, wir finden deinen Teddy schon!
Nicht weinen, wir finden deinen Teddy schon! © Paramount Pictures Corporation. All rights reserved

Nachdem Adam und Eva aus Eden vertrieben werden, bekommen sie die Söhne Kain, Abel und Set. Als Kain Abel tötet, wird er vertrieben und zieht in die Welt hinaus. Während sich Kain und seine Nachfahren von Gottes Weg abwenden, töten und plündern, folgen Set und sein Stamm dem göttlich "guten" Weg. Auf diese Weise lebt der Abkomme Noah mit seiner Familie Generationen später noch immer.

Oh Gott! Der Regen ruiniert meine Dauerwelle!
Oh Gott! Der Regen ruiniert meine Dauerwelle! © Paramount Pictures Corporation. All rights reserved

Eines Tages erhält Noah eine Botschaft von Gott. Die verdorbene Menschheit soll vernichtet werden, und nur das Gute wird überleben. Mit der Hilfe von gefallenen Engeln und seiner Familie beginnt Noah eine Arche zu bauen, um sich selbst und ein Paar jeder Tierart zu retten. Als sich der Tag der erwarteten Flut nähert, findet Tubal-cain (Ray Winstone), ein Nachfahre Kains, mit seinem Volk den Weg zu Noah und bittet um Einlass in die riesige Arche. Im Wissen, dass Gott alles Böse von der Erde auslöschen will, weist Noah die Menschen zurück und überlässt sie ihrem Schicksal. Doch Tubal-cain möchte um jeden Preis überleben und stellt ein Heer zusammen. Als dann der Tag des Untergangs kommt, muss Noah seine Familie nicht nur vor der Sintflut beschützen...

Religion war schon immer ein heikles Thema, und so hat sich Darren Aronofsky (Black Swan) mit Noah wieder einmal in ein schwieriges Gebiet hineingewagt. Und Mut muss man ihm zugestehen: Wer hier eine religiöse Abhandlung aus dem Buch Genesis erwartet, wird nämlich schwer enttäuscht. Obwohl es um Gottes Strafe an der verdorbenen Menschheit geht und auch häufig an den Zwischenfall mit dem Apfel erinnert wird, legt Aronofsky mehr Wert auf eine differenzierte Sicht des menschlichen Handelns als auf eine bibelgetreue Verfilmung der Sintflut. So erhält der Zuschauer eine kurze Geschichtslektion über die Evolution, und statt entspannt dem Abschaum "Mensch" beim verdienten Tod in den Fluten zuzusehen, muss er voller Schrecken und Mitleid mitansehen, wie Noah unbarmherzig die hilflosen Menschen ihrem Untergang überlässt. Selbst Noah, der von Gott wegen seiner Glaubenstreue auserwählt wurde, mit seiner Familie die Flut zu überleben, ist weit entfernt von Nietzsches "Übermensch". Stattdessen ist er vollkommen menschlich und zu allem bereit, um seine Familie zu retten.

Ob eine solche Umsetzung von Noahs Geschichte gefällt, hängt wohl von den religiösen Ansichten jedes Einzelnen ab. Für religiöse Fanatiker ist der Film jedenfalls genauso ungeeignet wie für jene, die ein Historiendrama à la Ben Hur erwarten. Es wurde nämlich mit viel Fantasyelementen gearbeitet, was an sich völlig unnötig war. Zwar sind die gefallenen Engel recht sympathisch und erinnern an eine gelungene Mischung zwischen dem Steinriesen aus Die Unendliche Geschichte und einem Transformer. Zur Handlung tragen sie nicht wirklich etwas bei. Genauso unnötig sind die Frauen. Ausser heulen und Kinder gebären können die nämlich überhaupt nichts. Wenn Aronofsky sich schon nicht an die Bibel hält, hätte er auch die Frauen nicht so dämlich darstellen müssen.

Die Action bietet dem Auge einiges, allerdings wäre eine Verfilmung in 3D nicht unbedingt nötig gewesen. Sehr gut inszeniert sind die vielen Todesfälle. Obwohl es nie viel Blut zu sehen gibt, gelingt es Aronofsky, die Brutalität des Menschen in Not sehr eindrücklich zu zeigen. Als Tubal-cains Volk beginnt, die eigenen Mitmenschen gegen Essen einzutauschen, muss man schon ein paarmal leer schlucken. Schauspielerisch leisten insbesondere Russell Crowe und Ray Winstone wie erwartet gute Arbeit. Beide spielen ihren Part sehr sympathisch, sogar dann, als sie zur Brutalität gezwungen werden. Beide zeigen stets, dass sie nur so grausam handeln, weil ihr Überlebenswille sie dazu zwingt. Über die Leistungen von Jennifer Connelly und Emma Watson kann man nicht viel sagen, ausser dass beide wirklich sehr überzeugend heulen und hysterisch schreien können.

Obwohl der Film mit 138 Minuten relativ lange dauert und einige Schwächen hat, wird der Zuschauer dauernd auf Trab gehalten und langweilt sich kaum. Wer sich also gerne mit dem menschlichen Kampf zwischen Moral und Überleben auseinandersetzt, ist mit Noah gut bedient. Wer bloss sinnlose Action erwartet, sollte die Finger allerdings davon lassen, denn dafür ist der Film dann doch etwas zu tiefgründig.

Diana Rolny [dro]

Diana arbeitet seit 2013 als Freelancerin bei OutNow. Sie liebt Dokumentationen wie «The Life of Brian» und Wanderfilme aus Mittelerde. Zu schwarzhumorigen Komödien geniesst sie gerne einen Martini Dry, bei Sci-Fi einen Pangalactic Gargleblaster und bei sinnfreien Kunstfilmen einen Molotowcocktail.

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Kommentare Total: 20

andycolette

Sehr gut gemacht krasses Drama der Noah war richtig bösartig!!!!! Die Bewertungen zeigen das Kinopublikum verblödet immer mehr!!!!! Sehr guter Film!!!!!!

db

Aber die Steintransformers waren dann OK?

Margrit56

Die 2 Frauen in Minirock und Stifel ? Da hat einer Schweiss-schutz(Schild)maske an ? Vor über 2000 jahren .Hallo !!!!!!

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