Kraftidioten (2014)

Einer nach dem anderen

Nils schiebt Schnee.

Der Schwede Nils Dickman (Stellan Skarsgård) führt in Norwegen einen Schneeräumungsservice und macht seinen Job so gut, dass er zum Bürger des Jahres gewählt wird. Sein idyllisches Leben in den Bergen gerät jedoch aus den Fugen, als sein Sohn durch ein Missverständnis dem Grafen (Pål Sverre Valheim Hagen) und seiner Drogengang zum Opfer fällt. Die Polizei geht von einer selbstverschuldeten Überdosis aus, doch Nils glaubt nicht, dass sein Sohn ein Junkie war. Ohne Unterstützung der Behörden fasst er den Entschluss, den Mord an seinem Sohn zu rächen. Erbarmungslos bringt er einen Mafiahandlanger nach dem anderen um.


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4.5 Sterne 

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Film-Informationen

Deutscher Titel: Einer nach dem anderen
Englischer Titel: In Order of Disappearance
Französischer Titel: Refroidis

Drehorte: Norwegen, Schweden 2014
Genres: Action, Komödie, Crime, Thriller
Laufzeit: 116 Minuten

Kinostart: 27.11.2014
Verleih: Xenix Films

Regie: Hans Petter Moland
Drehbuch: Kim Fupz Aakeson
Musik: Brian Batz, Kaspar Kaae, Kåre Vestrheim

Darsteller: Kåre Conradi, Huyen Huynh, Anders Baasmo Kristiansen, Adil Halitaj, Jan Gunnar Røise, Peter Andersson, Stig Henrik Hoff, David Sakurai, Kristofer Hivju, Miodrag Krstovic, Arthur Berning, Jakob Oftebro, Leo Ajkic, Bruno Ganz, Sergej Trifunovic, Stellan Skarsgård, Gard B. Eidsvold, Atle Antonsen, Jon Øigarden, Birgitte Hjort Sørensen

» The Internet Movie database (IMDb)


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3 Kommentare

Seit Jahren nicht mehr so bei nem Film amusiert
Sehr empfehlenswert

Der Mann und sein Schneepflug

Hinter dem farblosen deutschen Titel Kraftidioten versteckt sich eine tarantioneske blutig-schwarze Komödie mit einer absurden Geschichte. Der neue Film von Hans Petter Moland beginnt zunächst noch recht harmlos. Der ruhige Schneepflugfahrer Nils (Stellan Skarsgård) ist gerade zum Bürger des Jahres gewählt worden, da erhält er die Nachricht, dass sein Sohn Ingvar an einer Überdosis Heroin gestorben sein soll. Nils glaubt aber nicht an die offizielle Todesursache und beginnt die Suche nach den Mördern seines Sohnes. Dabei trifft er auf allerlei Kuriositäten im Gangstermileu, allen voran der Gangsterboss "der Graf" (Pål Sverre Hagen), der ausgesprochenen Wert auf eine vegane Ernährung und eine Wohnung voller Designerstücke legt. Bevor ein zukünftiges Opfer zu Tode kommt, wird es freundlich darauf hingewiesen, doch bitte vom Teppich herunterzugehen um etwaige Flecken zu vermeiden. Doch auch die anderen Ganoven sind keine klassischen Gangster, wie man sie sich vorstellt. Entweder sind sie schwul oder sprechen mit einer extrem hohen Kopfstimme wie der serbische Drogenboss, überzeugend dargestellt von Bruno Ganz. Der Witz speist sich aber nicht nur aus den originellen Charakteren, sondern auch aus der Wiederholung. Nachdem eine Figur im Film stirbt, ist eine Schwarzblende im Stil einer Todesanzeige zu sehen. Zudem wirft Nils all seine Opfer immer in Hühnerdraht gewickelt einen Wasserfall herunter. Beides wird konsequent durch den ganzen Film gezogen und sorgt gerade in seiner Absurdität für weitere Lacher. Nils arbeitet sich in der Gangsterhierarchie erstaunlich schnell voran, was man dem Film durchaus auch als "nicht besonders realistisch" anlasten könnte, aber das ist auch nicht der Anspruch des Films. Es geht um Unterhaltung.

In der Mitte schweift der Film etwas ab. Plötzlich geht es nicht mehr um den trauernden Racheengel Nils, sondern immer mehr um die Verstrickungen der norwegischen und serbischen Mafia. Das starke Anfangstempo wird dann nicht mehr gehalten. Erst gegen Ende nimmt der Film wieder Fahrt auf und endet in einem blutigen Showdown. Unabhängig von dem komischen Drehbuch von Kim Fupz Aakeson und dem fantastischen Cast sorgen die beeindruckenden Landschaftsaufnahmen für optischen Genuss. Wie zuletzt in Django unchained gesehen, bietet Schnee auch den perfekten Untergrund für Blutspritzer. Auffällig ist noch, dass alle Frauenfiguren den Film überleben, was man auf der männlichen Seite nicht behaupten kann. In der Pressekonferenz auf der Berlinale meinte Regisseur Moland, die Frauen seien einfach klüger und wüssten, wann der richtige Zeitpunkt sei, sich aus der Schusslinie zu nehmen und zu gehen. Wenn das so ist: ich bin dann mal weg...

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