Young Detective Dee: Rise of the Sea Dragon - Di renjie: Shen du long wang (2013)

Young Detective Dee: Rise of the Sea Dragon - Di renjie: Shen du long wang (2013)

Detective Dee und der Fluch des Seeungeheuers
  1. , ,
  2. 134 Minuten

Filmkritik: Go go Gadget... fang das Monster!

Metal im alten China
Metal im alten China

Wir schreiben das Jahr 665. China wird immer noch durch die Tang-Dynastie beherrscht. Der Imperator Gaozong (Sheng Chien) und seine Frau Wu Zetian (Carina Lau) herrschen mit eiserner Hand und befinden sich im stetigen Konflikt mit dem Königreich Fuyu. Doch neben dem ständigen Krieg gegen die anderen Reiche ist erst vor kurzem ein neuer Spieler auf dem Schlachtfeld aufgetaucht: Gaozongs Seeflotte wurde nämlich durch ein mysteriöses Monster kurzerhand zu Kleinholz verarbeitet.

Die Herrscher werden nervös und lassen die Dalisi-Organisation, der auch Dee (Mark Chao) angehört, die Bevölkerung beschnüffeln. Diese hat nämlich ihre eigene Lösung für das Monsterproblem gefunden: Die schöne Yin Ruiji (Angelababy) soll dem Monster geopfert werden, um dieses zu besänftigen. Für Kaiserin Wu kommt das aber nicht in Frage. Sie beauftragt den erfahrenen Detektiv Yuchi (Feng Shaofeng), den Mord zu verhindern. Dee kommt währenddessen einer Verschwörung auf die Spur, welche das Ziel hat, Yin Ruiji zu entführen - kurzerhand schreitet er ein und rettet sie. Das passt Yuchi aber überhaupt nicht. Sie schmeisst Dee kurzerhand in den Kerker, doch er setzt alles daran, das Komplott zu stoppen.

Young Detective Dee kombiniert spektakuläre 3D-Effektorgien mit vielen überchoreographierten Kampfsequenzen und einer Detektivstory mit so vielen Subplots, dass der Film nur sehr knapp an der Überladenheit vorbeischrammt. Trotz über zwei Stunden Laufzeit bleibt er sehr kurzweilig. und selbst wenn der Film gegen Ende unfreiwillig komisch wird und Mühe hat, alle Fäden zusammenzuhalten, ist er durchaus einen Blick wert, wenn man ein Flair für die Epoche und schwebende Schwertkämpfer hat.

Der Regisseur Tsui Hark kehrt mit seinem Tang-Dynastie-Sherlock-Holmes zurück, mit dem er seiner Karriere vor drei Jahren wieder Aufwind verlieh. Young Detective Dee ist, wie der Name sagt, ein Prequel, das die Ursprünge des Detektivs untersuchen soll. Wie üblich wurden alle Rollen neu besetzt, und neu übernimmt Mark Chao die einst durch Andy Lau gespielte Rolle.

Young Detective Dee beginnt gleich mit einer epischen Sequenz, in der eine ganze Flotte von Kriegsschiffen durch eine Kreatur im Wasser zerstückelt wird. Schon da protzen die Macher mit den Elementen, in die sie enorm viel Energie hineingebuttert haben: dem 3D und den damit verbundenen Special Effects. Spektakulär werden in Slowmotion die Einzelteile der Schiffe durch die Luft geschleudert. In diesen Minuten holt sich der Film den Zuschauer an Bord, der natürlich erfahren will, was da gerade zugeschlagen hat. "Release the Kraken" werden sich Kinoveteranen hier wohl denken, doch das soll hier nicht weiter stören - mehr eher, dass sie die Macher CGI-Qualität nicht immer halten können und es zum Teil offensichtlich ist, was real und was digital ist.

Die Handlung beginnt kurz nach dem spektakulären Intro mit Detektiv Dee, der auch gleich mit seinen ausserordentlichen Fähigkeiten die Fährte aufnimmt. Ganz im Stil von Ritchies Sherlock Holmes analysiert Dee die Situationen, wirft mit Schlussfolgerungen um sich und kämpft sich dazwischen in überchoreographierten Schwertkämpfen durch die Botanik, bei denen der CGI-Anteil überdeutlich ist und einige Elemente auch repetitiv werden. Glücklicherweise schrammen diese meistens an der Überlänge vorbei, und die Kämpfe werden hauptsächlich genutzt, um die Handlung voranzutreiben, weshalb der Film deutlich besser zugänglich ist als viele der endlosen Samurai-Hampel-Streifen. Allerdings kann der eher blasse Mark Chao einige von Dees analytischen Fähigkeiten nur bedingt glaubhaft verkaufen.

Das Problem an Young Detective Dee bleibt jedoch, dass Regisseur Tsui Hark so viele Subplots in den Film gepackt hat, die zum Teil noch ineinander verwoben sind, dass es beim ersten Mal Schauen durchaus anspruchsvoll ist, alle Fäden zusammen und alles im Blick zu halten. Doch selbst wenn die Auflösung an sich zu erahnen und die Lösung für das Monster beinahe lächerlich simpel ist, ist der Film bis zum Schluss sehr kurzweilig und dicht. Er pfeift offensichtlich auf Realismus, hat eine Gravitationsphobie und verwechselt zwischendurch auch ein Pferd mit einem Fisch. Unter dem Strich bleibt es aber eine nette Geschichte mit vielen spektakulären Hochglanzbildern, bei denen man doch etwas Denkarbeit investieren muss, um mitzukommen.

/ db

Trailer Originalversion, mit englischen Untertitel, 02:34