Defiance - Season 1 (2013)

Defiance - Season 1 (2013 / Serie)

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Serien-Review: Neue Welt, neue Gefahren, neue Schrecken...

Mann, diese Drinks sind krass...
Mann, diese Drinks sind krass...

Wir schreiben das Jahr 2046, die Welt, wie wir sie kennen, ist nicht mehr. Vor dreissig Jahren sind in riesigen Raumschiffen mehrere ausserirdische Rassen auf dem Planeten gestrandet und haben in einem Krieg die alten Regierungen gestürzt und den Planeten terrageformt. Dies hat die Erde sprichwörtlich umgekrempelt, gefaltet und mit vielen bizarren Wesen, Pflanzen und auch Mineralien überzogen. Inzwischen haben sich die Menschen mit den Aliens abgefunden. Während die Earth Republic Militär und Regierung darstellt, welche einen Teil er Erde kontrolliert, bleiben jedoch immer noch viele Gebiete gesetzlose Zonen, wo sich die Bewohner selber arrangieren und für Sicherheit sorgen müssen.

... I see dead people!
... I see dead people!

In diesen Zonen sind auch Nolan (Grant Bowler) und seine adoptierte Tochter Irisa (Stephanie Leonidas) unterwegs - eigentlich wollen sie die Antarktis erreichen, wo sie sich einen sicheren Hafen, eine Art Utopia, erhoffen. Sie sind schon seit Jahren gemeinsam unterwegs und haben sich nicht nur ein Vater/Tochter Verhältnis aufgebaut, sondern vertrauen sich auch blind. Durch einen Unfall landen sie in der von Bürgermeisterin Amanda Rosewater (Julie Benz) geleiteten Kolonie Defiance - dem ehemaligen St. Louis - und müssen sich an das Leben in einer Kolonie gewöhnen. Doch kaum angekommen, schwebt das Dorf bereits in tödlicher Gefahr.

Defiance ist ein neues Kapitel und auch Neuland was medienübergreifende Erzählweise bedeutet. Die Serie ist nämlich mit dem MMO-Game Defiance gekoppelt, das beim Serienstart auf den Markt gekommen ist und es auch ermöglicht, zusätzliche Handlungen zu erzählen sowie die Brücke zwischen den Staffeln zu schlagen. Ein höchst interessantes Konzept, dass sich trotz durchzogenen Kritiken am Game zu bewähren scheint.

Defiance an sich ist spielt wie das abgesägte Terra Nova auf einer völlig neuen Erde, dessen Gesicht durch das Landen von Aliens und das darauf folgende Terraforming entscheidend geprägt wurde. Handlungsort ist das titelgebende Dorf Defiance, das vor dem Kollaps St. Louis gewesen ist. Dies wird kombiniert mit einem Schmelztiegel der Kulturen wie einst bei Babylon 5 und wie bei Deadwood dem Kampf gegen den immer stärker werdenden Einfluss der Regierung. Die verschiedenen Rassen müssen zudem einen Weg finden, in dem Dorf zu koexistieren und eine Gemeinschaft aufzubauen, woraus sich auch für die Nebenhandlungen viele politische Themen sowie Intrigen ergeben.

Die Haupthandlung dreht sich um zwei Familien, die sich tief im Dorf verankert haben und jede auf ihre eigene Art eine Machtposition innehaben. Die Familie von Rafe McCawley sind bodenständige Minenbesitzer, während die Familie um Datak Tarr bleiche, aber im Dorf sehr mächtige Aliens mit bizarren Traditionen sind. Dazwischen schlagen sich Nolan und Irisa durch die Welt und müssen sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten - wie nun als Gesetzeshüter in Defiance. Dies ermöglicht zahlreiche Geschichten, und da alle Charaktere ihre Ecken und Kanten sowie undurchsichtige Motive haben, ergeben sich auch sehr dichte Episoden, da man lange nicht wirklich erahnen kann, was nun wirklich die Wahrheit ist und was nur dreiste Lüge. Dies macht die Serie enorm vielseitig, und selbst wenn die Handlung dahindümpelt und kaum Zug entwickelt, sucht man nach den Antworten auf die vielen offenen Fragen.

Obwohl die Serie lange nicht so gut aussieht wie Terra Nova, gelingt es Defiance, eine glaubwürdige Endzeit-Atmosphäre aufzubauen, denn das Dorf wirkt realistisch und man fühlt sich auch schnell zu Hause. Leider sieht man jedoch das beschränkte Budget an allen Ecken, denn die Special Effects sind zum Teil arg schwach bis hässlich. Doch unter dem Strich nimmt man das lieber so an und die Serie geht weiter, als dass eine enorm teure Produktion geboten wird, bei der nach einer Staffel wieder Schluss ist.

Fazit: Defiance hat in der ersten Staffel noch nicht viel von sich Preis gegeben und sich primär auf die Vorstellung der einzelnen Charaktere, Rassen und Organisationen konzentriert. Neben dem werden einige grössere Handlungsbögen angerissen, aber kaum eine davon wird fertig erzählt, weshalb die Serie weder Schwung aufnimmt noch einen Spannungsbogen aufbauen kann. Deshalb kann man höchstens sagen, dass hier ein sehr interessantes Szenario, ein vielschichtiges Charakterensemble sowie einen guten Cast zusammengestellt wurden. An sich birgt diese Ausgangslage viel Potenzial, um aus der Serie etwas Interessantes zu gestalten; es bleibt zu hoffen, dass man dies auch nutzen kann.

/ db

Kommentare Total: 4

db

Filmkritik: Neue Welt, neue Gefahren, neue Schrecken...

db

yep, nur spielt die Serie in St. Louis und das Game in San Francisco. Also erzählen sie schon ihre eigenen Geschichten, doch letztendlich sollen sie sich gegenseitig weiter erzählen und ergänzen. Seriencharaktere kommen im Game vor und geben dem Spieler da Aufträge. Hat es bislang so noch nicht gegeben, deshalb könnte das noch sehr interessant werden.

yan

ist ja anscheinend eng mit dem Game verkuppelt, oder?

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