Continuum - Season 3 (2014)

Continuum - Season 3 (2014 / Serie)

Serien-Review: Wenn jetzt nichts geschieht, waren wir erfolgreich. *boooom*

Ihr habt ein komisches Hobby...
Ihr habt ein komisches Hobby... © Studio / Produzent

Die Polizistin Kiera Cameron (Rachel Nichols) kommt ursprünglich aus dem Jahre 2077, doch durch einen Vorfall ist sie mit Terroristen der Organisation Liber8 im Vancouver der Gegenwart gelandet. Seither hat sie alles versucht, um zum einen die Terroristen zu stoppen und zum anderen wieder einen weg nach Hause zu finden. Dabei hat sie sich mit Alec Sadler (Erik Knudsen), der die Zukunft als CEO eines mächtigen Computer-Imperiums prägen wird, sowie dem lokalen Polizisten Carlos (Victor Webster) verbündet.

... sammelt ihr Menschen oder was?
... sammelt ihr Menschen oder was? © Studio / Produzent

Was jedoch als einfache Aufgabe beginnt, wird immer gefährlicher, denn andere Menschen aus der Zukunft setzen alles daran, die Vorherschaft in der Gegenwart an sich zu reissen. Kiera muss gegen alle Fronten ankämpfen. Gerade als sie endlich alle Puzzleteile beisammen hat, um in ihre Zeit zurückzukehren, verliert sie alles. Alec kehrt selber in die Vergangenheit zurück, um seine Freundin zu retten, während Keira zurückbleibt und überrannt wird. Jetzt steht sie vor dem Problem, dass sie keinen Weg zurück in die Zukunft hat und mit Alecs Zeitreise ist die Zeitlinie komplett ins Chaos gestürzt worden. Wird es Keira noch gelingen, den Schaden zu reparieren, oder ist die Zukunft mit ihrer Familie endgültig verloren?

Mit der zweitletzten Staffel von Continuum spielen sie die Stärken der Serie grossartig aus und haben daraus eine durchwegs spannende und kurzweilige Staffel gestrickt. Neue Mitspieler, alte Feinde und unerwartete Verbündete, wenn ein gemeinsame Gefahr naht, machen die Staffel erfrischend vielseitig und zeigen deutlich, wie sich die Charaktere mit der Zeit verändert haben. Dies und der mysteriöse Cliffhanger am Ende der Staffel machen Hoffnung auf eine spektakuläre letzte Staffel.

Wiederum setzt Season 3 nahtlos an den Vorgänger an und lässt nach einem kurzen Auftakt das Alec/Kiera-Team ein paar weitere Tage in die eigene Vergangenheit reisen, woraufhin 2 Alecs und 2 Kieras in der Gegenwart aktiv sind. Die Zusammenarbeit mit den Freelancern - welche es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Zeitlinie zu bewahren - verleiht der Handlung eine weitere Ebene, und gewohnt dicht werden zukünftige Ereignisse mit den Machenschaften von Liber8 sowie gesellschaftlichen Problemen gemixt. Im Gegensatz zu den anderen Staffeln wird jedoch 2077 lediglich genutzt, um die Handlung mit wenigen Minuten zu ergänzen - hauptsächlich steht in der Staffel die Gegenwart im Fokus.

Die dritte Staffel beginnt von Anfang an sehr dicht, doch im Gegensatz zu den anderen, wo es meistens sehr klare Ziele gab, ist dieses Mal nicht wirklich klar, in welche Richtung es geht. Jeder Charakter und jede Gruppierung macht ihren Handlungsbogen durch und arbeitet auf die eigenen im Schatten liegenden Ziele hin. Dabei wird offensichtlich, dass die Zeitreisenden immer mehr über das Schicksal der Gegenwart entscheiden, denn die Akteure der Gegenwart - wie die Polizei und Politiker - werden immer mehr zu Statisten, welche mit dem Fallout der verschiedenen Organisationen und Interessensgemeinschaften zurechtkommen müssen.

Kiera hingegen hat sich nach dem emotionalen Zusammenbruch in der zweiten Staffel ebenfalls gefangen, und zum ersten Mal bricht sie von den Gedankenmustern und den Meinungen los, welche ihr in der Zukunft ins Hirn gebrannt wurden. Zum ersten Mal sieht sie die grauen Schattierungen der Gesellschaft. Dies gibt ihrem Charakter auch Raum für Entwicklungen und Entscheidungen, welche sie in den vergangenen Staffeln nie getroffen hätte. Sie wird genau zum richtigen Zeitpunkt zum Individuum, das nicht nur die blinde Macherin ist, welche nur zu ihrer Familie zurück will, sondern das "Big Picture" sieht und ihre Werte dementsprechend neu auslegen muss.

Von der Handlung her rückt das Zeit-Kontinuum immer mehr in das Zentrum der Handlung; wie es intakt gehalten wird und dass das Herumspringen zwischen den verschiedenen Zeitlinien deutlich mehr Auswirkungen hat als bislang gezeigt wurde. Dies in Kombination damit, dass nun zwei Alecs in der Gegenwart unterwegs sind, welche unterschiedlicher nicht sein könnten, macht die Staffel enorm unberechenbar und auch vielseitig. Auch deshalb kann man ohne weiteres sagen, dass die Staffel gut eingefädelt ist und die Serie als Ganzes noch besser weiterentwickelt.

/ db