Vijay and I (2013)

Vijay und ich - Meine Frau geht fremd mit mir

Vijay and I (2013) Vijay und ich - Meine Frau geht fremd mit mir

Oder: Wecke den Inder in dir

Aus Will ...

Aus Will ...

Es ist Freitag der 13., es ist sein Geburtstag, und es ist die Hölle. Niemand scheint an Wills (Moritz Bleibtreu) 40. gedacht zu haben. Was nicht stimmt, denn eine Überraschungsparty trägt ihren Namen nicht einfach so. Doch Will ahnt von nichts und fühlt sich von der Familie und mindestens von der ganzen Welt im Stich gelassen. Und überhaupt: Statt der neue Marlon Brando zu sein, arbeitet er als Kaninchen angezogen in einer New-Yorker-Kinder-TV-Show. Doch genug ist genug. Will stampft aus der Sendung, fährt innerlich auf 180 durch New York - und lässt sich an der ersten Tanke das Auto klauen.

.. wird Vijay.

.. wird Vijay.

Etwas später findet sich Will im Apartment seines Kumpels Rad (Danny Pudi) wieder und bald auch in einer pikanten Situation. Der Dieb hatte einen Unfall, und nun meint jeder, Will sei tot. Anstatt seiner Frau (Patricia Arquette) die Wahrheit zu eröffnen, wird er vom Gedanken verführt, an seiner eigenen Beerdigung als Gast dabei zu sein. Das macht er dann auch, als Inder namens Vijay getarnt. Dabei treibt er sein Spiel so auf die Spitze, dass er nach wenigen Tagen mit der Witwe im Bett landet.


Film-Rating

Wer schon lange einmal wissen wollte, was die Mitmenschen von einem denken, dem sei geraten: den eigenen Tod vortäuschen, sich als Inder verkleiden, Leute ausfragen. Natürlich ist das real eine haarsträubende Idee. Eine Komödie dagegen basiert mitunter aber genau auf diesem einen kurzen Moment der totalen Hirnverbranntheit. Da ruft Will nach der Unfallmeldung seine Familie an, aber als abgenommen wird, sagt er nichts. Weil Will gerade beschlossen hat, dass Will nicht mehr Will sein will.

Sondern eben ein Inder. Denn, Culture Clash vor dem Hintergrund der so durchmischten Weltstadt New York, jaja, das leuchtet ein. Inder auch, denn damit will sich der Film eine Lachgarantie lösen (Aussehen! Akzent! Libido!). Vijay and I zeigt aber schnell auf, dass es damit keineswegs getan ist. Was diesem Komödchen vom Start weg fehlt, ist der Schwung. Bezeichnend die Beerdigungsszene, die sich so lange und ungelenk dahinzieht - man wähnt sich da als Zuschauer eines Bühnenschwanks und nicht eines Kinofilms.

Das erstaunt, hat doch Regisseur Garbarski vor sechs Jahren mit grosser Trittsicherheit "Irina Palm" inszeniert. Zur Erinnerung: Da heuert eine Oma in einem Sexschuppen an, um Männern mit sanfter Hand Befriedigung zu bereiten. So eine Prämisse ist ein schmal zu bewandernder Grad. Doch die Pointen setzte Garbarski damals geschmacksicher, und er liess genug Ernsthaftigkeit zu, um der Lächerlichkeit keinen Sauerstoff zu bieten.

Bei "Vijay and I jedoch bekommt Garbarski die nötige Komödien-Überhöhung nicht hin, um etwa die Figur von Patricia Arquette und deren Launigkeit lustig erscheinen zu lassen. Zuweilen wähnt man sich in einem dünnflüssigen Fernsehspiel, so simpel und unentschlossen ist das hier alles. Den grossen Komödianten kann Bleibtreu nicht vom Stapel lassen, denn Auszeichnungsmöglichkeiten gibt es praktisch keine - wenngleich er den Akzent hinbekommt. Vijay and I bleibt so letztendlich das pure Gegenteil von Vijays Teint, nämlich blass.


OutNow.CH:

Bewertung: 2.0

 

10.08.2013 / uas

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Bewertung: 2.8 (5 Bewertungen)

 

 

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