Clara und das Geheimnis der Bären (2013)

Clara und das Geheimnis der Bären (2013)

Oder: Trau keiner Katzenfrau!

Komm miez miez miez....

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Clara (Ricarda Zimmerer) wohnt mit ihrer Mutter (Elena Uhlig) und ihrem Stiefvater (Roeland Wisnekker) auf einer Alp im Engadin. Das Mädchen hat einen engen Bezug zur Natur und den Tieren, insbesondere zu den beiden Bären, die sich in den Bündner Bergen in unmittelbarer Nähe von Claras Zuhause aufhalten. In letzter Zeit scheint die Familie jedoch vom Pech verfolgt. Immer wieder ist etwas am Haus kaputt, die Kühe verletzen sich und die Bären zerstören alle Bienenstöcke. Die 13-Jährige nimmt aber auch Dinge wahr, die andere Menschen nicht sehen. Als Clara eines Tages auf dem Hof einen 200-jährigen Kinderschuh entdeckt, hat sie immer wieder Visionen, in denen sie durch die Augen von Susanna (Rifka Fehr) sieht, die damals im gleichen Haus gewohnt hat.

Ein dunkles Geheimnis liegt auf dem Haus.

Ein dunkles Geheimnis liegt auf dem Haus.

Susanna hat ein Problem: Eine Bärin hat das Haus verflucht, weil Susannas Vater das Bärenjunge im Stall gefangen hält und nicht zurück in die Freiheit lassen will. Seither bricht immer wieder das Unglück über das Haus herein, indem es anfängt zu brennen oder die Mutter urplötzlich und viel zu früh Wehen bekommt. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Durch zwei Jahrhunderte getrennt, versuchen die beiden Mädchen diesen Fluch zu besiegen und der Bärin ihr Junges wieder zurückzugeben.


Film-Rating

Tobias Ineichen hat es geschafft und präsentiert dem Publikum mit seinem neusten Werk Clara und das Geheimnis der Bären einen hervorragenden Kinderfilm, der alles hat, was einen grossartigen Kinderfilm ausmacht: Eine spannende Geschichte, eine Handlung, der auch die kleineren Zuschauer folgen können und einen leicht moralisch angehauchten Lerneffekt. Zwar zieht sich ein unheimlicher Faden durch die Geschichte - Hexenverbrennung ist jetzt wahrlich nicht ein Thema für die lieben Kleinen - diese Sequenzen sind aber so aufbereitet, dass sie "kindertauglich" sind, ohne dabei ihre Wirkung zu verlieren. Zudem kann die Geschichte sowohl Jungs wie auch Mädchen überzeugen, da auf jegliche stereotypen Effekte verzichtet wurde.

Schon der Einstieg in den Film überzeugt auf der ganzen Linie. Mit beeindruckenden Aufnahmen der Bündner Berge und genauso hervorragenden Ton- und Geräuscheffekten wird das Publikum vom ersten Moment an gefesselt. Dank eines präzisen Schnitts sorgt der Schweizer Regisseur für aussagekräftige Bilder.

Vor allem die Kinder-Schauspieler überzeugen vollumfänglich. Leider fallen sowohl die Charaktere der Erwachsenen wie auch deren schauspielerische Leistungen eher platt aus. Diesen Figuren fehlt es teilweise ein wenig an Tiefe. Ein weiterer Wermutstropfen ist auch, dass der ganze Film in hochdeutscher Sprache gehalten ist. Das wirkt in gewissen Fällen sehr irritierend: beispielsweise wenn die Kinder im typischen Bündnerdorf auf dem Dorfplatz miteinander sprechen, oder wenn plötzlich einer doch einen leichten Schweizer Akzent aufweist.

Clara und das Geheimnis der Bären ist ein klassischer Kinderfilm, der das junge Publikum zu begeistern vermag. Für die Generationen, die schon alleine Auto fahren dürfen, wird sich das Filmvergnügen - von den bildgewaltigen Einstellungen einmal abgesehen - eher im Rahmen halten. Die eigentliche Zielgruppe wird jedoch mit einem qualitativ so hochstehenden Kinderfilm bedient, wie man ihn schon seit geraumer Zeit nicht mehr gesehen hat.


OutNow.CH:

Bewertung: 5.5

 

31.01.2013 / hom

Community:

Bewertung: 4.2 (5 Bewertungen)

 

 

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