The Great Gatsby (2013)

The Great Gatsby (2013)

Der grosse Gatsby
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  3. 143 Minuten

Blu-ray-Review: Ä geile Siech

It's good to be the king!
It's good to be the king! © 2013 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.

Im Sommer 1922 zieht Nick Carraway (Tobey Maguire) in ein kleines Häuschen auf Long Island. Der junge Mann will an der Wallstreet durchstarten, doch die glamouröse Partywelt New Yorks lenkt ihn bald ab. Auf Besuch bei seiner Cousine Daisy (Carey Mulligan) und deren Mann, dem reichen Polospieler Tom Buchanan (Joel Edgerton), hört er erstmals den Namen Gatsby. Wie sich herausstellt, handelt es sich dabei um Nicks Nachbarn, der neben seinem Häuschen in einer prunkvollen Villa lebt. Niemand scheint den mysteriösen Jay Gatsby (Leonardo DiCaprio) zu kennen, doch alles, was Rang und Namen hat, taucht an seinen rauschenden Partys voller verbotenem Alkohol und Glamour auf.

*knuddel*
*knuddel* © 2013 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.

Als Nick die Bekanntschaft mit Gatsby macht, werden die beiden bald so etwas wie Freunde. Gatsby führt Nick in die glitzernde Welt der Reichen und Mächtigen ein und verrät ihm schliesslich, dass er seine Partys nur aus der Hoffnung veranstaltet, dass eines Tages auch Daisy auftauchen könnte, mit der er vor Jahren liiert war. Weil er sie immer noch über alle Massen liebt, bittet er Nick darum, ein Treffen mit Daisy zu arrangieren. Doch während sich das einstige Paar wieder näherkommt, offenbaren sich Nick immer mehr die Schattenseiten der dekadenten New Yorker High Society.

Von The Great Gatsby kann irgendwie niemand so richtig die Finger lassen. Nach etlichen Verfilmungen des berühmt-berüchtigten Romans von F. Scott Fitzgerald hat sich aktuell Moulin Rouge-Regisseur Baz Luhrmann den Stoff gekrallt und daraus ein pompöses Werk gezaubert. Viel Firlefanz, Hip-Hop-Beats, LSD-ähnliche Farbenwelten und Leonardo DiCaprio machen den grossartigen Gatsby Generation-Y-tauglich.

Luhrmann schreckt vor nichts zurück und stopft seine Version nicht nur mit den allerbuntesten Effekten voll, sondern engagiert zugleich eine Top-Besetzung: Über DiCaprio in der Rolle von Jay Gatsby muss man nicht viele Worte verlieren. Dieses süffisante Lächeln, der hypnotisierende Blick und die gepflogene Art eines geldschweren Gentlemans sah man zuletzt bei Orson Welles in Citizen Kane. Ex-Spidey Tobey Maguire als Erzähler verleiht dem Film die nötige Fragilität und führt den Zuschauer durch die zirkusähnliche Welt. Gatsbys Muse Daisy - und zugleich seinen Raison d'être - verkörpert eine graziöse Carey Mulligan. Optisch gesehen passen DiCaprio und Mullican nicht wirklich zusammen. Aber das wird durch den poppigen Soundtrack und das Effektspekakel locker übertüncht.

The Great Gatsby hält sich auch bezüglich Laufzeit nicht zurück. Über zwei Stunden dauert das Epos, lauert mit minutenlangen Dialogen, Tanzeinlagen und wenig offensichtlicher Story auf. Es grenzt an ein Wunder, dass es gelungen ist, Fitzgeralds 1925 erschienenes Werk verständlich auf die heutige Zeit zu adaptieren. Doch genau hier macht Luhrmann den grössten Fehler: Er vermischt modernste Filmtechnik, Jay-Z und Lana Del Rey mit einer Nachkriegsgeschichte, welche sich den gesellschaftlichen Konflikten der damaligen USA auseinandersetzt. Dieses Gewicht mag der Film nicht tragen und hinterlässt am Schluss ein merkwürdiges Gefühl, als hätte man gerade einen unbefriedigenden Drogentrip hinter sich.

Fazit: The Great Gatsby ist im Grunde genommen grosses Hollywoodkino, aber auf der anderen Seite völlig emotionslos, leer und völlig unbefriedigend. Luhrmann setzt uns ein visuell überschäumendes Werk vor, das die Erwartungen nicht erfüllen kann. Schade um die Top-Besetzung, welche trotz des wässrigen Drehbuchs einen tollen Job absolviert.

Die Blu-ray gibt die farbenprächtige Bildwelt 1:1 wieder. Der Ton wirkt bei den Musikeinlagen etwas übertrieben laut. Fans dürften daneben grosse Freude am üppigen Bonusmaterial haben. Neben Making-ofs, Dokumentationen über die Musikinspiration und Fitzgeralds visueller Poesie befinden sich einige gelöschte Szenen und ein alternatives Ende auf der Disc.

Christian Wolf [woc]

Christian arbeitet seit 2009 als Freelancer bei OutNow. Er mag ultradüstere Filmperlen und süffige Survival Horror Games. Animationsfilme sind ihm ein Gräuel. Christian vertritt als Einziger den smoothen Berner Dialekt im Team.

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Kommentare Total: 8

woc

Blu-ray-Review: Ä geile Siech

HomerSimpson

Hmm komischerweise hab' ich ja nicht wirklich eine Vorliebe für grosse Dramas, aber Gatsby hat mich wirklich überzeugt. Die Ausstattung, Schauspieler und vorallem der geniale Soundtrack haben mich völlig überzeugt.
Es war auch schon sehr lange her das ich nach einem Film erst mal ein paar Minuten still den Abspann geschaut habe weil mich der Film so umgehauen hat (ging meiner Begleitung gleich).
Zuerst habe ich auch gezweifelt ob die 3D überhaupt Sinn macht aber wie bei Hugo auch schon ist die 3D Version es wert. Die Kamerfahrten durch New York und die Party-Szenen sehen halt in 3D einfach umwerfend aus.
Aber das ständige "Old Sport" hat mich irgendwie doch dermassen aufgeregt. Vielleicht sollte man ein Drinking-Game daraus machen?

maweiss

Ich hatte weder eine Ahnung um was es im Film geht noch wen ihn gedreht hat. Im Gegenteil war ich ob der grossen Berichterstattung in allen möglichen Medien eher etwas skeptisch.

Um so mehr war ich vom Film begeistert. Die surreale, fast comichafte Darstellung der 'guten alten Zeit' hat mich beeindruckt und fand ich äusserst ansprechend. Die Bilder und Kulissen waren grossartig. Zugegeben, es ist eigentlich eine einfache Love Story, doch das hat mich nicht gestört.

Alles in allem wieder einmal ein gelungener Hollywood-Streifen. Pompös, berühmte Darsteller, was will man mehr.

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