Aloft (2014)

Vogelfrei

Ivan lebt als kleiner Junge mit seiner Mutter Nana (Jennifer Connelly) und seinem jüngerem Bruder Gully auf einem kleinen Anwesen im Norden Amerikas. Nana arbeitet auf einer Schweinefarm und opfert ihre Freizeit dafür, eine Lösung für die Krankheit Gullys zu finden. Das führt sogar dazu, dass sie einem Wunderheiler hinterherfährt. Durch ihn wird Nana auf ihre eigenen heilenden Kräfte aufmerksam. Nana verlangt, dass Ivan ihr und seinem Bruder zur Seite steht. Doch Ivan verschliesst sich trotzig in seine eigene Welt und kümmert sich nur um seinen Falken Inti. Ein folgenschwerer Unfall reisst die kleine Familie jäh auseinander.


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5.0 Sterne 

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Film-Informationen

Drehorte: USA, Spanien, Frankreich 2014
Genre: Drama

Regie: Claudia Llosa
Drehbuch: Claudia Llosa
Musik: Michael Brook

Darsteller: Jennifer Connelly, Mélanie Laurent, Cillian Murphy, William Shimell, Nancy Drake, Zen McGrath, Winta McGrath, Carson Nattrass, Allan Wallace Dunkeld, Erika Marxx, Judy Cook, Cam Gates, Marjorie Roden, Karen Tusa

» The Internet Movie database (IMDb)


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2 Kommentare

Esoterik boomt. Und das nicht erst seit gestern. Die Menschen treten scharenweise aus den klassischen Kirchen aus und suchen einen Trost bei Engeln, Tarot-Karten und Wahrsagern. In eine ähnliche Kerbe schlägt der neue Film von Claudia Llosa. Doch anstatt die selbsternannten Wunderheiler zu parodieren oder kritisieren, erzählt sie in ruhiger Weise die Auswirkungen, sollte die Esoterik wichtiger werden als die eigene Familie. Als Ivan ein kleiner Junge ist (Zen McGrath), arbeitet seine Mutter Nana (Jennifer Connelly) auf einer Farm. Daneben widmet sie sich vor allem Ivans kleinem Bruder Gully (Winta McGrath), der durch eine Krankheit geistig verfällt. Die Mutter verlangt, dass Ivan dem Bruder zur Seite steht. Doch der verharrt trotzig in seiner eigenen Welt, in der er die Flugmanöver seines Falken Inti verfolgt. Eines Tages lässt sich ein Heiler im Ort nieder. Durch ihn entdeckt Nana ihre eigene heilende Kraft. Die beiden bauen fragile Zelte aus Ästen und helfen fremden Kindern, gesund zu werden. Durch einen tragischen Unfall wird Nanas Familie schliesslich auseinandergerissen. Jahre später macht Ivan (Cillian Murphy) sich auf die Suche nach seiner Mutter. Er ist jetzt selbst Vater. Ivan reist in Begleitung der Journalistin Jannia (Mélanie Laurent) immer tiefer in eine unbekannte Landschaft.

Der grosse Vorteil ist, dass die Geschichte im Niemandsland spielt. Es gibt keine geographischen Angaben zu den Orten. Alles, was man sieht, ist Eis und Schnee; eine öde Landschaft mit wenigen Pflanzen. Die Menschen, die dort leben, sind Arbeiter. Ihre Gesichter sind müde. Die Geschichte in solch einer Tristess zu erzählen, sorgt dafür, dass es wenig Einflüsse von Aussen gibt. Deshalb kann sich die Heilkraft von Nana ungehemmt entfalten. Auch der Erzählstil, permanente Parallelmontagen, ist gut gewählt. Erst wird ein Stück von Ivans Kindheit erzählt, dann Ivan als Erwachsener, dann wieder die Kindheit und so weiter. Dies lockert die Geschichte merklich auf, ganz besonders am Anfang, wenn in beiden erzählten Handlungssträngen noch nicht viel passiert und die Charaktere erst etabliert werden. Der Film enthält zwei schauspielerische Highlights. In einer Szene schreit Nana Ivan an und zwar so, das es einem wirklich durch Mark und Bein fährt. Der erwachsene Ivan in Form von Cillian Murphy revanchiert sich später mit einem ebenso emotionalen Wutausbruch. Beide Szenen bleiben nach dem Kinobesuch noch stark im Gedächtnis.

Leider bleiben auch unglaublich viele Fragen offen: Woher kommt der Heiler? Woher hat er seine Heilkräfte und wieso hat Nana sie auch? Warum kümmert sich Nana lieber um fremde Kinder, als um ihre Eigenen? Was ist überhaupt ihre Motivation? Wieso betrügt Ivan seine Frau, die er doch offenbar liebt? Wer von diesem Film klare Antworten erwartet, ist hier falsch. Vieles bleibt vage und unerklärlich, was den Charme des Films etwas zerstört.

Inhaltliche Lücken (4/6)

» Filmkritik: Gefangen in der eigenen Seele