Housebound (2014)

Housebound (2014)

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  2. 109 Minuten

Filmkritik: Es gibt einen Grund, warum das Haus so billig war...

Wann darf ich Fussball gucken? - Wenn GNTM fertig ist.
Wann darf ich Fussball gucken? - Wenn GNTM fertig ist. © Studio / Produzent

Mit einem Kumpel will die rebellische Kylie Bucknell (Morgana O'Reilly) einen Geldautomaten ausrauben. Dabei geht jedoch einiges schief. Sie wird festgenommen und erhält vor Gericht die für sie wohl schlimmste Strafe: acht Monate Hausarrest - im Haus ihrer Mutter (Rima Te Wiata). Eigentlich plant sie, diese Zeit nur vor dem Fernseher zu verbringen. Doch so weit kommt es nicht, denn im elterlichen Haus gehen seltsame Dinge vor. Man hört geheimnisvolles Flüstern, in den Wänden rumpelt es - kein Wunder ist Kylies Mutter felsenfest davon überzeugt, dass es im Haus spukt.

Kylie hält dies erst für Unsinn, doch bald beginnt auch sie daran zu zweifeln, ob nicht doch etwas Übernatürliches vorgeht. Als sie im Keller Unterlagen findet, die belegen, dass das Haus einst als psychische Anstalt für Kids diente, scheint alles klar: Ein Mädchen wurde damals im Haus ermordet, und dessen Geist will nun offenbar den Mörder bestraft sehen. Mit dieser Theorie machen sich Kylie und ihr Hausarrestüberwacher Amos (Glen-Paul Waru) an die Ermittlungen. Doch der Fall ist verzwickter als gedacht, und auch das Haus birgt noch manches Geheimnis...

Schade ist es um die erste Filmhälfte, die leider zu langsam und unspektakulär geraten ist. Denn das Finale ist absolut gelungen und bietet neben Gelächter und Spannung auch ein paar äusserst amüsante Schockeffekte. Am Ende ist es eine gelungene Mischung typischer Horrorfilmszenarien - nur braucht es ein bisschen gar viel Sitzfleisch, bis der Schalter zum Horrorspass umgelegt wird.

"Nicht noch ein Geisterfilm!" dürften horrorfilmerfahrene Zuschauer bei der Kurzbeschreibung von Housebound grummeln. Doch halt, ganz so einfach ist es dann doch wieder nicht. Was nämlich anfangs verdächtig nach einem weiteren Vertreter des doch langsam etwas gar überstrapazierten Geisterhaus-Genres aussieht, entpuppt sich als durchaus spannende Mischung, welche im Laufe der Spielzeit eine ganze Reihe an typischen Horrorszenarien durchspielt.

Zum anfänglichen Haunted-House-Szenario mit einem tüchtigen Schuss Slasher gab der neuseeländische Erstlingsregisseur Gerard Johnston unter anderem eine gehörige Portion Familienkomödie hinzu. Der Filmauftakt verspricht so auch eine bitterschwarze Horrorkomödie, und das wird letztlich auch geboten. Leider muss man bis dahin einiges an Durchhaltevermögen beweisen, denn es dauert lange, bis der Film wirklich an Fahrt aufnimmt. In der ersten Filmhäfte scheint der schwarze Humor zwar immer um die Ecke zu liegen, schafft es jedoch nur selten wirklich auf die Leinwand. Nachdem der Film dann aber zahlreiche Finten geschlagen hat und wiederholt gezeigt hat, dass man nicht mit allzu konventionellen Wendungen - bzw. mit der Kombination vieler Horrorfilmelemente - rechnen sollte, wird das Ganze aber doch sehenswert. Erstlingsregisseur Gerard Johnston trägt hier freilich die Fackel anderer neuseeländischer Horrorfilmregisseure wie etwa Peter Jackson weiter, welche längst gezeigt haben, dass man abseits von Hollywood sehr erfolgreich mit Klischees spielen und diese herrlich unterwandern kann.

Wie bei einem guten Wein muss man Housebound deshalb schon etwas Zeit geben, um seinen vollen Geschmack zu entfalten. Trotz des durchaus innovativen Potenzials der ersten Filmhälfte bleibt es vorerst bei angedeuteten Schreckmomenten und vielen unangenehmen sozialen Begegnungen, welche einige Gelegenheiten für düstere Unterhaltung verschenken. In der zweiten Filmhälfte dreht der Film jedoch auf. Zahlreiche freche Einfälle und unerwartete Wendungen lockern die bis dahin herrschende Halblangweiligkeit auf; der endlich einsetzende tiefschwarze Humor und eine gehörige Portion Kunstblut machen Housebound schliesslich zum Finale hin endlich zu einem ebenso amüsanten wie spannenden Film.

Petra Schrackmann [pps]

Petra arbeitet seit 2007 für OutNow und haut auch für Lektorat und Listicles in die Tasten. Als Genrefan verbringt sie ihre Film- und Serienabende lieber mit Zombies, Hobbits oder RVAGs als mit Rom-Coms. Als Leseratte ist sie fasziniert von Comic- und Buchverfilmungen (sogar den schlechten!).

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Kommentare Total: 2

pz_mann

Treffende Kritik; aber kein Wort über die Haupdarstellerin Morgana O'Reilly? Ich fand sie und ihre Fähigkeit auf unzählige Arten eine Schnute zu ziehen wirklich ganz wunderbar in dem Streifen. Ohne sie wäre das Ganze wohl dem durchschnittlichen Durchschnitt anheim gefallen.

pps

Filmkritik: Es gibt einen Grund, warum das Haus so billig war...

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