Da geht noch was! (2013)

Da geht noch was! (2013)

Oder: Sommer vor Vaters Balkon

"Schatz, doch nicht vor meinem Vater!"

"Schatz, doch nicht vor meinem Vater!"

Conrad (Florian David Fitz) scheint es richtig gut zu laufen. Er hat eine wunderschöne Frau (Thekla Reuten), einen Sohn (Marius V. Haas), der aufs Internat geht, und ein Haus in Planung, von dem aus er ganze vier Kilometer freie Sicht hat. Alles könnte so schön sein, doch dann überrascht Conrads Mutter Helen (Leslie Malton) ihren Sohn mit der Nachricht, dass sie sich von ihrem Mann Carl (Henry Hübchen) hat scheiden lassen. Auch wenn Conrad es nie gut mit seinem strengen Vater hatte, schockiert ihn diese Nachricht schon sehr.

Hartes Pflaster: die erste Liebe

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Um einen Schlussstrich zu ziehen, soll Conrad nun ein Couvert, dessen Inhalt ihm nicht bekannt ist, in das Haus seines Vaters bringen und dieses dort hinter einem bestimmen Bild verstecken. Natürlich erwischt Carl seinen Sohn bei diesem Versuch. Es kommt zu einem kurzen Streit, an dessen Ende Carl in den leeren Swimmingpool des Anwesens fällt. Da er nun pflegebedürftig ist, entscheidet sich Conrad dazu, zusammen mit seinem Sohn bei seinem Vater zu bleiben. Wenn das nur gut geht...


Film-Rating

Florian David Fitz wird jetzt schon über mehrere Jahre zum neuen deutschen Star aufgebaut. Dank Auftritten in den Männerherzen-Filmen und seiner Leistung in Vincent will Meer ist er in Deutschland schon eine grössere Nummer, während er hierzulande immer noch "Ah, genau, der Typ" ist. Dies wird sich auch nach Da geht noch was! kaum ändern, in dem Fitz eigentlich wieder die Rolle des ganz sympathischen Typen spielt, die er eigentlich fast immer gibt.

Dabei beginnt sein Yuppie Conrad eigentlich ganz woanders. Als reicher Kerl, der seinen Sohn vernachlässigt und diesem, wenn er ihn einmal hat, Geld für gutes Benehmen zusteckt. Dass dann irgendwann der Wandel kommen wird, ist so vorhersehbar wie der Rest des Plots. Ein bisschen Drama dort, etwas Humor da, und fertig ist die Tragikomödie, welche jedoch weder das Drama noch die humoristischen Komopnenten überzeugend rüberbringen kann. Bei Ersterem bleibt einfach zu vieles an der Oberfläche, und bei Letzterem tummeln sich zu viele Rohrkrepierer im Skript. Immerhin: Bei der Suche nach einer Haushaltshilfe darf ordentlich gelacht werden.

Gehetzt ist dann das Ende. Bei den verschiedenen Familienbrandherden, die vor allem in der zweiten Hälfte regelrecht aufgestaut werden, fragt man sich zehn Minuten vor Schluss schon, wie das noch alles herumgebogen werden soll. Die Antwort auf diese Frage ist mehr als unbefriedigend und lässt vor allem Conrads Beziehung in einem ganz schrägen Licht stehen. Da geht noch was! ist zwar der Titel, doch bei Conrad und seiner Tamara wird wohl nicht mehr lange viel gehen.

Fazit: Da geht noch was! ist eine Tragikomödie, welche mit Glückskekssprüchen versucht, heikle Themen locker-flockig zu lösen. Der Anteil an Witzen ist jedoch sehr gering. Wenn aber der Film sich schon fast die ganze Laufzeit auf das Drama stützt, dann sollte auch nach einer passenden Lösung gesucht werden, was hier die Rauferei à la Crazy Stupid Love nun wirklich nicht ist. So ist der Film zwar ganz ok, vor allem auch dank Fitz und eines grummeligen Henry Hübchen, aber am Ende dann doch nur auf durchschnittlichem TV-Niveau. Um auch ausserhalb von Deutschland etwas vorwärtszukommen, sollte Fitz in Zukunft schauen, dass er wieder "Meer" bekommt.


OutNow.CH:

Bewertung: 3.0

 

03.09.2013 / crs

Community:

Bewertung: 3.8 (5 Bewertungen)

 

 

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