Broken City (2013)

Broken City (2013)

Oder: Frühjahrsputz am Hudson

Ungünstige Pose fürs Fotoalbum

Ungünstige Pose fürs Fotoalbum

Als Polizist erschoss Billy Taggart (Mark Wahlberg) einst einen schwarzen Jugendlichen mitten auf der Strasse. Das Ganze ist inzwischen sieben Jahre her. Dank der Manipulation von Beweisen musste Billy zwar den Dienst quittieren, wurde beim Prozess jedoch freigesprochen. Inzwischen verdient er sein Geld mehr oder weniger erfolgreich als Privatdetektiv. Umso überraschter ist er, als er von New Yorks Bürgermeister Nicholas Hostetler (Russell Crowe) einen Auftrag erhält, dem Mann, der einst die belastenden Beweise gegen Billy verschwinden liess. Der Politiker vermutet, dass seine Frau Cathleen (Catherine Zeta-Jones) fremdgeht und erteilt Taggart den Auftrag, Beweise jeglicher Art zu liefern.

Ob der Kratzer am Auto auffällt?

Ob der Kratzer am Auto auffällt?

Bei seinen Nachforschungen muss sich Taggart zunächst eingehender mit dem Leben und Wirken des Bürgermeisters und seiner Frau beschäftigen. Dabei wird ihm schon bald klar, dass die reine Weste Hostetlers bei weitem nicht so weiss ist wie gedacht. Dem nicht genug, hat er schnell eine ganze Meute an Feinden gegen sich und begreift, dass es Nicholas nicht nur um eine vermeintliche Affäre seiner Frau geht.


Film-Rating

Es ist die erste grössere Regiearbeit, die Allen Hughes ohne seinen Zwillingsbruder Albert angegangen ist. Broken City zeigt New York von seiner rauen, verkommenen und harten Seite und lässt die Stadt in keinem guten Licht erscheinen. Ausdrucksstarke und stimmungsvolle Bilder unterstreichen einen Film, der in den Stil der Neunzigerjahre passt. Doch statt einen packenden, wendungsreichen Polit-Thriller entstehen zu lassen, wie es so wunderbar gepasst hätte, kann Broken City nur in der ersten Viertelstunde wirklich fesseln. Alles deutet hier auf einen gross angelegten Politikskandal hin, doch schnell wird deutlich, dass der Schein trügt. Das von Brian Tucker entwickelte Drehbuch stand 2008 auf der Black List der besten unproduzierten Drehbücher. Das ursprünglich stark dialoglastige Skript wurde von Hughes um einige dramaturgische Wendungen und Dialogszenen erleichtert. Das ist vermutlich der Grund, weshalb es dem Film trotz seiner guten Grundidee in einigen Situationen öfters an Glaubwürdigkeit mangelt und einige Szenen quasi im Sande verlaufen.

Der dichten Atmosphäre zum Trotz gelingt es nicht, Tiefe entstehen zu lassen, den Charakteren mehr als eine oberflächliche Fassade zu geben. Das ist schade, wenn man bedenkt, welch gute Schauspieler die Rollen übernommen haben. Bei den Hauptfiguren kann einzig Russell Crowe dem korrupten und hinterlistigen Bürgermeister eine gewisse Schärfe verleihen, wohingegen Catherine Zeta-Jones als verführerische Ehefrau nur eine blasse Figur abgibt. Wirklich enttäuschend ist jedoch die Rolle des Privatdetektivs Taggart angelegt, der Mark Wahlberg trotz gewohnt cool-souveränem Auftreten keinerlei Charisma verleihen kann. Einer entwicklungsarmen Figur kann man eben kein Leben einhauchen. So bleibt es fast ausschliesslich den Nebenfiguren überlassen, aus dem Film herauszustechen. Neben der Newcomerin Alina Tal als Taggarts pfiffige Assistentin sind dies vor allem Barry Pepper als Crowes Widersacher und Jeffrey Wright als Polizeichef der Stadt.

Broken City bleibt weit unter seinen Möglichkeiten, kann aus einer guten Idee leider keine cleveren Züge entwickeln und bleibt deshalb nur ein blasser Thriller, bei dem die Moral auf der Strecke bleibt.


OutNow.CH:

Bewertung: 2.5

 

03.04.2013 / jst

Community:

Bewertung: 2.9 (25 Bewertungen)

 

 

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