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Sein letztes Rennen (2013)

Wo ist denn die Flasche Pommes-Frites?

Paul Averhoff (Dieter Hallervorden) war vor über 50 Jahren ein gefeierter Marathonläufer, der sogar an den olympischen Spielen zu einer Medaille lief. Nun aber ist er alt und zu schwierig, als dass sich Tochter Birgit (Heike Makatsch) um ihn und Gattin Margot (Tatja Seibt) kümmern könnte. Er wird ins Altersheim abgeschoben, wo er sich strengen Regeln unterwerfen muss und Kastanienfigürchen bastelt. Da es das nicht wirklich sein kann, fasst Paul einen waghalsigen Plan: Er will für den Berlin-Marathon trainieren und diesen auch laufen.


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4.5 Sterne 

» Blu-ray-Kritik


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Film-Informationen

Drehort: Deutschland 2013
Laufzeit: 114 Minuten

Kinostart: 22.05.2014
Verleih: Arthouse Commercio Movie AG

Regie: Kilian Riedhof
Drehbuch: Kilian Riedhof, Marc Blöbaum, Peter Hinderthür
Musik: Peter Hinderthür

Darsteller: Dieter Hallervorden, Tatja Seibt, Heike Makatsch, Heinz W. Krückeberg, Frederick Lau, Otto Mellies, Mehdi Nebbou, Katrin Saß, Reinhold Beckmann, Carolin Boltz, Annekathrin Bürger, Jörg Hartmann, Tilla Kratochwil, Katharina Lorenz, Barbara Morawiecz, Maria Mägdefrau, Matthias Opdenhövel, Alexander Yassin

» The Internet Movie database (IMDb)


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3 Kommentare

Paraderolle für Dieter Hallervorden. Sehr sehenswerter Film über das Altsein und Altwerden. Auch die Interviews auf der DVD mit den Schauspielern und dem Regisseur sind sehr interesssant und erhellend...

» Filmkritik: Kein PalimPalim mehr!

Paul Averhoff (Dieter Hallervorden) - Weltklasse-Marathon-Läufer der 1950er Jahre, Olympia-Sieger 1956 in Melbourne - muss mit seiner Frau Margot (Tatja Seibt) aufgrund deren gesundheitlichen Zustandes sowie auf Drängen der gemeinsamen Tochter (Heike Makatsch) in ein Berliner Altenheim ziehen. Dort fühlt er sich unwohl und hat Angst, sich in der Ergotherapie "totzubasteln". Um dem in seinen Augen tristen Dasein zu entfliehen, beginnt er im Park des Altenheims mit Lauftraining. Darauf angesprochen, verkündet er, am Berlin-Marathon teilnehmen zu wollen. Trotz einiger Bedenken wird auch seine Frau wie früher seine Trainerin. Im Heim regt sich Widerstand gegen den "Revolutionär" Averhoff, der mit seinen Trainingseinheiten den üblichen - Tag für Tag gleichen - Ablauf stört. Erst als ein Mitbewohner sich an ihn als ehemaligen Olympia-Sieger erinnert und sogar eine originale Autogrammkarte in seinen Unterlagen findet, erfahren die Eheleute Averhoff von einigen Bewohnern bei ihrem Projekt Unterstützung.

Viele Filme über Menschen im Alter gibt es schon. Manche tun weh, manche gehen ans Herz. Sein letztes Rennen schafft es Beides zu sein. Inhaltlich erinnert der Film hier und da an die Handlung von Song for Marion. Im Gegensatz zu diesem schafft es aber Regisseur und Drehbuchautor Kilian Riedhof nicht nur eine rührende Geschichte zu erzählen, sondern innerhalb dieser auch in die Tiefe zu gehen. Riefhof legt einen starken Fokus auf das Detail. Die häufigen Nahaufnahmen auf die Gesichter der Protagonisten sind ein starkes Anzeichen dafür. Aber auch inhaltlich geht der Film in die Tiefe. Was bedeutet es denn für Kinder, die beruflich dermassen eingespannt sind, dass sie ihre Eltern nicht mehr sehen können? Oder nicht mehr wollen? Wie ist es für die "Alten" in ein Heim abgeschoben zu werden und dort auf den Tod zu warten? Welche Haltung haben die Pfleger? Wie ist ihr Verhältnis zu den Heimbewohnern? All diese Perspektiven zeigt der Film auf ohne dem Zuschauer eine Meinung aufzuzwängen, aber ihn zumindest zum Nachdenken anzuregen.

Der Film ist bis in die kleinsten Nebenrollen fantastisch besetzt. Katharina Lorenz als missmutige Ergotherapeutin, die von ihrem Job nicht wirklich begeistert ist. Der junge Pfleger Tobias, (mal wieder fantastisch) gespielt von Frederick Lau, nimmt die Aussensicht ein. Er integriert sich noch nicht Arbeitsabläufe im Heim, kommt oft zu spät und hat Verständnis für die Heimbewohner, die "endlich mal Spass haben". Er hinterfragt ständig das Leben im Heim und bildet dadurch den starken Kontrast zu Katrin Sass als Heimleiterin, die herrlich böse weder ihrem sperrigen Pfleger noch den Bewohnern des Heims irgendetwas anderes durchgehen als das, was für den Tag geplant ist. Der grosse Dreh- und Angelpunkt des Films ist natürlich Dieter Hallervorden, der an der Seite von der ebenso fantastischen Tatja Seibt sympathisch wie unterhaltsam durch den Film trägt. Wer allerdings ständige Witze und Catchphrases wie "Palim Palim" erwartet, ist hier falsch. Der Film hat durchaus seine lustigen Momente, dennoch ist er mehr Drama als Komödie. Dieter Hallervorden, ein Meister des Comedy-Fachs, zeigt hier seine ernste und besorgte Seite und überzeugt damit über alle Massen.

Gegen Ende des Films verfällt der Film etwas zu sehr dem Kitsch, was man dem Film aber kaum übel nimmt. Sein letztes Rennen sorgt für Lacher und die ein oder andere verdrückte Träne. Das Ensemble überzeugt durch die Bank weg und die Geschichte ist von Anfang bis Ende glaubhaft und rührend.

Dieter Hallervorden in Bestform (5.5/6)