The Mortal Instruments: City of Bones (2013)

The Mortal Instruments: City of Bones (2013)

Chroniken der Unterwelt - City of Bones
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  3. 130 Minuten

Filmkritik: Ich sehe was, was du nicht siehst

Stop! In the name of love!
Stop! In the name of love! © Pathé Films AG

Clary Fay (Lily Collins) glaubt, ein normales New Yorker Girl zu sein, bis ihr immer häufiger ein mysteriöses Zeichen auffällt. Als sie und ihr bester Freund Simon (Robert Sheehan) einen Club besuchen, weil sie auf dessen Schild eben jenes Zeichen entdeckt hat, verändert sich ihr Leben schlagartig: Sie beobachtet, wie inmitten der tanzenden Clubgäste ein junger Mann von drei Angreifern ermordet wird. Doch niemand sonst scheint das seltsame Ereignis gesehen zu haben.

*Bussi Bussi*
*Bussi Bussi* © Pathé Films AG

Fast kann Clary glauben, dass alles nur in ihrer Vorstellung geschah - doch als der gutaussehende Jace Waylander (Jamie Campbell Bower) sie am nächsten Tag aufsucht, erfährt sie, was tatsächlich passiert ist: Das "Opfer" im Club war kein Mensch, sondern ein Dämon, denn Jace ist ein sogenannter Schattenjäger, der die für normale Sterbliche unsichtbaren Monster der Unterwelt bekämpft. Als Clarys Mutter Jocelyn (Lena Heady) plötzlich verschwindet, wird es ernst: Clary, Jace, seine Freunde Isabelle (Jemima West) und Alec (Kevin Zegers) Lightfield sowie Simon müssen um jeden Preis verhindern, dass der mystische Kelch der Engel in den Besitz des bösen Valentine Morgenstern (Jonathan Rhys Meyers) gerät.

Obwohl sich im Auftakt der Mortal-Instrument-Trilogie Vampire und Werwölfe die Klinke in die Hand geben, ist die Schlussfolgerung nicht ganz fair, dass es sich hier bloss um einen Twilight-Klon handelt. Dass man dies vermuten könnte, liegt wohl auch an der weiblichen Hauptfigur; dies sorgte im Fantasygenre der letzten Jahre ja häufiger für Schmusestunden, als dass es komplexes Worldbuilding, Spannung und fantastischen (Grusel-)Spass versprach - einschlägige Beispiele wie The Host, Rubinrot oder eben die Glitzervampire lassen grüssen. Dabei hat die Verfilmung von Cassandra Clares Urban-Fantasy-Roman ganz andere Vorbilder; lassen sich doch gerade in den Kampfszenen Anklänge an Buffy oder Blade erkennen.

Grosser Referenzpunkt ist aber Harry Potter. Der Vergleich kommt nicht von ungefähr, schrieb Autorin Cassandra Clare doch ursprünglich Harry-Potter-Fanfiction, die sie dann säuberlich zu ihrer eigenen Fantasyreihe umschrieb. Obwohl sich City of Bones deutlich von der Potter-Reihe unterscheidet, sind manche Parallelen noch erkennbar; besonders der Oberbösewicht Valentine lässt in seiner Ideologie einige Anklänge an Lord Voldemort erkennen. Trotz der zum Teil etwas generischen Vorlage hat Regisseur Harald Zwart (Karate Kid, The Pink Panther 2) etwas geschafft, was in den letzten Jahren nur wenigen Fantasyfilmen gelungen ist: eine Buchadaption, welche die Fantasyelemente schön einführt, anstatt die Story aufs Einfachste herunterzubrechen und einen 08/15-Fantasybrei anzurühren. Zudem werden sympathische Figuren präsentiert, die nicht durch ihr tragisches Heldenschicksal in die Langeweile gedrückt werden.

Lily Collins und Jamie Campbell Bower machen ein schönes Titelpaar aus - wobei das vielleicht Beste, aber auch Unerwartetste am Film ist, dass die Liebesgeschichte gar nicht so viel Platz einnimmt, wie man vielleicht denken könnte. Romantische Szenen gibt es wenige, doch die Chemie zwischen den beiden stimmt. Ebenso gut besetzt sind die Nebenrollen, auch wenn Robert Sheehan, der als Simon den Sympathieträger des Filmes ausmacht, noch etwas unterfordert bleibt, gerade wenn man seine unverschämt gute Leistung in Misfits kennt. Im Gegensatz dazu schrammt Jonathan Rhys Meyers' Over-the-top-Bösewicht nur haarscharf am Fremdschämen vorbei.

Klar, die Story wird teilweise sehr schnell abgespult und hätte hie und da noch ein paar Extraszenen verdient. Als erster Teil einer Trilogie macht der Film aber Lust auf mehr. Für diesen Eindruck sind auch die recht guten Effekte verantwortlich, die zum Teil richtig gruselig geraten sind. Gerade weil sich der Film nicht so bierernst nimmt wie etwa die Twilight-Filme, auch mal freche Referenzen auf Filmklassiker macht und nicht zu harmlos bleibt, ist City of Bones ein Fantasyfilm, der nicht nur die Schmusefraktion anspricht, sondern auf etwas breiterer Ebene Anklang finden könnte.

Petra Schrackmann [pps]

Petra arbeitet seit 2007 für OutNow und haut auch für Lektorat und Listicles in die Tasten. Als Genrefan verbringt sie ihre Film- und Serienabende lieber mit Zombies, Hobbits oder RVAGs als mit Rom-Coms. Als Leseratte ist sie fasziniert von Comic- und Buchverfilmungen (sogar den schlechten!).

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Kommentare Total: 2

Ghost_Dog

Unerwartet, aber die collins machts ned schlecht, kann unterhalten, wenn auch die schmacht-schmalz-Romantik eher für die jüngeren Semester ist...

pps

Filmkritik: Ich sehe was, was du nicht siehst

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