Olympus Has Fallen (2013)

Olympus Has Fallen (2013)

Olympus Has Fallen - Die Welt in Gefahr
  1. ,
  2. 119 Minuten

Blu-ray-Review: MÄNNERFILM!

Dir geht's an den Kragen!
Dir geht's an den Kragen! © Ascot Elite

US-Präsident Benjamin Asher (Aaron Eckhart) ist ein umgänglicher Typ. Er liebt seine Frau (Ashley Judd), lässt seinen Sohn mit den Leibwächtern rumspielen und boxt gerne mit dem persönlichen Bodyguard Mike Banning (Gerard Butler). Heute steht ein Anlass bevor, an den eigentlich keiner so richtig gehen will. Trotzdem packt man sich in den Smoking und verlässt Camp David, als plötzlich ein schlimmer Unfall passiert. Leibwächter Mike muss dabei entscheiden, ob er den Präsidenten oder dessen Gattin rettet. Er entscheidet sich für seinen Chef, die First Lady stirbt und Mike stürzt damit in ein psychisches Loch.

Buddies!
Buddies! © Ascot Elite

Monate später arbeitet Mike in Sichtweite des Weissen Hauses und betreut dabei den Premierminister von Südkorea, als plötzlich Flugzeuge einen Angriff fliegen. Es wird geballert, Leute sterben und die Politiker werden aus der Schusslinie gebracht. Doch dann offenbart sich das wahre Grauen. Der koreanische Terrorist Kang (Rick Yune) hat den US-Präsidenten und sein Gefolge als Geisel genommen und kennt kein Erbarmen. Er tötet seine Opfer medienwirksam, während die einzige Hoffnung des Landes in Form von Mike Banning durch die Gänge schleicht. Aber kann ein einzelner Bodyguard gegen eine Armee von Terroristen bestehen?

Der Blockbustersommer ist durch, und die Rauchschwaden nach den Explosionen vor dem Weissen Haus haben sich gelichtet. Neben viel Zerstörung bleibt dabei ein Sieger zurück. Er heisst Olympus Has Fallen, welcher als grosser Aussenseiter gegen den Roland-Emmerich-Actioner White House Down ins Rennen ging. Vor allem dank des kleineren Budgets war beim Gerard-Butler-Film am Ende des Sommers der Gewinn grösser, sodass jetzt auch schon ein obligates Sequel angekündigt ist. Doch nicht nur finanziell schnitt Olympus besser ab, sondern auch qualitativ.

Gewiss, man kann hier viel bemängeln: die vielen Logiklöcher, die dummen Handlungen gewisser Figuren, die unnötigen Krankenhaussequenzen, die unnötig brutale und lange Melissa-Leo-Verhaue, sowie die miesen Special-Effects, die nicht mehr viel unter jener Qualität einer Asylum-Produktion (Sharknado) sind. Doch Olympus erweckt vergangene R-Rated-Actionzeiten wieder zum Leben. Zeiten, in denen Bruce Willis im Nakatomi Plaza herumklettere, Arnold Schwarzenegger für die kleine Tochter Hunderte von Söldnern niedermähte oder Sylvester Stallone für Recht und Ordnung sorgte. Dies waren alles dreckige Filme, und Olympus Has Fallen ahmt den Vorbildern mit aller Waffengewalt, knallharten Faust- und Messerkämpfen, sowie jeder Menge Blut unmissverständlich nach. Sogar der Soundtrack lässt mit seinen Trompetenklängen Erinnerungen an Filme wie The Rock aufkommen.

Davon ist man entweder Fan oder nicht. Anders als der Konkurrent White House Down ist Olymus aber auf jeden Fall ein ehrlicher Actionfilm. Er vesucht nicht auf Biegen und Brechen, ein PG-13-Rating zu sichern, sondern ist wieder ein richtiger Männerfilm, der es dieses Jahr sogar einem John McClane zeigte, wie es eigentlich gehen sollte: beinharte Action, dumm-gute One-Liner und übermässige Verwendung des bösen F-Wortes. London, mach' dich auf etwas gefasst!

Die Schweizer Blu-ray ist mit einem Wendecover ausgestattet, das weder auf der einen noch auf der andern einen hässlichen FSK-Kleber besitzt, sondern einfach zwei verschiedene Motive bietet. Coole Sache! Beim Bonus wurde das Material von der US-Disc übernommen, wobei auf eine deutsche Untertitelung verzichtet wurde. Es beinhaltet viele kleine Featurettes, wobei das längste nicht mal 12 Minuten dauert. Die Black-Hawk-Sequenz wird dabei etwas genauer angeschaut, die Arbeit der Special-Effect-Künstler wird beleuchtet, die Kampfequenzen werden analysiert, und das Cast wird über den grünen Klee gelobt. Wem der ganze Film zu ernst und zu blutig war, der kann sich dann noch mit den Outtakes aufheitern.

Was die Bildqualität betrifft, müssen bei den Nachtszenen leider ein paar Abstriche gemacht werden. Ein nicht abzustreitendes Rauschen ist aufzumachen, welches einen immer auch etwas aus dem Film holt. Sind die Lichter im Weissen Haus aber mal an, gefällt die Blu-ray mit einer angenehmen Schärfe. Eine Bildreferenz ist dies aber definitiv nicht. Beim Ton sieht dies schon anders aus. Vor allem bei der Stürmung bei Minute 32 kriegen die Boxen und vor allem der Subwoofer einiges zu tun. Auch der Score und die Dialoge werden sauber wiedergegeben, sodass hier von einer vollkommen gelungenen Abmischung geredet werden darf.

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Er liebt die Filme von Christopher Nolan, die Festivals in Cannes und Toronto und kann nicht wirklich viel mit Jean-Luc Godard anfangen, was aber wohl auf Gegenseitigkeit beruht. Gewinner des Filmpodium-Filmbuff-Quiz 2019.

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Kommentare Total: 15

st_ba

Solide Action, ansonsten einfach nur langweilig. Das einzig Überraschende an dem Film ist die übertriebene Grausamkeit am Anfang, die man dann aber auch bald mal erwartet. Ansonsten immerhin ein par witzige Trashmovie-Elemente ("Brille ab->Now I'm the Bad Boy").

crs

Blu-ray-Review: MÄNNERFILM!

behar

also die spezial effekte dieses filmes, sind unter aller sau!!!

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