The Hunger Games: Catching Fire (2013)

The Hunger Games: Catching Fire (2013)

Die Tribute von Panem - Catching Fire
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  2. 146 Minuten

Filmkritik: Furcht zeigt keine Wirkung, solange noch Hoffnung besteht

Da kommt eine ganz schön ins Schwitzen.
Da kommt eine ganz schön ins Schwitzen. © Impuls Pictures AG

Die Gewinner der 74. Hunger Games, Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence) und Peeta Mellark (Josh Hutcherson), bereiten sich auf die Siegestour durch alle 12 Distrikte von Panem vor. Der PR-Event soll zum Triumph werden, doch Katniss leidet an Gewissensbissen. Dass sie während den Spielen morden musste, bereitet ihr schlaflose Nächte. Zusätzlich ermahnt sie Panem-Diktator Snow (Donald Sutherland), dass er die für die Massen gefakte Liebe zwischen ihr und Peeta genau beobachten wird. Er fürchtet nicht zu Unrecht Aufstände in seinem Land, denn die beiden Underdogs aus dem verarmten Distrikt 12 werden immer beliebter. Die von Hunger-Games-Showmaster Caesar Flickerman (Stanley Tucci) verkündete Verlobung der beiden verstärkt die Zuneigung der Fans noch.

"Die Games sind im Fall kein Zuckerschlecken."
"Die Games sind im Fall kein Zuckerschlecken." © Impuls Pictures AG

Für das 75. Jubiläum bekommen die Hungerspiele einen neuen Regisseur, Plutarch Heavensbee (Philip Seymour Hofmann) - und einen Twist. Denn alle 25 Jahre ist eine Regeländerung erlaubt. Diesmal sollen die Tribute keine Minderjährigen mehr sein, sondern aus ehemaligen Gewinnern der Spiele rekrutiert werden. Da Katniss die erste und einzige Siegerin aus Distrikt 12 war, ist eine erneute Teilnahme zu ihrem grossen Schock unausweichlich. Doch auch Peeta meldet sich wieder freiwillig zum Kampf. Im Dschungel warten schier übermächtige Gegner wie der selbstbewusste Finnick Odair (Sam Claflin) und die kecke Johanna Mason (Jena Malone), aber auch zusätzliche von der Spieleleitung arrangierte Todesgefahren.

Von all den auf Jugendliteratur basierenden Kinokisten, die in den letzten Jahren für volle Säle und Kassen gesorgt haben, ist The Hunger Games diejenige, die auch den Pickel-Alter Entwachsenen Spass macht. Keine glitzernden Vampire auf Blumenwiesen oder Kiddies, die sich auf schummrigen Burg-Internaten gegenseitig anfeinden. So erfolgreich die Schmachtfetzen Twilight und das Magier-Epos Harry Potter auch waren, richtig zur Sache gehen vor allem "Die Tribute von Panem".

Der erste Teil nach den Romanen von Suzanne Collins war 2012 ein günstig produzierter Überraschungshit mit fast 700 Mio Dollar Einspielergebnis weltweit. Nicht schlecht für einen Film, in dem sich Kinder gegenseitig abschlachten, ein Grossteil der Figuren groteske Klamotten trägt und das einzige Fortbewegungsmittel ein Hochgeschwindigkeitszug ist. In die Fortsetzung wurde deshalb ein bisschen mehr investiert und mit Francis Lawrence auch der ursprüngliche Regisseur Gary Ross ersetzt. Lawrence (I am Legend) führt die Franchise geschickt weiter, beruhigt den als etwas hektisch bemängelten Schnitt aus Teil 1 und behält ansonsten die bewährten Elemente bei.

Auch Catching Fire bietet Einblick in eine fantastische Welt, die mit ihrem Look eigenständig bleibt im Genre. Oscar-Gewinnerin Jennifer Lawrence ist nicht einfach so everybody's darling in Hollywood sondern erneut die Idealverkörperung der Katniss Everdeen, dem emotionalen Dreh- und Angelpunkt der Story. Im Capitol wird weiterhin dekadent kredenzt, während der Rest des post-apokalyptischen Nordamerika rebelliert. Etwas Dreiecksliebelei und Medienkritik (die Live-Übertragungen der Hunger-Spiele werden 5 Sekunden verzögert übermittelt) fehlt auch nicht. Nur bei der Action wurde zünftig geschraubt.

Da die Hunger Games nun auch Erwachsenen offen stehen, geht es in der Arena noch ein bisschen deftiger zur Sache. Man darf sich durch greise und drogensüchtige Tribute nicht täuschen lassen. Die neuen Kampfmaschinen Finnick (Sam Claflin) und Johanna (Jena Malone) bereichern den Film ebenso wie die IMAX-Bilder, mit denen Catching Fire in ausgewählten Kinos ab ca. eineinviertel Stunden auffahren kann. Dank Killer-Pavianen, Giftgasnebeln und den direktionalen Soundeffekten von den Spotttölpeln erinnern die Szenen im Dschungel eher an Reisser wie Predator als an eine Roman-Verfilmung aus der Jugend-Sektion der Buchhandlung deines Vertrauens.

Fazit: Catching Fire macht als Fortsetzung alles richtig und bietet Schauwerte und Spannung bis zum atemberaubenden Cliffhanger, der einem das Warten auf den Abschluss der Reihe mit den bereits angefangenen Mockingjay - Part 1 und Part 2, so richtig schwer macht.

Roland Meier [rm]

Roland sammelt 3D-Blu-rays, weil da die Publikationen überschaubar stagnieren, und kämpft im Gegenzug des Öfteren mit der Grenze der Speicherkapazität für Aufnahmen bei Swisscom TV. 1200 Stunden Film und Fernsehen ständig griffbereit sind ihm einfach nicht genug.

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Kommentare Total: 15

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Ehrlich gesagt, ging der Streifen an mir vorbei. Kann den ganzen Hype um die bisherige Reihe nicht ganz nachvollziehen.

Der Anfang ist langweilig. Es passiert Nichts. Das man mehr politisch sein möchte, war bestimmt ein guter Ansatz. Wird aber aus meiner Sicht viel zu zäh erzählt. Da gibt es duzend andere Filme, die dieses Thema besser zur Geltung brachten. Das Programm der Spiele wurde recht unspektakulär und vorhersehbar runter gespult. Habe ich jetzt nach den diversen Kritiken viel mehr erwartet. Auch die Figuren liessen mich kalt. Die sind teilweise noch eindimensionaler als im Vorgänger. Die Banks nervt gewaltig. Die Lawrence spielt gut, ist dennoch wie die anderen Schauspieler austauschbar. Ich konnte zu keinem Augenblick mit irgendeinem Protagonisten Sympathien aufbauen.

Tut mir wirklich leid, aber mehr als 2 Sterne kann ich hier nicht verteilen.

db

Das Problem bei Trilogiemittelteilen ist immer das gleiche, "there is no beginning and no end". Was sich meistens in einem ziemlich flachen Spannungsbogen und fehlendem Finale zeigt. Catching Fire ist hier nicht anders. Wie auch im Buch beschäftigt sich auch der Film lange mit der Siegestour und wie langsam aber sicher dunkle Wolken über Panem aufziehen. Hier sieht man punktuell sogar, wie Katniss unter den Hunger Games gelitten hat und dies sind auch die Momente wo Jennifer Lawrence wirklich zeigen kann, was für eine gute Schauspielerin ist. Ganz im Gegensatz zum grässlich blassen Josh Hutcherson, der im Alleingang die Romanze noch unglaubwürdiger macht als die zwischen Ron und Hermine.

Der erste Teil ist primär daran gescheitert, dass er zu offensichtlich auf PG-13 getrimmt war, was dem Film zum einen den ganzen Biss nahm und zum anderen die ganze perverse Natur der Hunger Games komplett verharmloste. Catching Fire hat nun einen deutlichen Schritt ins Düstere gemacht und dies tut dem Film sehr gut und erlaubt es ihm auch besser, den Horror der Games und die ansetzende Rebellion gut einzufangen. Leider sind dem Film immer noch klare Limitierungen gesetzt, was sich vor allem ab der zweiten Hälfte zeigt, wenn es wieder in die Arena geht. Selbst wenn die Kameramänner bei den Actionszenen nicht mehr herumzittern, als stünden sie unter Starkstrom, wird die direkte Konfrontation immer noch entweder gemieden oder enorm schnell abgehandelt.

Als Kenner der Bücher konnte ich mich jedenfalls gut orientieren und selbst ohne grosse Erklärungen auch Details aufgreifen oder Logiklücken füllen. Dennoch hat dies auch Grenzen und besonders wenn es in Richtung Arena geht und man sich mit 24 Tributen vertraut machen soll, verliert man schnell den Überblick. Deshalb werden viele Tote zu gesichtslosen Opfern, die erstaunlich schnell von der Bildfläche verschwinden und man sich dafür lieber, lange mit Affen beschäftigt.

Fazit: Catching Fire ist ein deutlich düsterer Mittelteil geworden, der auch einige intensive Momente bieten kann aber auch sehr lange Anlaufzeit hat. Leider hat der Film, auch wie das Buch, viele bekannte Elemente aus dem Vorgänger und kann nur Punktuell wirklich steigern. Dennoch haben sie eine gute Buchadaption abgeliefert, die schon deutlich erwachsener daher kommt, was ihr auch gut tut. Leider bleibt die PG-13 Bremse deutlich, was besonders die Frage aufdrängt, was sie aus dem letzten Buch machen.

VesperLynd89

Ähnlich wie schon die Harry Potter- oder Twilight-Reihe wird im Moment keine andere Buchverfilmung derart gehypt wie Die Tribute von Panem. Schaut man sich den zweiten Teil der Reihe an, muss man zugeben: zu Recht! Im Gegensatz zum Regisseur des ersten Teils fokussiert sich Regisseur Francis Lawrence weniger auf hübsche Effekte, sondern wirklich vorrangig auf die Geschichte. Bevor es überhaupt zu den Hungerspielen kommt, werden neben den politischen Veränderungen im Land auch ausführlich die Auswirkungen der 74. Hungerspiele erläutert. So machen die Erlebnisse allen Beteiligten, besonders aber Katniss, zu schaffen. Sie wird von Alpträumen geplagt und muss immer wieder mitansehen wie ihre Freunde und Weggefährten verwundet, liquidiert oder entführt werden. Jennifer Lawrence kann deshalb die ganze Palette menschlicher Gefühle abrufen und zeigen, dass sie ihren Oscar (für Silver Linings) durchaus verdient hat. Man wird mitgerissen von ihrem Kampfeswillen, aber leidet auch mit ihr, empfindet die Wut, Trauer und Zerissenheit ihrer Figur. Ein weiteres Plus ist, dass sich die Figuren weiterentwickeln dürfen. So ist die bunt geschminkte Betreuerin Effie (Elizabeth Banks) im ersten Teil noch total übermotiviert und begeistert von den Spielen, in Catching fire merkt man ihr die Gewissensbisse und ihre mitfühlende Seite an. Die Kostüme von Trish Summerville und das Setdesign von Larry Dias fallen ebenfalls positiv auf. In den Kampfszenen ist die Kameraführung wieder etwas wackelig, aber im Vergleich zum ersten Teil viel besser.

Gegen Ende des Films heisst es: "Das System ist zusammengebrochen" - und das in zweierlei Hinsicht. Das System der Hungerspiele, aber auch das Herrschaftssystem in Panem. Es bleibt spannend wie die Geschichte ausgeht, zumindest für diejenigen, die das Buch noch nicht gelesen haben. Die Geschichte des dritten Buches wird in zwei Teilen 2014 und 2015 in die Kinos kommen. Auch hier führt wieder Francis Lawrence die Regie.

Starke Verbesserung zu Teil 1 (5/6)

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