Floating Skyscrapers - Plynace wiezowce (2013)

Tiefe Wasser

Floating Skyscrapers - Plynace wiezowce (2013) Tiefe Wasser

Oder: Zerbrochene Herzen machen Schmerzen

Spass im Türkislicht-Milieu

Spass im Türkislicht-Milieu

Der junge Schwimmsportler Kuba (Mateusz Banasiuk) lebt mit seiner Freundin Sylwia (Marta Nieradkiewicz) und seiner Mutter, zu die er eine leicht seltsame Beziehung zu haben scheint, in einem Appartement. Er wirkt glücklich in seiner Beziehung, doch als er auf einer Party den mysteriösen Michal (Bartosz Gelner) kennenlernt, fühlt er sich sofort zu ihm hingezogen, was sein geregeltes Leben von einem Tag auf den anderen verändern wird.

Zwischen den beiden Männern entsteht Liebe, und sie beginnen hinter dem Rücken ihrer Nächsten eine Affäre. Kuba und Michal erleben gemeinsam das grosse Glück, doch es lastet ein grosser Schatten darüber. Sylwia schöpft Verdacht und würde alles tun, um Kuba bei sich zu halten, egal wie unwohl er sich offensichtlich dabei fühlt. Gibt es eine Hoffnung für das homosexuelle Liebespaar, sich von den Menschen in ihren Leben zu lösen und gemeinsam einen neuen Weg einzuschlagen?


Film-Rating

Tomasz Wasilewski wird immer wieder als eine der spannendsten Stimmen des jungen polnischen Kinos gennant. Schaut man sich seinen Zweitling Floating Skyscrapers an, wird auch schnell klar, weshalb. Der Regisseur bietet ein sowohl filmisch als auch thematisch solides Werk, dass keinen kaltlässt. Ein Film wie ein Schlag in die Magengrube, was natürlich nicht gerade für leichte Unterhaltung, sondern vielmehr für ein nachhaltiges Stück Kino spricht.

Da es sich um eine europäische Produktion handelt, kommt das Schwulendrama natürlich weitaus expliziter und erotischer daher als Brokeback Mountain und zeichnet ein realistisches Bild einer homosexuellen Liebesbeziehung. In den Momenten zwischen Kuba und Michal dominiert eine ausgelassene Romantik, die den Kontrast zur anderen Komponente des Filmes umso bitterer macht. Man wünscht den Protagonisten so sehr, dass sie der prüden Gesellschaft entfliehen und irgendwo glücklich werden können zusammen. Man weiss aber auch, dass sie nach ihren gemeinsamen Stunden immer wieder in die Realität zurückkehren müssen.

Die spannenste Figur der Dreiecksgeschichte ist Sylwia, hervorragend gespielt von Marta Nieradkiewicz. Ihre Entwicklung von der zu bemitleidenden Freundin zur berechnenden, gar kaltblütigen Frau fasziniert und beängstigt zugleich. Währenddessen wirkt die angedeutet verstörend ödipale Beziehung zwischen Mutter und Sohn ein wenig unterentwickelt. Wie genau sich diese auf die Psychologie Kubas ausgewirkt hat, kann nur erahnt werden.

Das Ende kommt zwar erwartet, ist dehalb jedoch nicht minder wirkungsvoll und schliesst einen Film ab, der unter die Haut geht und emotional erschlagend ist. Gerade deswegen bleibt er lange im Kopf und lässt nicht los. Dass er formal so toll gemacht ist (Bilder und Soundtrack sind unglaublich stimmungsvoll), ist dann noch das Tüpfelchen auf dem "i".


OutNow.CH:

Bewertung: 5.0

 

06.10.2013 / ma

Community:

Bewertung: 4.8 (7 Bewertungen)

 

 

» Deine Wertung?

Kommentare:

1 Kommentar