The Colony (2013)

The Colony (2013)

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  2. 95 Minuten

Blu-ray-Review: *brrr*

Wann kommen die Hunde mit den Schnapsfässli?
Wann kommen die Hunde mit den Schnapsfässli? © Studio / Produzent

In einer postapokalyptischen Welt, welche von einer neuen Eiszeit heimgesucht wird, halten sich die letzten Überlebenden der Menschheit in sogenannten Kolonien auf. Von diesen unterirdisch angelegten Bunkern sind nur noch zwei intakt. Als Briggs (Laurence Fishburne) und seine Gruppe in der Kolonie 5 einen Hilferuf ihrer Nachbarskolonie erhalten, formieren sie eine kleine Truppe, welche dem SOS-Signal nachgehen will. Die Expedition birgt ein grosses Risiko, da eine fatale Grippe die Kräfte der Koloniebewohner arg strapaziert und man keine unnötigen Ressourcen verbrauchen will.

Nach getaner Arbeit freut man sich aufs Après-Ski.
Nach getaner Arbeit freut man sich aufs Après-Ski. © Studio / Produzent

Dennoch brechen Briggs, Sam (Kevin Zegers) und ein paar weitere Männer auf und starten die Expedition durch die eisige Kälte. Die Warnungen von Briggs' altem Waffenkamerad Mason (Bill Paxton) werden ignoriert, was der Trupp kurze Zeit später teuer bezahlen muss. Denn was sie nach unzähligen Stunden in der Nachbarskolonie vorfinden, ist eine weitaus grössere Gefahr als Eis und Kälte...

Da freut man sich doch so richtig auf den Schweizer Winter: The Colony von Regisseur Jeff Renfroe verspricht eisige Science-Fiction-Spannung in - wie könnte es anders sein - postapokalyptischem Setting. Laurence Fishburne (The Matrix) ist dabei das Aushängeschild der offensichtlichen Hommage an diverse Genreklassiker.

Computergenerierte, gigantische Eiswelten auf der einen und klaustrophobische, industrielle Untergrundwelten auf der anderen Seite: The Colony geizt nicht mit visuellen Ergüssen, welche die ziemlich simple Story umgiessen. Eis und Kälte als Gegner hatten wir bereits bei The Thing, Klaustrophobie in unterirdischen Gängen erlebten wir in Alien 3. Renfroe geniesst die Parallelen und spielt genüsslich mit ihnen. Dass die grösste Gefahr aber wiedermal von uns Menschen ausgeht, zeigt sich im Lauf der Story. Der Film braucht ziemlich lange, um überhaupt in die Gänge zu kommen. Die Rollen sind verteilt, die Charaktereigenschaften gesetzt und die Dialoge knapp. Erst als der kleine Trupp den Hilferufen der Nachbarskolonie nacheilt, kommt der Stein ins Rollen.

Hier beginnt die Qualität des vermeintlichen Actionknüllers zu bröckeln. Renfroe hat sich zu sehr in die Parallelen zu seinen Genrelieblingen verliebt und lässt die Charaktere unmotiviert durch das eisige Setting waten. Von Überraschungen keine Spur. Kurz vor der Klimax setzt das 10-Kleine-Jägermeister-Prinzip ein und entraubt The Colony jegliche Dynamik. Laurence Fishburne, Bill Paxton oder Kevin Zegers machen zwar eine stattliche Figur - wirkliche Nähe bauen wir aber nie zu ihnen auf. Bleibt nur noch das "monströse" Geheimnis des Filmes. Worauf es dabei herausläuft, kann sich der Genrefan selber ausdenken und bis dahin die visuellen Effekte geniessen.

Fazit: The Colony ist eine etwas enttäuschende Hommage an Science-Fiction-Klassiker wie The Thing oder Alien. Regisseur Jeff Renfroe gelingt es nur ansatzweise, mit der simplen Story zu packen. Dadurch geht viel Zauber verloren, den der Film trotz eines Laurence Fishburne und eines Bill Paxton nötig gehabt hätte. Dafür muss man sich definitiv nicht warm anziehen.

Die Blu-ray besticht mit sehr scharfem Bild. Hier gilt: Je grösser der TV, desto cooler das Bild. Auch der Ton brummt im 5.1 schön daher und steigert das Heimkino-Erlebnis. Das Bonusmaterial ist sehr dünn ausgefallen. Ausser einem kurzen Behind-The-Scenes-Einblick und dem obligaten Trailer-Set gibt es hier leider nichts zu finden.

Christian Wolf [woc]

Christian arbeitet seit 2009 als Freelancer bei OutNow. Er mag ultradüstere Filmperlen und süffige Survival Horror Games. Animationsfilme sind ihm ein Gräuel. Christian vertritt als Einziger den smoothen Berner Dialekt im Team.

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Kommentare Total: 4

Benster

Der erste Teil des Films hat mir sehr gut gefallen. Die Beschreibung einer apokalyptischen Welt, in der die Menschen nach Wegen zum Überleben suchen, ist faszinierend und weckt den Hunger nach mehr. Auch die zwischenmenschlichen Dramen und insbesondere die Darstellung von Laurence Fishburne tragen zur Qualität des Films bei.
Der zweite Teil des Films wirkt dann leider so, als hätte der Regisseur Hals über Kopf das Set verlassen und das Ganze einem 1.-Semester-Filmstudenten überlassen. Gegen Ende wird der Film so wirr, unlogisch und platt, dass der gute Beginn völlig in den Hintergrund tritt. Und dann ist er plötzlich fertig. Einfach so. Schade drum, da wäre mit nur wenig mehr Leidenschaft wesentlich mehr dringelegen.

db

Ein Alien- und ein Predator-Veteran versuchen in einer zugefrorenen Welt zu überleben - an sich ein klassisches Endzeit-Szenario. So kommt Colony auch daher und erinnert nicht an wenigen Stellen an Klassiker wie Screamers, wo auch durch eine zerstörte Welt gebummelt wird und man in der Wüste ausserhalb der Basis deutlich mehr findet, als man sucht.

Von der Handlung her verbringt man die ersten Minuten damit, die beteiligten Charaktere und die Welt kennen zu lernen, in der sie nun überleben müssen. Im Gegensatz zu vielen, kommt dabei Colony relativ glaubhaft daher und zeigt uns eine Basis unter der Erde, die man auch nachvollziehen kann. Dass die Ursachen der Vereisung nicht näher erläutert werden ist schade, aber da die Handlung sowieso nicht darauf eingeht oder damit arbeitet, ist es auch eher hinfällig. Aber dennoch sind solche "es ist einfach so" Szenarien meistens ein klarer Hinweis, dass da nicht viel weiter gedacht wurde als nötig, was sich später auch in der erzählten Geschichte zeigt, die leider eher an ein "was bisher geschah" erinnert, als an einen abgeschlossenen Film.

Über die verwaschenen Special Effects kann ich noch hinweg sehen, sie haben das Beste aus ihrem Budget gemacht und eine in sich visuell gut gestaltete Welt präsentiert. Leider vergeuden sie viel zu viel Spielzeit mit von A nach B laufen und schöne Panorama-Bilder zu zeigen, anstatt wirklich Substanz zu bieten. Hier - und auch im Kampf gegen die Wahnsinnigen - wird nämlich nur altbekannte Endzeit-Routine geboten, die man schon zigmal gesehen hat und so auch kaum noch überraschen kann. Leider hört der Film auch genau dann auf, wenn die Routine abgeschlossen wäre und man wirklich noch einen gelungenen Abschluss hätte bieten können. Nun hört die Handlung einfach mitten in der Geschichte auf und lässt den Zuschauer unmotiviert in der Luft hängen. "to be continued" ist das einzige was einem zu diesem Abschluss einfällt, denn es ist weder ein Cliffhanger noch ein enigmatisches Ende wie bei Inseption.

Fazit: Colony ist ein sehr düsterer Streifen, der mit einem guten Cast überzeugen und streckenweise auch wirklich eine Intensität aufbauen kann. Leider hört der Film dann auf, wenn die bekannten Storyelemente und das Sterben nach Zahlen abgearbeitet waren und wirklich ein gelungenes Finale hätte geboten werden können. In dem Sinne ein sehr düsterer und auch brutaler Streifen, der jedoch zu viel bekannte Routine bietet um wirklich aus der Masse hervor zu stechen.

woc

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Trailer Englisch, 02:17