Runner Runner (2013)

Runner Runner (2013)

Oder: Zum Davonrennen

"Steig jetzt ein Justin, das Flugzeug stürzt schon nicht ab."

"Steig jetzt ein Justin, das Flugzeug stürzt schon nicht ab."

Richie Furst (Justin Timberlake) ist ein junger Princeton-Student, der nach einem kurzen Ausflug an die Wall Street finanziell ruiniert ist und sich mit Online-Poker über Wasser hält. Als die Universitätsbehörde mitkriegt, dass Richie nicht nur selber dem Glückspiel verfallen ist, sondern für ein Taschengeld andere Studenten zum Pokern überredet, wird er verwarnt. Aus der Wut heraus setzt er bei einem Spiel sein ganzes Erspartes und verliert. Mit der Überzeugung, dass er betrogen wurde, reist er nach Costa Rica, um den Betreiber der Pokerseite Ivan Block (Ben Affleck) über die Sicherheitslücke zu informieren und seinen Verlust geltend zu machen.

"Was? Vor Wasser hast du auch Angst?"

"Was? Vor Wasser hast du auch Angst?"

Als er im sonnigen Mittelamerika auf das Imperium von Ivan trifft, ist er wie paralysiert. Er verliebt sich in das Leben im Saus und Braus und hat nur noch Augen für Ivans Partnerin Rebecca (Gemma Arterton). Als ihm Ivan dann sogar einen Job anbietet, kann der vom Reichtum träumende Richie nur annehmen. Anfangs läuft alles prächtig, doch als Richie bei einem Auftrag kurzerhand vom FBI entführt wird, wird ihm erstmals bewusst, dass er mit dem Feuer spielt.


Blu-ray-Rating

Es verblüfft, dass Regisseur Brad Furmann nach dem eher düsteren und charaktergetriebenen The Lincoln Lawyer (wir erinnern uns an einen destruktiven Matthew McConaughey) mit einem 08/15-Gambler-Flick aufkreuzt. Die Aufmache verspricht ein rasantes Abenteuer, in dem Justin Timberlake und Ben Affleck brillieren. Nun - wie beim Pokern - hat Furmann hier geblufft ... und verloren.

Runner, Runner verliert jegliche Magie durch seine Anspruchslosigkeit. Der vermeintliche Thriller mutiert zum Paradebeispiel, wie man bei einem Film schon im Vornherein wissen kann, was sich abspielt, wie die Figuren agieren und in welcher Form das Finale ausgetragen wird. Hinzu kommt, dass die Thematik des Online-Spiels zwar immer noch aktuell, aber bereits dermassen ausgelutscht ist, dass ein Drehbuch etwas Extraordinäres beinhalten muss. Dass der Film in beinahe jedes Fettnäpfchen tritt, ist schon fast Kunst.

Neben vielen Klischees - dass ein junger Student in gefährliche Machenschaften gerät, dass Costa Rica der Schauplatz darstellt, und dass (sowieso) alle Parteien korrupt sind - verwirrt das Zusammenspiel von Justin Timberlake und Ben Affleck: Während Timberlake einmal mehr beweist, dass er nicht schauspielern kann, ist Afflecks Rolle definitiv zu dünn und plakativ geschrieben. "Hexenjägerin" Gemma Arterton hat dermassen wenig Screentime, dass sie eigentlich nicht einmal auf dem Cover erscheinen dürfte. Zudem hat ihre Rolle überhaupt keine Bedeutung.

Fazit: Runner, Runner ist wortwörtlich zum Davonrennen. Justin Timberlake und Ben Affleck agieren in einem anspruchslosen und vorhersehbaren Gambling-Flick, der zwar kurzweilig und poppig inszeniert ist, aber kein Fleisch am Knochen hat. Der Film kann einen Heimkinoabend eigentlich nur vermiesen.

An der Blu-ray gibt es nichts auszusetzen. Die Menüführung ist simpel, das Bild und der Ton sind auf ansprechendem Niveau. Nicht, dass einen das Bonusmaterial interessieren würde, aber auf der Disc hat es trotzdem ein paar gelöschte Szenen und ein Making-of, in dem alle wichtigen Personen zu Wort kommen.


OutNow.CH:

Bewertung: 2.0

 

14.01.2014 / woc

Community:

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