The Lego Movie (2014)

The Lego Movie (2014)

  1. , ,
  2. , ,
  3. 100 Minuten

Filmkritik: "Darkness! No Parents! More Darkness"

"Einfach ignorieren"
"Einfach ignorieren"

Der Tagesablauf des durchschnittlichen Lego-Männchens Emmet (Stimme: Chris Pratt) sieht immer gleich aus: aufstehen, frühstücken, etwas Morgensport und danach geht es ab auf den Bau, wo er nach Bedienungsanleitungen neue Gebäude aufbaut. Emmet ist vollends zufrieden mit seinem geregelten Leben und kann sich überhaupt nicht vorstellen, mal was nicht nach einer Anleitung zu machen. Doch dann findet er eines Tages unterhalb einer Baustelle das sagenumwobene Piece of Resistance. Dieses ist imstande, den gefährlichen Lord Business (Stimme: Will Ferrell) aufzuhalten, welcher einen teuflichen Plan schmiedet.

One and a half Bad Guys
One and a half Bad Guys

Darüber aufgeklärt wird der ahnungslose Emmet von der coolen Wyldstyle (Stimme: Elizabeth Banks), welche eine von noch wenigen "Master Builders" ist. Diese sind imstande, Gegenstände ohne Anleitung zu bauen und stellen deshalb eine Gefahr für Lord Business dar, welcher immer alles kontrollieren will. Zusammen mit Vitruvius (Stimme: Morgan Freeman) und Batman (Stimme: Will Arnett) versuchen Wyldstyle und Emmet, die Zukunft des kreativen Bauens zu sichern.

Nachdem schon Alienroboter und Schiffeversenken aus den Kinderzimmern genommen und auf die Leinwand verfrachtet wurden, bekommen nun auch die bekanntesten Bausteine der Welt ihren ersten abendfüllenden Spielfilm. Es steht ausser Frage, dass The Lego Movie die Verkaufszahlen der Spielesets in die Höhe schiessen lassen wird. Doch das Werk von Chris Miller und Phil Lord (Cloudy with a Chance of Meatballs, 21 Jump Street) ist nicht nur ein Film über Spielzeug, um Spielzeug zu verkaufen. Den beiden Regisseuren ist gleichzeitig eine Ode an den kindlichen Einfallsreichtum mit Gags im Sekundentakt gelungen.

Lord und Miller haben es sichtlich genossen, mit dieser riesigen Welt zu spielen, in der alles möglich zu sein scheint. Hier besteht einfach alles aus Legosteinen - inklusive Wasser und Explosionen. Da die dänische Firma zudem Lizenzverträge mit verschiedenen Marken (unter anderem mit dem Comicgiganten DC) hat, sehen wir plötzlich Figuren aus unterschiedlichen Universen sich die Szenerie teilen. Es wäre unfair, hier einzelne Auftritte zu verraten, sind sie doch überraschend und eine Freude zum selbst Entdecken.

Auch die Sprecher hatten definitiv ihren Spass. Die Originalfassung lohnt sich nur schon aufgrund Will Arnetts (Gob aus Arrested Development) Interpretation von Batman - zum Schiessen. Weitere Highlights sind Liam Neeson als schizophrener Good-Cop/Bad-Cop, Will Ferrell als fieser Lord Business und Alison Brie (Community) als durchgeknalltes Unikitty.

Die Story des Filmes ist derweil eine altbekannte und zeigt den Weg eines Normalos zum Helden. Dank eines wahnwitzigen Tempos mit rasanten Actionsequenzen und jeder Menge Humor ist dies kurzweilig umgesetzt. Es hätte in der Endbewertung aber etwas Abzug gegeben, da man diese Geschichte doch schon aus fast jedem anderen Animationsfilm kennt. Dem wirken die Macher dann aber mit einem Kniff im letzten Akt entgegen, was dem schon tollen Film noch ein riesiges Herz beschert. Ohne Opfer geht dies zwar nicht vonstatten - dem Actionfinale wird ordentlich der Wind aus den Segeln genommen -, doch für das, was Miller und Lord hier wagten, gebürt den beiden Respekt.

Fazit: "Everything is awesome" heisst der Titelsong des Lego-Filmes, was man auch beinahe vom ganzen Film behaupten kann. Mit einer unglaublichen Ideenvielfalt erwecken Lord und Miller die Legomännchen und Legofrauchen zum Leben, geben ein hohes Tempo vor, bauen immer wieder popkulturelle Referenzen ein und machen es dem Zuschauer fast unmöglich, alle Witze beim ersten Mal aufzuschnappen. Ein Spass für die ganze Familie, ein besonderes Vergnügen für Filmfans oder einfach für alle, die 100 Minuten puren Fun suchen. Der beste Animationsfilm seit Toy Story 3.

/ crs

Kommentare Total: 7

woc

Witzig, wenn man den Film mit der Simpsons-Hommage "Brick Like Me" vergleicht, denn diese spoilert das Ende 😄 Auch wenn die Technik und die teilweise grandiosen Sprüche überwiegen, die herzliche Message haben die Amis halt schon im Griff und machen aus dem Brickmovie einen seltenen Spass. Dass RottenTomatoes dafür 96% gibt, ist mir aber ein Rätsel 😮 Und ja: Unbedingt in der Originalfassung anschauen. Die Synchroversion vergibt zuviele Punkte.

nas

Habe mir den Film im Original und in der Synchro angeguckt. Das waren zwei verschiedene Filme! Die Gags zünden halt auf Deutsch nicht so. Nur schon wegen

"Darkness. No parents. Super-rich. Kinda makes it better!"

daw

Das Ende hat mir nicht soooo gefallen. Aber alles in allem ein lustiger und sehr unterhaltsamer Film. Das Tempo kann dann aber nicht die ganze Zeit hoch gehalten werden. Es fällt mir zwar sehr schwer, aber ich runde die 4.5 Punkte ab...

"Everything is awesome, everything is cool"

Kommentar schreibenAlle Kommentare anzeigen