Marshland - La isla mínima (2014)

Marshland - La isla mínima (2014)

  1. ,
  2. 105 Minuten

Filmkritik: Schrecklicher Fund in den Sümpfen

Männer mit Schnauz
Männer mit Schnauz © Praesens Film

Spanien zu Beginn der Achtziger: Das Franco-Regime ist zu Ende und das Land befindet sich im sozialen Umbruch. Inmitten der Unruhen begeben sich die Polizisten Juan (Javier Gutiérrez) und Pedro (Raúl Arévalo) in die abgelegene Sumpflandschaft von Guadalquivir. Hier sollen sie über das Verschwinden der zwei Töchter eines armen Farmers ermitteln. Doch die Beamten treffen auf viel Ablehnung und die Einheimischen sind wenig gesprächsbereit.

Fette Beute
Fette Beute © Praesens Film

Dann werden die beiden jungen Frauen im Sumpf gefunden - vergewaltigt und ermordet. Umso mehr spitzt sich der Fall zu, als Juan und Pedro von weiteren Mädchen aus der Gegend erfahren, die auf mysteriöse Weise verschwunden sind. Je mehr sie nachforschen, desto tiefer tauchen die Polizisten ein in ein Netz aus Korruption, Mädchenhandel und Drogenschmuggel. Und riskieren dabei Kopf und Kragen.

La isla minima ist fantastisch gespielt, packend inszeniert und in erster Linie unerhört spannend. Das zügige Erzähltempo, kombiniert mit den ruhigen, drückenden Aufnahmen der sommerlichen Sümpfe, zieht den Zuschauer sofort in diese Welt hinein; einzig gebrochen durch eindrückliche Satellitenaufnahmen - als wolle Regisseur Rodriguez betonen, wie verloren und unwissend die Figuren sind. Äusserst spannend ist auch der politische Hintergrund der Post-Franco-Gesellschaft und die damit verbundene schwierige Rolle der Polizisten, nota bene zentrale Mitträger des ehemaligen Regimes. Ein düsterer Thriller der Extraklasse à la Se7en und Memories of Murder.

/ Jonas Ulrich [jon]

Trailer Spanisch, mit deutschen und französischen Untertitel, 01:46