The World's End (2013)

The World's End (2013)

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  3. 109 Minuten

Blu-ray-Review: Beizentour

Vor allem auch im Kopf...
Vor allem auch im Kopf... © Universal Pictures Switzerland

Früher war alles besser. So sieht es auf jeden Fall Gary King (Simon Pegg), der in seiner Jugend wegen seiner respektlosen Art eine Legende war und jetzt immer noch versucht den Status als ohne Verpflichtungen lebender Mann zu erhalten. Seine Freunde haben derweil alle "erwachsene Wege" eingeschlagen. So wie Oliver (Martin Freeman), der sein Geld als Immobilienmakler verdient, wie Steven (Paddy Considine), der als Architekt Karriere gemacht hat, oder auch Peter (Eddie Marsan), welcher Job und Familie unter einen Hut zu bringen versucht. Auch Garys ehemaligem besten Freund Andy (Nick Frost) läuft es in der eigenen Anwaltskanzlei wunderbar und ist gar nicht erfreut, als er eines Tages den alten Freund in seinem Büro erblickt und dieser ihm seinen Plan offenbart.

Cheers!
Cheers! © Universal Pictures Switzerland

Gary möchte nämlich mit seinen alten Kumpels zurück in die Heimat nach Newton Haven. Dort haben sie als junge Männer mal eine Pubtour gestartet, bei der sie alle zwölf Pubs der Ortschaft in einer einzigen Nacht besuchen wollten. Doch kurz vor dem Ziel war wegen des anbrechenden Tages Schluss. Dies wurmt Gary noch immer, und so will er jetzt einen zweiten Versuch wagen. Auch wenn seine vier Freunde zuerst wenig begeistert sind, werden sie letzten Endes doch noch zur Teilnahme überredet. Doch als sie ankommen, merken sie, dass in ihrer alten Heimat seltsame Dinge vor sich gehen...

Simon Pegg hat sich in den letzten Jahren zu einem gern gesehenen Blockbuster-Darsteller gemustert. Ob nun im Mission Impossible-Franchise oder in der neu aufgegleisten Star Trek-Reihe von J.J. Abrams; Pegg ist in Hollywood längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. Das Markenzeichen des Engländers ist sein einzigartiger Sinn für Humor. Als Stand-Up Comedian hat er sein Talent ein erstes Mal unter Beweis gestellt und die ersten Filmrollen liessen nicht lange auf sich warten. Nach der ersten äusserst erfolgreichen Zusammenarbeit (Spaced) mit Regisseur Edgar Wright gelang ihm mit Shaun of the Dead der endgültige Durchbruch. Der Zombieklamauk war nicht nur seine Eintrittskarte in den Blockbusterzirkus, sondern auch der Beginn einer erfolgreichen Ära. Die Cornetto-Trilogie war geboren. Drei Jahre später folgte mit Hot Fuzz der zweite und nun, wiederum sechs Jahre danach, mit The World's End der letzte Teil der Trilogie.

Wright setzt ein weiteres Mal auf ungewöhnliche Ideen und auf die hemmungslosen Plappermäuler seiner Lieblinge Frost und Pegg. Zusätzlich hat es sich der ebenso auf dem aufsteigenden Ast befindende Regisseur aber nicht nehmen lassen, seine mit dem Erfolg verbundenen Möglichkeiten auszunutzen und mit Martin Freeman (The Hobbit), Pierce Brosnan (GoldenEye), Paddy Considine (The Bourne Ultimatum), Eddie Marsan (Sherlock Holmes) und Rosamund Pike (Jack Reacher) Schauspieler zu verpflichten, die auf renommierte Namen hören.

The World's End ist ein Film, bei dem man im Vorfeld am besten möglichst wenig in Erfahrung bringt. Die Überraschungen, die Wright für die Zuschauer bereithält, sind abgefahren und machen seinen Trilogie-Abschluss erst zu einem besonderen Erlebnis. Ein grosser Bestandteil der genreübergreifenden Komödie, soviel sei gesagt, übernimmt der übermässige Konsum von Bier. Eine in die Jahre gekommene Clique veranstaltet eine Sauforgie im ehemaligen Heimatort. Dank Wrights ausgezeichnetem Talent für Situationskomik und unterhaltsame Dialoge, dem ununterbrochenen Geschwafel der fünf Hauptdarsteller und dem sympathischen Plotgerüst, das jeder und jede aus eigener Erfahrung kennt, macht dies richtig Spass.

Trotz dem amüsanten Genremix ist das Saufgelage aber auch ein bisschen zu lang geraten. Besonders auffallend ist die Wiederholungsrate der immer gleich aufgebauten Szenen. Während die einen optimal als Running Gags funktionieren, sind beispielsweise die Kneipenschlägereien mit der Zeit einfach nur noch anstrengend. Leider ist die Dichte der Witze auch nicht durchgehend gleich hoch, und im Vergleich zu den beiden Vorgängern muss sich der letzte Teil klar hinten anstellen.

Die Blu-ray verfügt über einen druckvollen Ton und ein scharfes Bild, das zwar keine Massstäbe setzt, aber auch nie negativ ins Gewicht fällt. Die unveröffentlichte Szene, die im Bonusmaterial auf den Zuschauer wartet, wurde nicht umsonst aus dem Film geschnitten. Das Making-of und der Audiokommentar hingegen sind mehr als einen Blick wert. Hier wird noch einmal ersichtlich, weshalb das Team Wright & Pegg dermassen erfolgreich ist.

Yannick Suter [yan]

Yannick arbeitet seit 2010 als Freelancer für OutNow. Sci-Fi-, Horror- und Mindfuck-Filme sind seine Favorites. Wenig anfangen kann er mit Kostümfilmen und allzu prätentiösen Arthouse-Produktionen. Wer aber etwas über äusserst verstörende Filme erfahren möchte, ist bei ihm an der richtigen Adresse.

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Kommentare Total: 6

muri

Enttäuschung und klar der schlechteste Teil der Cornetto Trilogie

yan

Blu-ray-Review: Beizentour

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Nach Shaun of the Dead und Hot Fuzz waren die Erwartungen an den neusten Streifen von Wright/Pegg/Frost bestimmt sehr hoch. Als alleinstehender Film ist er bestimmt gelungen. Aber im Vergleich zu den anderen beiden deutlich schwächer.

Vor allem beim Humor gibt es deutlich weniger zu lachen. Dafür ist die Story äusserst originell und The World's End strotzt nur so von tollen Anspielungen.

Von mir gibt es ebenfalls eine 4.5.

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