Wolf Creek 2 (2013)

Wolf Creek 2 (2013)

Oder: Die etwas andere Känguru-Jagd

Thumbs up!

Thumbs up!

In der australischen Wüste sitzen zwei Polizisten im Streifenwagen. Als ein Truck an den unterforderten Gesetzeshütern vorbeikurvt, nehmen die beiden Herren in Blau trotz legaler Geschwindigkeit die Verfolgung auf und stoppen den australischen Hinterwäldler Mick (John Jarratt). Freundlich macht er darauf aufmerksam, dass er gar nicht zu schnell gefahren sei, was die Polizisten aber bestreiten. Nachdem der Strafzettel ausgehändigt wurde, fahren sie wieder davon. Doch die Rechnung haben sie ohne den Redneck gemacht. Dieser packt das Scharfschützengewehr aus und bestraft die beiden Bullen auf seine Weise.

Schon wieder Ausländer!

Schon wieder Ausländer!

Im gleichen Gebiet ist das Pärchen Rutger (Phillipe Klaus) und Katarina (Shannon Ashlyn) auf Backpackertour und besichtigt den Wolf Creek. Da sie nach der Tour keine Mitfahrgelegenheit finden können, entschliessen sie sich in der Wildnis zu campieren. Mitten in der Nacht fährt Mick mit seinem Truck vor und macht das Paar auf das Zeltverbot aufmerksam und bietet ihnen an, mit ihm weiterzufahren. Doch Rutger widerspricht dem Einheimischen und ist von seiner Idee nicht begeistert, worauf Mick kurzen Prozess macht und den jungen Tramper niedersticht. Er schnappt sich das Mädchen und tuckert davon.


Film-Rating

Hitchhiker und Backpacker leben auf gefährlichem Fusse. Ob in Filmen wie Borderland, Turistas oder in der Realität ist der Autostopp mit einem gewissen Risiko verbunden und kann bös ins Auge gehen. Der Australier Greg Mclean hat diesem Horror bereits Wolf Creek gewidmet und präsentiert nun seinen Nachfolger. Das Sequel Wolf Creek 2 wurde lange hinausgeschoben und feierte nun endlich in Venedig seine Premiere. Inhaltlich bewegt man sich in ähnlichen Territorien, und auch Bad Guy Mick (John Jarratt) ist wieder mit von der Partie. Dieses Mal wird ein deutsches Pärchen vom Redneck gejagt, und zusätzlich bekommt es dieser mit einem hartnäckigen Briten (Ryan Corr) zu tun. Der australische Folterfilm erfindet das Rad also nicht neu, kann sich aber mit schönen Landschaftsaufnahmen, schonungslosen Goreeffekten und einem unterhaltsamen Bösewicht doch ein wenig vom Einheitsbrei abheben.

Wie schon im Original überzeugt John Jarrat als fieser Australier und bringt auch hier das Publikum mit Overacting und Onelinern zum Lachen. Die gejagten Tramper hingegen sind auch in Wolf Creek 2 ziemlich austauschbar und wurden auch mit unbekannten Namen besetzt. Da sich Mclean keine Zeit nahm, den Opfern eine Geschichte zu verleihen, sind die Kills zwar blutig anzusehen, der dramatische Effekt geht dadurch aber flöten. Mit der Einführung des Briten eröffnet sich dem Film unerwartet ein weiterer Handlungsstrang. Die Gräueltaten des Peinigers und der anscheinend wahre Hintergrund der Story werden auf einmal sichtbar, und das Katz -und Mausspiel hat vor allem für Horrorfans einen ansprechenden Unterhaltungswert.

Ähnlich wie im ersten Teil kämpft der Film aber mit der zu langen Spielzeit. Gegen Ende wiederholen sich Passagen und eine langgezogene Quiz-Folterszene steht völlig quer im Werk und wirkt, als hätte man mit dem Vorschlaghammer Komik mit Folter verbinden wollen. Dies obwohl Wolf Creek 2 auch sonst einige Male unfreiwillig komisch daherkommt. Sei es nun, weil der ständig Sprüche klopfende Bad Guy mit seinem Truck immer am richtigen Ort steht, oder wenn sich die armen Teenager klischeehaft dämlich anstellen und ein Entkommen so unmöglich machen. Nichtsdestotrotz, oder vielleicht auch gerade deshalb lohnt sich vor allem für Horrorfans ein Blick, denn wer auf knüppelharten Gore und trashigen Witz abfährt, kann mit diesem handwerklich ordentlich inszenierten Slasher nichts falsch machen.

Fazit: Wolf Creek 2 basiert lose auf wahren Begebenheiten von verschwundenen Backpackern in Australien. Wie glaubwürdig sich Mcleans Endresultat nun tatsächlich anfühlt, muss jeder für sich entscheiden. Wer einen ernsthaften und nachhallenden Schocker mit Tiefe erwartet, ist hier garantiert falsch; wenn man sich aber mit einem lockeren, witzigen Blutfest im schönen Australien anfreunden kann, wird man vor allem dank dem Bösewicht Gefallen am Film finden.


OutNow.CH:

Bewertung: 3.5

 

05.09.2013 / yan

Community:

Bewertung: 3.4 (10 Bewertungen)

 

 

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