The Bling Ring (2013)

The Bling Ring (2013)

Oder: Sie nehmen von den Reichen und behalten es selbst

"Ich ein böser Junge? Come on!"

"Ich ein böser Junge? Come on!"

Weil er wegen zu vielen Absenzen von seiner letzten Schule geflogen ist, muss Mark (Israel Broussard) das Jahr in der Indian Hills High School beenden, wo man sich auf solche Fälle wie Mark spezialisiert hat. Dort macht er gleich an seinem ersten Tag die Bekanntschaft mit Rebecca (Katie Chang), für die es nichts Schöneres gibt als zu shoppen und mit ihren Freundinnen Nicki (Emma Watson), Sam (Taissa Farmiga) und Chloe (Claire Julien) in den Nachtclubs von Los Angeles abzuhängen. Den besonderen Kick holt sich das 16-jährige Mädchen aber mit Einbrüchen in die Häuser der Oberschicht, wo sie gerne auch mal Sachen entwendet.

"Tss, Zauberstäbe sind für Hippies"

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Als dies nicht mehr genügt, beschliessen Rebecca und Mark in die Villen ihrer Modevorbilder, unter anderem Paris Hilton, einzubrechen. Sie merken, dass das Einsteigen einfacher klappt als zuerst angenommen, und so werden logischerweise einige Besitztümer der berühmten Leute geklaut. Es dauert nicht lange, bis auch Nikki, Sam und Chloe bei den Raubzügen dabei sein möchten. Nur dumm, dass sich solche Verbrechen schnell herumsprechen und die Diebesbande auch noch mit den gestohlenen Sachen herumprahlt.


Film-Rating

Über einen Zeitraum von ganzen elf Monaten verschaffte sich eine Gruppe von Teenagern, die später als "The Bling Ring" bekannt wurde, regelmässig Zugang zu den Häusern von Hollywoodsternchen und erleichterte die Besitzer um einige Luxusgegenstände wie Uhren oder Designerkleider, bis sie im August 2009 geschnappt wurden. Ein unglaublicher Fall und deshalb auch zweifelsohne ein toller Stoff für einen Film. Dies dachte sich auch Sofia Coppola, nachdem sie den Vanity-Fair-Bericht von Nancy Jo Sales mit dem Titel "The Suspects Wore Louboutins" gelesen hatte. In der Praxis wird Coppolas Film zwar der oberflächlichen Glitzerwelt Hollywoods gerecht, jedoch bleibt er auf der Unterhaltungsebene etwas auf der Strecke.

Man kommt fast gar nicht drum herum, bei The Bling Ring auch auf Spring Breakers zu verweisen. Die hübschen Mädchen, die Böses tun und die Bildsprache erinnern doch sehr an Harmony Korines durchgeknalltes Partyfilmchen. Doch regierte dort in der zweiten Hälfte fast nur noch der Wahnsinn, hat sich Coppola dazu gezwungen dem Artikel treu zu bleiben. Spätestens beim repetitiven Mittelteil wird jedoch klar, dass der Vanity-Fair-Bericht zu wenig für einen ganzen Film von 90 Minuten Länge hergibt. Immer wieder kriegen wir die verschiedenen Einbrüche zu sehen, die jeweils gleich ablaufen. Es wird auf Promiwebsites geschaut, wer gerade verreist ist, der Standort des Hauses wird mittels Google ermittelt, dann gibt es das obligate Anschleichen und abgeschlossen wird mit dem Feiern in den heiligen vier Wänden der Stars. Einmal zeigen und dann eine Montage aus den restlichen Einbrüchen basteln macht Sinn, aber nicht fünf weitere Male zeigen, wie die Mädchen wie im Süssigkeitenladen herumschreien und alles nehmen, was ihr Teenieherz begehrt. Es fällt zudem schwer, den Figuren Sympathien abzuringen. Die Mädchen, die alles andere als arm sind, bedienen sich bei Leuten, die schon eindeutig genug haben. So wird, Verbrechen hin oder her, nicht mitgebannt oder mitgefreut.

Retten tun dieses Projekt die Inszenierung und die junge Darstellerriege. Coppola zeigt realistisch und ohne Übertreibungen das Leben von hippen Teenagern, die auf Facebook und Partys nicht mehr verzichten können. Zudem ist es ganz witzig, wenn die Mädchen am Ende zwar ihre gerechte Strafe bekommen, aber auch wissen, wie sie ihre Vorteile daraus ziehen können - die beklauten Vorbilder haben es vorgemacht. Der Seitenhieb gegen Hollywood, wo man sich auf alles einigermassen Interessante regelrecht stürzt, gefällt, wie auch die Performance von Emma Watson, die versucht, sich etwas von der Harry Potter-Welt zu lösen. Die Hauptrollen spielen mit Katie Chang und Israel Broussard aber zwei unbekanntere Gesichter, wobei es Letzterer ist, der so was wie das Herz des Filmes ist - auch wenn es selten wirklich schlägt.

Fazit: The Bling Ring zeigt zwar die Oberflächlichkeit der Promiwelt, ist aber storytechnisch doch etwas zu dünn geraten, um über die ganze Spielzeit zu unterhalten.


OutNow.CH:

Bewertung: 3.0

 

19.05.2013 / crs

Community:

Bewertung: 2.9 (27 Bewertungen)

 

 

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