C.O.G. (2013)

C.O.G. (2013)

  1. ,
  2. 88 Minuten

Filmkritik: Capable Of Genocide?

Hier kommen also die Äpfel her?
Hier kommen also die Äpfel her? © Studio / Produzent

David (Jonathan Groff) nimmt sich eine Auszeit vom Studium, um sich mit seiner besten Freundin Jennifer (Troian Bellisario) auf einer Apfelfarm in Oregon die Hände schmutzig zu machen, sprich sich einmal richtiger Arbeit auszusetzen. Doch Jennifer rauscht erst eine Woche später mitsamt neuem Lover an, nur um ihm mitzuteilen, dass sie auf dem Weg nach San Francisco sind. David bleibt auf der Farm und ist entschlossen, neue Eindrücke zu sammeln. Davon erhält er bald mehr als genug.

Mit seiner intellektuellen Attitüde stösst er die Arbeiterfrauen und die mexikanischen Erntearbeiter gleichermassen vor den Kopf. Ihm wird klar, dass es nicht einfach wird, hier Freunde zu finden. Umso glücklicher ist er darüber, dass sich der Gabelstaplerfahrer Curly (Corey Stoll) von der zugänglichen Seite zeigt. Dass Curly die Freundschaft etwas anders deutet, merkt David erst, nachdem er eine Sammlung der besonderen Art präsentiert bekommt...

C.O.G. ist die Verfilmung der gleichnamigen Kurzgeschichte von David Sedaris. Leider vermag sie nicht ganz zu überzeugen. Im Trailer werden erstmal schon die witzigsten Szenen verschenkt. Hin und wieder funktioniert der stille und subtile Humor. Die restlichen Pointen sind vorhersehbar, was die Sache nicht unbedingt interessanter macht. Schwarzer Humor geht jedenfalls definitiv anders.

Als Hauptcharakter bleibt David ungreifbar und wird auch im Verlauf nicht zugänglicher oder gar sympathischer. Die herzliche Abschiedsumarmung, als sein Co-Arbeiter Pedro (Eloy Méndez) die Farm verlässt, nimmt man ihm auf keinen Fall ab. Zu überheblich geht er mit den Arbeitern um. Selbst in jener Szene, in der er sich während einer Messe öffentlich dazu entscheidet, Jesus in sein Herz zu lassen und dabei Tränen in den Augen hat, fragt man sich, ob er im Grunde nicht doch einfach alle verarscht.

Auch den verschrobenen Personen, auf die David jeweils trifft, fehlt es brutal an Herzlichkeit. Sie sind letztendlich schlicht irre und abstossend. Als Zuschauer ist es daher kaum möglich, sich mit einem davon zu identifizieren und der herumeiernden Storyline zu folgen. Die hüpft nämlich von einem Ereignis zum nächsten. Dabei bleibt es völlig nebensächlich, warum David eigentlich nicht mehr mit seiner Mutter spricht, obwohl die beiden sich ständig auf den Anrufbeantworter reden. Das nervt.

Was will der Film eigentlich sagen? Dass tiefreligiöse Kriegsveteranen, die Jade-Uhren in der Form des Bundesstaats Oregon herstellen, schlussendlich doch auf Nächstenliebe pfeifen? Dass das Christentum eine gute Ausrede ist, um einen schwulen Verehrer abzuwimmeln? Man weiss es nicht.

Fazit: C.O.G ist eine zähe Angelegenheit. An der schauspielerischen Leistung gibt es nichts auszusetzen. Obwohl zeitweise witzig, zieht sich der Streifen trotz nur 88 Minuten Spielzeit hie und da in die Länge.

/ mim

Trailer Englisch, 01:58