The Wind Rises - Kaze tachinu (2013)

The Wind Rises - Kaze tachinu (2013)

Wie der Wind sich hebt
  1. , ,
  2. 126 Minuten

Filmkritik: The Japanese Dream

Alles nur geträumt: Jiro mit Flugzeugtechniker Caproni
Alles nur geträumt: Jiro mit Flugzeugtechniker Caproni © Frenetic Films

Im Japan der 1920er träumt der junge Jiro vom Fliegen. Da er kurzsichtig ist, möchte er aber nicht selbst am Hebel eines Flugzeuges sitzen, sondern lieber welche bauen. Und zwar die besten, die die Welt jemals gesehen hat. Als Vorbild dient ihm dabei der italienische Flugzeugtechniker Caproni, mit dem er in seinen Träumen immer wieder Gespräche führt. Ein ambitionierter Wunsch, denn die Europäer sind den Japanern technisch weit voraus.

Auch Zeichentrickfiguren malen.
Auch Zeichentrickfiguren malen. © Frenetic Films

Immer seinen Lebenstraum im Blick, beweist Jiro sich als ehrgeiziger Schüler und bekommt schliesslich einen Job als Flugtechniker. Doch aller Anfang ist schwer. Bruchlandungen gehören genauso dazu wie der ständige Vergleich mit den westlichen Flugzeugen. Zudem bieten sich Jiro auch private Ups and Downs. Dazu trägt auch eine junge Frau bei, der er nach dem Grossen Kantō-Erdbeben hilft, die er danach aber aus den Augen verliert.

Wie mittlerweile bekannt geworden ist, zieht Hayao Miyazaki sich aus dem Filmgeschäft zurück. Der Regisseur, der sich durch Animes wie Princess Mononoke und Spirited Away weltweit einen Namen gemacht hat, hat keine Lust mehr auf 90-Minüter. Vorher präsentiert er uns aber noch The Wind Rises - Kaze tachinu. In seinem Abschlusswerk vermengt er die Geschichte des realen Flugzeugingenieurs Jiro Horikoshi mit der Geschichte Kaze tachinu des Autors Tatsuo Hori. Entstanden ist dabei eine klassische Story über das Streben nach Erfolg und Selbstverwirklichung. Dass Jiros Lebensziel jedoch ein zweischneidiges Schwert ist, zeigt sich bereits zum Anfang des Films: In seinen immer wiederkehrenden Träumen, in denen er Caproni begegnet, sind Flugzeuge nicht nur einfache Transportmaschinen. Stattdessen gleiten sie in Form von Bombern und Kampfflugzeugen, die Zerstörung und Chaos streuen, über den Himmel. Klingt eher nach Albträumen.

The Wind Rises - Kaze tachinu erzählt zum Glück aber nicht nur von japanischer Flugzeugtechnik. Neben der eingearbeiteten Liebesgeschichte wartet der Film zudem mit diversen historischen Ereignissen auf, die Japan zwischen den Weltkriegen geprägt haben. Dazu zählen unter anderem das Grosse Kanto-Erdbeben 1923 sowie die Grosse Depression. So erzählt der Film eine runde Geschichte, die einem breiten Publikum zugänglich ist. Dazu tragen auch die detailreichen Zeichnungen bei, die die vielen Schauplätze und Landschaften im gewohnten Animestil gelungen zum Leben erwecken.

Fazit: Mit The Wind Rises - Kaze tachinu verabschiedet sich Hayao Miyazaki mit einem sehenswerten Film von seinem Publikum. Der Film ist dabei nicht nur für Animefans interessant. Dank der vielseitigen Geschichte dürften sich Zuschauer unterschiedlichster Altersgruppen angesprochen fühlen.

Swantje Oppermann [swo]

Swantje ist seit 2013 Teil der OutNow-Crew. Zu ihren Lieblingen gehören «Jurassic Park», «When Harry Met Sally» und «Se7en». Bei «Titanic» muss sie noch heute heulen. Das Filmfestival Venedig liebt sie nicht nur wegen der Filme, sondern auch, weil dort der Aperol Spritz in rauen Mengen fliesst.

  1. Artikel
  2. Profil
  3. Instagram