Snitch (2013)

Snitch (2013)

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  3. 112 Minuten

Blu-ray-Review: Papa springt ein

Fear the Beard!
Fear the Beard! © Studio / Produzent

Jason (Rafi Gavron) wollte eigentlich nur das Päckli entgegennehmen, das ihm sein Kumpel geschickt hat. Natürlich hat er gewusst, dass sich Drogen drin befinden, aber als dann die Cops auftauchen, geht der Junge unter. Er wird vor die Anwaltschaft geführt, und sein Dad John ("The Rock" Dwayne Johnson) sieht sich einer komplizierten Situation gegenüber: Entweder geht der für ein Jahrzehnt (oder mehr) in den Knast, oder er verpfeift seine Kollegen. Letzteres kommt nicht in die Tüte, worauf Papa John einen Plan fasst.

Ja Herr Doktor, es zieht ein bisschen...
Ja Herr Doktor, es zieht ein bisschen... © Studio / Produzent

Er macht einen Deal mit Staatsanwältin Keeghan (Susan Sarandon), in dem er ihr Namen und Hintermänner der Drogenszene verspricht. Dafür muss er sich aber als Drogenkurier in die Szene einschleusen lassen, um so an sein Ziel zu kommen. Für einen ehrenwerten Bauunternehmer wie John Matthews ist das aber leichter gesagt, als getan. Immerhin hat er noch Undercover-Agent Cooper (Barry Pepper) in der Hinterhand, der den Drogen-Amateur überwacht.

Dwayne "The Rock" Johnson hat sich in den letzten Jahren durch Filme wie Fast and Furious 6 oder G.I. Joe: Retaliation definitiv zum Actionhelden gespielt. Wo immer es was zu prügeln oder knallen gibt, ist der gute Mann aus Kalifornien nicht weit. Da erstaunt es auch nicht, dass sein nächster Film Hercules: The Thracian Wars heisst und ein richtig hartes Ding werden soll. Dass der Felsen aber auch anders kann und sich somit wohltuend von den üblichen Hau-Drauf-Kollegen unterscheidet, zeigt sein aktueller Film Snitch.

Hier geht es nämlich für einmal nicht um Explosionen und Welteroberungen, sondern um eine Familie, deren Vater einen ungewöhnlichen Weg geht, um den Sohn vor einer Gefängnisstrafe zu schützen. Das macht er auf ernsthafte und interessante Weise, und wenn mal geprügelt wird, dann kriegt der "Held" eins auf die Fresse. Zwar machen nicht alle Schritte des verzweifelten Vaters richtig Sinn, und manches kommt uns sehr simpel und einfach vor, aber Snitch zieht diesen Weg bis zum Ende durch. Und das spricht definitiv für den Film.

Neben Johnson, der hier einmal mehr beweist, was für ein guter Schauspieler in ihm steckt, tauchen auch bekannte Namen wie Susan Sarandon (kleine Rolle, gute Arbeit) oder Benjamin Bratt (Miss Congeniality) auf. Obendrauf entdecken wir, versteckt hinter einem üblen Bart, auch Barry Pepper, der immer wieder in grossen Produktionen wie The Lone Ranger oder True Grit auftaucht.

Fazit: Snitch ist ein gelungener Film, der zeigt, wie weit Vaterliebe gehen kann. Dass dabei nicht alles so klappt wie erhofft, macht die Geschichte, die auf wahren Begebenheiten basieren soll, noch spannender. Dazu leisten die Darsteller gute Arbeit, und mit der musikalischen Untermalung wird sparsam umgegangen. Passt.

Snitch ist ein sehr dunkler und auch ruhiger Film. Dabei leisten der schön abgemischte Ton und das glasklare Bild ganze Arbeit und sind makellos. Im Bonusmaterial werden vier neue Szenen gezeigt sowie Reportagen über den Film, die Besetzung und das Design. Hier kommen alle wichtigen Macher des Films zu Wort, und wir lernen auch etwas über die Hintergründe der Entstehung. Die immer interessante B-Roll und eine Bildergalerie runden das Angebot ab.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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Kommentare Total: 2

muri

Blu-ray-Review: Papa springt ein

yan

Dwayne Johnson hat ja für Disney schön öfters die Fäuste ruhen lassen und sich für Kinderfilme zum Affen gemacht. In Snitch ist er zwar kein verspielter Daddy, sondern ein eher in sich gekehrter Kerl, der seinen Sohn aus dem Gefängnis holen will. Das actionarme Drama beruht auf wahren Begebenheiten, wobei sich der wahre Teil wohl auf den Spitzel an sich bezieht und nicht auf die unlogische Geschichte an sich. Snitch ist nämlich alles andere als realistisch und hat mit vielen Logiklöcher zu kämpfen. Johnson macht seine Sache ordentlich, obwohl man ihm seine Emotionen kaum ansieht. In technischer Hinsicht gefällt Snitch richtig gut. Die wenigen Actionszenen sind erfrischend anders und man verfolgt für einmal keine übermenschliche Hauptfigur, die jeden noch so unbezwingbaren Gegner mit Leichtigkeit auseinandernimmt. Dennoch ist, wie bereits erwähnt, die Geschichte an sich einfach an zu vielen Punkten nicht nachvollziehbar. Die Figuren verhalten sich untypisch und die getroffenen Entscheidungen, gepaart mit den darauffolgenden Konsequenzen sind zu wenig schlüssig. Fazit: Snitch ist ein etwas lauteres Drama, mit schönen Actionmomenten, spannenden Ideen und vielen Hängern in der Geschichte. Wer darüber hinwegsehen kann, der wird vielleicht auch eine etwas höhere Bewertung abgeben können. Mir persönlich hat das unlogische Verhalten der Protagonisten aber einen Strich durch die Rechnung gemacht.

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