Machete Kills (2013)

Machete Kills (2013)

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  3. 107 Minuten

Filmkritik: Machete strike back

Mr. Lover-Lover
Mr. Lover-Lover © Impuls Pictures AG

Amerika wird von dem gefährlichen Kartellboss Mendez the Madman (Demiàn Bichir) mit einer Nuklearrakete bedroht. In einer solch delikaten Situation kann nur einer helfen: Machete (Danny Trejo). So wird der Ex-Federal-Agent vom Präsidenten der Vereinigten Staaten (Charlie Sheen, im Vorspann mit seinem Geburtsnamen Carlos Estevez aufgeführt) angeheuert, nach Mexiko zu fahren, um dort zusammen mit der heissen Undercoveragentin Miss San Antonio (Amber Heard) den irren Mendez aufzuhalten. Doch dies ist selbst für einen wie Machete kein einfaches Unterfangen.

"Zwei Big Macs, bitte."
"Zwei Big Macs, bitte." © Impuls Pictures AG

Denn Mendez hat den Auslöser für seine Rakete mit seinem Herz verbunden. Sollte es aufhören zu schlagen, würde die USA zu einer nuklearen Wüste werden. So darf Machete mal nicht zu seinen Messern greifen, sondern muss sein Zielobjekt heil in die Staaten bringen. Denn dort hält sich der Waffendealer Luther Voz (Mel Gibson) auf, und dieser ist der Einzige, der die Vorrichtung an Mendez' Herz sicher entfernen kann.

Schon am Ende des ersten Machete-Filmes wurden uns mittels Texttafeln Fortsetzungen zur soeben gesehenen Grindhouse-Hommage "versprochen". An den Jubelschreien bei den Worten "Machete Will Return" war zu vernehmen, dass es die Fans kaum erwarten konnten, Danny Trejo nochmals in der Rolle des messerschwingenden Mexikaners zu sehen - nicht schlecht für ein Projekt, das zuerst nur als Fake-Trailer zu Planet Terror existierte. Doch drei Jahre sind vor allem im Filmbusiness eine lange Zeit, und so geschah es, dass die Fortsetzung Machete Kills dermassen am US-Box-Office unterging, dass die Figur wohl nicht noch für ein drittes Abenteuer zurückkehren wird. Besser so, denn der schon angeteaste Machete Kills Again in Space wird wohl auch wie seine beiden Vorgänger besser als Trailer funktionieren denn als ganzer Film.

Doch zurück zu Machete Kills, welcher von Robert Rodriguez in Eigenregie gedreht wurde - im ersten teilte sich der Tausendsassa (Regisseur, Produzent, Kameramann, Soundtrackschreiber, und für den Schnitt zeichnet er sich auch noch verantwortlich) noch den Regiestuhl mit Ethan Maniquis. Warum sich der Film aber dann trotzdem anfühlt, als würde jemand anderes verkrampft versuchen, einen typischen Rodriguez-Film zu drehen, hat mit dem Drehbuch von Kyle Ward zu tun. Dieses zitiert zwar fleissig aus früheren Werken (wie die "Dick Gun" aus From Dusk Till Dawn), aber storytechnisch ist das alles ziemlich schlecht zusammengeschustert - immerhin wurde die unnötige Sozialkritik gegenüber dem Erstling etwas zurückgefahren. Man kann zwar bei solchen Gaga-Filmen immer begründen, dass die Geschichte absurd und schräg sein muss, doch die hier präsentierte steht dem Spass einfach nur im Wege, und so fühlt sich dieses Sequel schon nach kürzester Zeit einfach nur träge an.

So sind es Einzelszenen - wie jene im Mayatempel oder ein Besuch im Bordell von Sofia Vergara -, sowie die Darbietungen der Schauspieler, welche noch einiges retten können. Wie zum Beispiel die von Demián Bichir als schizophrener Marcus Mendez oder ein ganzes Quartett an Darstellern, welches den Auftragskiller "Chaméleon" gibt und sich so ein paar der besten Szenen teilen darf. Mel Gibson tobt sich derweil als Star-Wars-Fanboy aus, woraus viele Zitate entstehen; so endet der Film dann auch wie The Empire Strikes Back mit jemandem in Karbonit, und der entscheidende Kampf zwischen Badass und Crazyass steht erst kurz bevor. Aber eben: zweifelhaft, ob es überhaupt soweit kommen wird.

Fazit: Machete Kills präsentiert ein storytechnisches Wirrwarr, weshalb der Spass immer wieder gebremst wird und das Sequel sich so letzten Endes als rechter Rohrkrepierer erweist. Es hilft sicher auch nicht, dass diese Fortsetzung den Schwung des Vorgängers nicht ausnutzen konnte und mit einer riesigen Verspätung in die Kinos kommt. Hoffen wir, dass die Fans von Robert Rodriguez' Sin City, die schon acht Jahre auf ein Sequel warten, im nächsten Jahr nicht die gleiche Enttäuschung erleben werden.

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Er liebt die Filme von Christopher Nolan, die Festivals in Cannes und Toronto und kann nicht wirklich viel mit Jean-Luc Godard anfangen, was aber wohl auf Gegenseitigkeit beruht. Gewinner des Filmpodium-Filmbuff-Quiz 2019.

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Kommentare Total: 8

db

naja, neben ein paar gelungenen Momenten gibt es sehr viel leerlauf mit einigen netten Cameos. Ansonsten gibt das Möbel nicht viel her. Schade eigentlich...

yan

Määh. Hat mir bis auf den Cameo von Cuba Gooding Jr., Charlie Sheen als Präsidenten und ein paar gelungenen Onlinern und Trashszenen gar nicht gefallen. Da war der erste Teil um einiges erfrischender und unterhaltsamer. Die neuen Waffen und Ideen sind zwar abgefahren, aber so lose wie sie in den Film integriert wurden, entfalten sie kaum ihr Potential.

2.5

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Hat mich auch nicht aus den Socken gehauen. Der Vorgänger hat mir besser gefallen. Der Film hat immer noch tolle Trash Szenen und die Cameo-Auftritt (Gibson) sind sehr gelungen. Aber sonst, wie schon weiter unten geschrieben, viel Leerlauf und Langeweile. Da gibt es weitaus bessere Filme aus diesem Genre.

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Bin dennoch gespannt, wie der Ausflug ins Weltall wird.😄

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