Her (2013)

"Nur wer die Sehnsucht kennt...

Theodore (Joaquin Phoenix) arbeitet in einer nahen Zukunft bei der Firma "beautifullhandwrittenletters.com" und widmet sich dort dem Formulieren von handgeschriebenen Briefen. Seine Stimmung ist gedrückt, da er sich in einem Scheidungsverfahren mit seiner Jugendliebe und Noch-Ehefrau Catherine (Rooney Mara) befindet. Er trauert der schönen Zeit mit ihr nach, sehnt sich nach Zuneigung und fürchtet die Einsamkeit. Ein Audiochat mit einer Fremden führt in ein Fiasko. Nur Geselligkeit bei Freunden und die Interaktion mit der Welt eines Computerspiels muntert ihn auf.


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4.5 Sterne 

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Film-Informationen

Französischer Titel: Elle

Drehort: USA 2013
Genres: Drama, Romanze, Sci-Fi
Laufzeit: 126 Minuten

Kinostart: 27.03.2014
Verleih: Ascot Elite

Regie: Spike Jonze
Drehbuch: Spike Jonze
Musik: Arcade Fire

Darsteller: Joaquin Phoenix, Lynn A. Freedman, Lisa Renee Pitts, Gabe Gomez, Chris Pratt, Artt Butler, May Lindstrom, Rooney Mara, Bill Hader, Kristen Wiig, Brian Johnson, Scarlett Johansson, Amy Adams, Matt Letscher, Spike Jonze, Olivia Wilde, David Azar, Dr. Guy Lewis, Melanie Seacat, Pramod Kumar

» The Internet Movie database (IMDb)


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4 Kommentare

Warum denn nicht? Der Film bewertet die Beziehung ja in keinster Weise.

Wunderbarer Film über was eine Beziehung ausmacht. Nicht nur für iOS Liebhaber.

ilove

Phubbing - so heisst das Kofferwort aus phone und snubbing, dass den Trend in Worte fassen soll, wenn Menschen sich lieber mit ihrem Handy als mit ihren Mitmenschen beschäftigen. Regisseur Spike Jonze treibt das auf die Spitze. Sein Protagonist Theodore Twombly (Joaquin Phoenix) lebt in einem futuristischen Los Angeles und arbeitet bei einer Firma, die im Namen ihrer Kunden handgeschriebene Briefe aufsetzt. Und Theodore ist der besten Liebesbriefschreiber. Während er beruflich genau weiss, was seine Kunden hören möchten, läuft es privat eher schleppend. Frisch von seiner Frau Catherine (Rooney Mara) getrennt, ist er nicht in Stimmung für eine feste Beziehung. Sex, das würde ihm schon reichen. Da scheitert es aber an bereitwilligen Partnerinnen. Also verbringt Theodore lieber Zeit mit Technik. Ein Glück, dass es ein neues intuitives Betriebssystem gibt. Nach ein paar kurzen Fragen ist das Operating System (kurz: OS) namens Samantha (Stimme von Scarlett Johannson) hochgefahren. Diese räumt erstmal seinen Rechner auf und organisiert seinen Tag. Doch langsam kommt Theodore aus seinem Kokon und beginnt das Leben und auch Samantha zu lieben. Aber wie liebt man ein Computersystem?

Jonze skizziert eine Zukunft, in der die Gefühle ausgelagert werden. An Maschinen oder Unternehmen. Fremde kennen den Menschen besser als er sich selbst. Negativ gesprochen: die NSA und ihre Partner lassen freundlich grüssen! Auf diesen Punkt geht Jonze nur indirekt und äusserst bruchstückhaft ein. Vielmehr zeigt er die Abhängigkeit des Menschen von der Technik. Auch hier werden die negativen Aspekte weniger beleuchtet: Was sagt es denn über den Menschen aus, wenn er ohne Technik nicht vollständig lebensfähig zu sein scheint? Was macht das Leben lebenswert? Kann man eine Maschine wirklich lieben? Samantha bringt es an einer Stelle auf den Punkt, als sie sich fragt, ob ihre Gefühle echt sind oder eben nur einprogrammiert. Her behandelt die grossen Fragen des Lebens und antwortet mit einem stark verklärten Blick auf die Dinge. Es ist als hätte der Film selbst eine rosarote Brille auf und würde nur die guten Seiten der Mensch-Technik-Beziehung sehen. Der sanfte, klavierlastige Soundtrack von Will Butler und Owen Pallett strahlt die Melancholie und Liebestrunkenheit des Films aus und ist ab und an sogar dominanter als der Film. Humorig sind die beiden interaktiven Konsolenspiele, mit dem weissen, fluchenden Adipose (Doctor-Who-Fans wissen was gemeint ist) und der "Class Mom", bei dem man Punkte bekommt, wenn man seinen Kindern wenig Zucker zu essen gibt, aber dafür als Erste die Kinder in der Schule abliefert.

Auch die Tatsache, dass alle E-Mails laut vorgelesen werden, genauso wie die Befehle (Nächster, Löschen, Antworten...) sorgen für den ein oder anderen Lacher. Über weite Strecken ist Her aber wirklich zäh. Das Seelenleben von Theodore wird nach aussen gekehrt. Jeder kleine Gedanke wird sofort in Worte gefasst. Das ist auf Dauer wirklich anstrengend. Es heisst: "Ein Freund ist jemand, der im richtigen Moment auch mal schweigen kann." Ein bisschen mehr Schweigen wäre in diesem Fall tatsächlich Gold gewesen.

Lange Fragen über das Leben (4/6)

» Filmkritik: Eliza - Siri - Her