The Maze Runner (2014)

The Maze Runner (2014)

Maze Runner - Die Auserwählten im Labyrinth
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  3. 113 Minuten

Filmkritik: Wo bitte ist der Ausgang?

Müssen wir das jetzt alles aufräumen?
Müssen wir das jetzt alles aufräumen? © 2013 Twentieth Century Fox Film Corporation. All Rights Reserved.

Ohne Gedächtnis erwacht ein Junge (Dylan O'Brien) in einem dunklen, schnell nach oben fahrenden Lift. Als sich die Türen öffnen, befindet er sich auf der sogenannten Lichtung, einem Ort, an dem sich eine grosse Gruppe von Jungen selbstversorgend eingerichtet hat. Alle sind sie mit dem Lift hier angekommen - wer sie dorthin geschickt hat und weshalb, weiss keiner. Ein Entkommen ist unmöglich, denn die Lichtung ist von einem enormen Labyrinth umgeben. Obwohl jeden Tag Läufer ins Labyrinth geschickt werden, wurde bisher noch kein Ausweg gefunden, denn jeden Abend schliessen sich die Tore und die Mauern verschieben sich. Zudem lauern mysteriöse Wesen im Labyrinth, weshalb noch niemand eine Nacht darin überlebt hat.

So viele Jungs und nur ein Mädchen?
So viele Jungs und nur ein Mädchen? © 2013 Twentieth Century Fox Film Corporation. All Rights Reserved.

Der Neuankömmling lebt sich auf der Lichtung langsam ein und erinnert sich bald auch an seinen Namen: Thomas. Doch obwohl er sich schnell mit Newt (Thomas Brodie-Sangster), Chuck (Blake Cooper) und dem Anführer Alby (Aml Ameen) anfreundet, will Thomas nicht bloss überleben - er möchte selbst ins Labyrinth gehen und einen Ausweg finden. Daran hat besonders Gally (Will Poulter) etwas auszusetzen. Dass plötzlich alles anders wird, wird jedoch klar, als ein weiterer Neuankömmling erscheint: ein Mädchen (Kaya Scodelario).

Kein Hunger Games-Abklatsch, sondern eine spannend inszenierte dystopische Robinsonade bringt Wes Ball mit seinem Regieerstling auf die Leinwand. Der Anfang wirkt zwar etwas lang, dies macht jedoch Sinn, da erst das Leben auf der Lichtung und die Dynamik unter den Jungs etabliert werden müssen. Grossartige Kulissen und Effekte, gruselige Monster und gut gewählte Darsteller machen The Maze Runner zu einem spannenden Science-Fiction-Abenteuer, das gerade durch sein tiefes Budget - nur 34 Millionen Dollar! - umso beeindruckender wirkt.

Um den Elefanten im Raum gleich aus dem Weg zu räumen: Nein, The Maze Runner ist nicht bloss eine männliche Version von The Hunger Games oder Divergent. Klar setzt man auf das immer noch anhaltende Interesse an dystopischen Stoffen. Dass man mit der Verfilmung von James Dashners Roman auch endlich mal wieder die männlichen Zuschauer anvisieren kann, welche an Filmen wie Twilight, Beautiful Creatures, The Host oder The Mortal Instruments wenig Interesse zeigten, ist freilich ein willkommener Bonus.

Jedoch wartet der Film mit zwei Trumpfkarten auf, die The Maze Runner klar zu einer der besseren Buchverfilmungen der letzten Jahre machen: Einerseits wäre da die sorgfältige und mitreissende Inszenierung. Der junge Regisseur Wes Ball, der bisher vor allem für Art Department und visuelle Effekte tätig war, nimmt zwar zum ersten Mal auf dem Regiestuhl Platz, schafft jedoch die Verbindung zwischen imposanten Kulissen, beeindruckenden Effekten und den persönlicheren Szenen erstaunlich gut. Dabei geht die Kamera oft sehr nahe ans Geschehen heran und lässt die Zuschauer direkt ins Geschehen eintauchen.

Ball nimmt sich viel Zeit, um die Jungengemeinschaft einzuführen. Hier schleichen sich einige Längen ein, die - gerade im Vergleich zu den späteren, oft sehr rasanten und atemberaubenden Szenen im Labyrinth - fast zu gemächlich daherkommen. Jedoch werden so die unterschiedliche Ansichten der Jungs etabliert, was bewusst eine Lord of the Flies-Atmosphäre aufkommen lässt. Im Labyrinth wechselt der Film schliesslich die Gangart, lässt enorme Spannung aufkommen, und wenn die gefährlichen Grievers auftreten, wähnt man sich fast schon in einem Horrorfilm. Hier und auch in den Schlussminuten reizt der Film das PG-13-Rating aufs Letzte aus.

Als zweite Geheimwaffe sind die gut gewählten Darsteller zu nennen, allen voran Dylan O'Brien (bekannt als Sidekick Stiles aus der Fantasyserie Teen Wolf), der in seiner ersten grossen Hauptrolle absolut überzeugen kann. Hier ist er zwar mit einer etwas undankbaren Rolle gestraft, die sehr heldenhaft daherkommt; er kann den Film jedoch mit Bravour auf seinen Schultern tragen. Die anderen Darsteller machen ihre Sache ebenfalls gut, auch wenn das einzige Mädchen in der Truppe, Kaya Scodelario (Wuthering Heights), etwas prominenter hätte vorkommen können.

Klar, die Story ist nicht das Gelbe vom Ei und geht genau besehen auch nicht wirklich auf. Die intensive Atmosphäre, die tollen Bilder und die vielen sympathischen Jungdarsteller sorgen jedoch für Spannung und Unterhaltung, sodass man sich bereits auf die beiden Fortsetzungen der Reihe freuen kann.

Petra Schrackmann [pps]

Petra arbeitet seit 2007 für OutNow und haut auch für Lektorat und Listicles in die Tasten. Als Genrefan verbringt sie ihre Film- und Serienabende lieber mit Zombies, Hobbits oder RVAGs als mit Rom-Coms. Als Leseratte ist sie fasziniert von Comic- und Buchverfilmungen (sogar den schlechten!).

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Kommentare Total: 9

db

Nette Mischung aus Cube, Hunger Games und Divergent. Im Gegensatz zu den anderen beiden Teeniestreifen ist Maze Runner jedoch recht düster inszeniert und da blutig wo es sein soll. Ausgangslage weckt interesse und man fragt sich wirklich wie dann die Geschichte aufgelöst wird. Unter dem Strich kann man jedoch vieles erahnen, auf was es hinausläuft, vor allem wenn man die erfolgreichen Teeniestreifen der letzten Jahre mit einbezieht.

Als Film nimmt sich Maze Runner erst sehr viel Zeit das Szenario wie auch die Charaktere zu etablieren und versucht sie soweit vorzustellen, dass man sich für sie interessiert. Dies gelingt allerdings nur bedingt, meistens bleiben es Schablonen, welche genau ihre Aufgabe erfüllen und dann werden sie auch nicht mehr vermisst wenn sie weg sind. Besonders der Hauptdarsteller bleibt lange blass und unsympathisch - es bessert, wenn er nur noch Actionparts hat, doch selbst dann wirkt es eher hölzern als überzeugend.

Fazit: Trotz ähnlicher Ausgangslage mit den anderen Teenie-Streifen muss ich sagen, hat Maze Runner trotz einigen krassen Logikfehler (wie geht das mit dem Regen mit der Ausgangslage) einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Selbst wenn der Cast kaum über TV-Niveau geht, kann die Umsetzung, das Szenario wie auch der Spannungsbogen bis zum Schluss bei der Stange halten und einige ganz düstere Momente bieten. Deshalb sehr guter erster Teil, der das Interesse auf die Sequels weckt...

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Maze Runner fängt überraschenderweise gut an. Die Szenen im Labyrinth sind Hammer und die ganze Grundstory ist sehr interessant. Doch mit zunehmender Laufzeit wird der Streifen auch immer schlechter. Die nervenden Stereotypen und die etlichen Logikfehlern überdecken gegen Ende die spannende Ausgangslage.

pps

@ woc:

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Gut beobachtet. Ja, es sollte ein eigenes Ökosystem haben. Im Buch ist das Ganze nämlich unterirdisch, das geht im Film nicht wirklich ganz auf.

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