The Devil's Violinist (2013)

The Devil's Violinist (2013)

Der Teufelsgeiger
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  3. 122 Minuten

Filmkritik: Vergeigt

"Ding, Dong, die Hex ist tot..."
"Ding, Dong, die Hex ist tot..." © Frenetic Films

Wir schreiben das Jahr 1830: Trotz eines harzigen Starts ist der Geigenspieler Niccolò Paganini (David Garrett) zu einem der grössten Musiker von Europa geworden. Grossen Anteil an diesem Erfolg hatte dabei sein Managers Urbani (Jared Harris), welcher Paganini aus dessen Lethargie riss. Doch der steile Aufstieg hat auch einen Nachteil: Paganini ist zu einer richtigen Diva geworden, und Konzerte finden je nach seiner Laune entweder statt oder nicht. Doch dies hält den Briten John Watson (Christian McKay) nicht davon ab, Paganini nach London zu lotsen, damit dieser sein Genie auch in Grossbritannien zeigen kann.

"Smooooooke on the water"
"Smooooooke on the water" © Frenetic Films

So landet Paganini in London, wo er jedoch zuerst auf wenig Gegenliebe trifft. Frauenverbände protestieren gegen den Verführer, und die Ticketpreise für die wenigen Konzerte schnellen dermassen in die Höhe, dass kaum einer bereit dafür ist, sie zu bezahlen. Doch Paganini fokussiert sich weniger auf diese Rückschläge, sondern mehr auf Charlotte (Andrea Deck), die Tochter von Watson. Obwohl diese zuerst gar nicht angetan ist vom Superstar, ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch sie ihm verfällt.

Der deutsche Violinist David Garrett ist der nächste grosse Musiker, welcher es seinen Fans ermöglicht, ihn im Kino zu bewundern. Doch anders als zum Beispiel Eminem in 8 Mile handelt es sich bei Paganini: The Devil's Violinist nicht um die Biografie des Hauptdarstellers, sondern jene von Niccolò Paganini, eines der ersten Superstars der Musikbranche. Dies hat zur Folge, dass Garrett nicht einfach Garrett spielen kann, sondern schauspielern muss. Dies macht der Debütant zwar nicht immer hundertprozentig überzeugend, doch das Hauptproblem im Film von Bernard Rose liegt in der Zeichnung der Figuren.

Denn es fällt schlichtweg schwer, mit einer Diva zu sympathisieren. Als eine genau solche wird Pagagnini nämlich hier dargestellt. Zwar wird versucht, mit der Eröffnungszene, in der er als kleiner Junge zu sehen ist, den Zuschauer auf seine Seite zu ziehen, doch ist dies schlicht zu wenig, um dann eine Stunde langes divahaftes Getue durchgehen zu lassen. Erst mit der Figur der Charlotte wird es etwas besser, obwohl dieser Teil der Geschichte doch etwas gar kitschig geraten ist. Aber immerhin erwacht der Film dann auch mal aus seiner Lethargie und der grösste Trumpf wird dann auch mal ausgespielt: die Musik.

Denn es ist einfach ein Genuss, diesem begnadeten Künstler zuzuhören, und der Sprung auf die Leinwand wird Garrett sicher den einen oder anderen neuen Fan bescheren. So dürfte sich das ganze Unternehmen wohl auch nur für ihn gelohnt haben. Der zweitgrösste Name im Cast, Jarred Harris (Sherlock Holmes: A Game of Shadows), verschwendet sein Talent derweil mit einem fürchterlichen Akzent in der Rolle des undurchsichtigen Urbani. Diese hat zwar eine interessante Einführung, verläuft dann aber im Nichts.

Fazit: Paganini: The Devil's Violinist verpasst es, den Geigenvirtuosen dem Zuschauer wirklich nahezubringen. Es ist ein unbefriedigendes und auch viel zu langes Werk, dessen beste Szenen ihre Qualität der Musik zu verdanken haben. Mit dem Soundtrack ist man besser bedient.

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Er liebt die Filme von Christopher Nolan, die Festivals in Cannes und Toronto und kann nicht wirklich viel mit Jean-Luc Godard anfangen, was aber wohl auf Gegenseitigkeit beruht. Gewinner des Filmpodium-Filmbuff-Quiz 2019.

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Kommentare Total: 3

crs

Lächerlich ist er nicht wirklich. Einfach nichtssagend, öde und langweilig.

El Chupanebrey

Ist der Film so lächerlich, wie es der Trailer vermuten lässt? Oder hat er nicht einmal derartigen Unterhaltungswert?

crs

Filmkritik: Vergeigt

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