Exit Marrakech (2013)

Exit Marrakech (2013)

Oder: Marokko rockt!

Tag der offenen Tür

Tag der offenen Tür

Endlich Ferien! Während sich seine Mitschüler darüber freuen, heisst dies für Ben (Samuel Schneider), dass er seinen Vater (Ulrich Tukur) in Marrakesch besuchen muss. Der renommierte Theaterregisseur nimmt dort an einem internationalen Theaterfestival teil. Wenn er nicht probt oder eine Aufführung überwacht, sitzt er die meiste Zeit am Hotel-Swimmingpool und trinkt Bier. Seit der Trennung seiner Frau hat er den Draht zu seinem nun 17-jährigen Sohn schon lange verloren, so dass sich Ben gar nicht auf seine Reise freut.

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Während Papa stur im Hotel bleibt, erkundet Ben die Stadt. Dabei lernt er die junge Prostituierte Karima (Hafsia Herzi) kennen. Er überredet sie, ihn in ihr Dorf mitzunehmen wo er einen anderen Teil Marokkos zu sehen bekommt. Sein Vater macht sich Sorgen, als Ben nicht mehr im Hotel auftaucht und macht sich auf die Suche nach seinem Sohn. Nun wird auch er dazu gezwungen, den Alltag des Hotels zurückzulassen und in die wilde Landschaft des Landes aufzubrechen.


Film-Rating

Caroline Link kehrt ein Jahrzehnt nach Nirgendwo in Afrika zurück auf den Kontinent, der ihr damals das Goldmännchen für den besten fremdsprachigen Film bescherte. Ihr diesjähriger Ausflug nach Marokko liegt irgendwo zwischen Reisebüroprospekt, Groschenroman und Jugendabenteuer und kommt trotz der tollen Landschaftsbilder und einem bemerkenswerten Hauptdarsteller leider nie über ein Hochglanzdrama mit Postkartenbildern hinaus.

Dem gerade mal 18 Jahre jungen Samuel Schneider ist es zu verdanken, dass Exit Marrakech nicht ganz im Wüstensand versinkt. Der charismatische Jüngling wirkt realer als der Film, der sich um ihn herum entwickelt, und sein Bedürfnis nach Erkundung und Freiheit treibt die Geschichte voran. Seine Neugier und die Beziehung, die er mit diesem fremden Land aufbaut, können überzeugen, während sowohl die ewig gleiche Vater-Sohn-Geschichte als auch die Liebesgeschichte absacken.

Der überarbeitete Vater, der lieber jungen Frauen nachguckt, als sich um seinen Sohn zu kümmern, ist eine Figur, die wir aus unzähligen Filmen kennen. Bringt man nichts Neues in ein solches Verhältnis, entsteht Langeweile, Desinteresse und die Gewissheit, dass die dann irgendwie schon wieder zueinander finden und sich umarmen werden. So bringt die Geschichte keine einzige Überraschung und zeigt zu wenig Variation beim Erzählen dieser altbekannten Geschichte. Die Romanze zwischen Ben und der Prostituierten Kamina hat ein ähnliches Problem. Hinzu kommt, dass dieser ganze Subplot nur ein Mittel zum Zweck ist, um Vater und Sohn zu trennen und dafür viel zu viel Zeit in Anspruch nimmt, um am Ende wenig zur Geschichte beigetragen zu haben.

Landschaftsbilder gibt es tolle zu sehen, und für Fans von solchen Bildern hat Exit Marrakech einiges zu bieten. Was die Porträtierung des Landes angeht, bleibt der Film jedoch vor allem bei romantisiertem Kitsch und Witzen über Poulet-Tajine. Bettelnde Kinder und korrupte Polizisten gibt es zwar auch noch, diese sind aber eher für den Humor zuständig. Nein, etwas Lehrreiches über ein fernes Land lernt man auch nicht, und so bleibt Exit Marrakech leider nicht mehr als ein dahinschleichendes Drama nach Bauplan, das zwar gut ausschaut, routiniert gemacht und super besetzt ist, nach dem man aber ganz gerne zum Exit des Kinosaales geht.


OutNow.CH:

Bewertung: 3.0

 

09.10.2013 / ma

Community:

Bewertung: 3.1 (9 Bewertungen)

 

 

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